Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

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Das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie ist ein Institut in Göttingen.

Das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (Karl-Friedrich-Bonhoeffer-Institut) entstand 1971 durch Zusammenlegung der Göttinger Max-Planck-Institute für physikalische Chemie und für Spektroskopie. Das MPI für physikalische Chemie war bereits 1949 in Nachfolge des einstigen Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie in Berlin gegründet worden. Der Gründungsdirektor, Karl Friedrich Bonhoeffer (1899-1957), einst Schüler von Walter Nernst und Mitarbeiter von Fritz Haber an eben diesem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem, war einer der ersten, der physikalisch-chemische Methoden auch auf die Lösung biologischer Fragestellungen anwandte und so naturwissenschaftliche Interdisziplinarität lebendig werden ließ. Ihm zu Ehren ist das Institut nach ihm benannt.

Die Geschichte des Instituts ist mit zahlreichen Preisen für besondere wissenschaftliche Leistungen verbunden. Bereits 1967 erhielt Manfred Eigen (damals wissenschaftliches Mitglied am MPI für physikalische Chemie) den Nobelpreis für Chemie für Untersuchungen extrem schneller chemischer Reaktionen. Er wurde dann einer der Gründerväter des jetzigen Instituts und hat dessen konzeptionelle Ausrichtung wesentlich mitgestaltet. Im Jahre 1991 erhielten Erwin Neher und Bert Sakmann den "Nobelpreis für Physiologie oder Medizin" für die Erforschung von Ionenkanälen in Membranen von Nervenzellen. Darüber hinaus wurden zahlreiche bedeutende Preise an Wissenschaftler des Institut vergeben, darunter 6 Leibnizpreise, zwei Louis-Jeantet-Preise und zwei Ernst-Jung-Preise für Medizin. Drei Direktoren wurden mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet, im Jahre 1999 Peter Gruss und Herbert Jäckle, im Jahre 2006 Stefan W. Hell.

Das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie beherbergt auch die Otto-Hahn-Bibliothek.