Max von Laue

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Max von Laue
Max von Laue

Max von Laue war ein deutscher Physiker (1879-1960). Er studierte Physik an der Georg-August-Universität Göttingen (etwa 1900-1902) bei W. Voigt und W. Abraham, 1903-1905 weitere Forschungen an der Georg-August-Universität nach Abschluss seiner Doktorarbeit bei Max Planck in Berlin, 1946-1951 Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Professor an der Georg-August-Universität. Von Laue war Mitunterzeichner des Manifest der Göttinger Achtzehn.

Max von Laue erhielt 1914 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung der Beugung von Röntgenstrahlen am Kristallgitter.

Max von Laue wird am 9. Oktober 1879 in Pfaffendorf bei Koblenz geboren. In Berlin und Straßburg besucht er die Schule und erhält hier erste Anregungen zur Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Fragen.

Zunächst studiert er Physik und Mathematik in Straßburg. Dass die theoretische Physik sein eigentliches Arbeitsgebiet ist, wird Laue während der folgenden vier Semester – von 1899 bis 1902 – in Göttingen klar. Nach der Promotion in Berlin bei Max Planck kehrt er nach Göttingen zurück und legt 1905 hier das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Danach habilitiert sich Laue bei Planck am Lehrstuhl für theoretische Physik in Berlin mit einer Arbeit „Zur Thermodynamik der Interferenzerscheinungen“.

Als Resultat des engen wissenschaftlichen Kontakts mit Planck entstehen zwei Arbeiten über die Thermodynamik von Interferenzerscheinungen und die Entropie partiell kohärenter Strahlenbündel, die ihrer Zeit weit vorauseilen. Erst in der Quantenoptik unserer Tage kommen seine Ergebnisse zum Tragen.

1909 geht Laue an die Universität München, wo es für sein engeres Forschungsgebiet, die physikalische Optik, besonders günstige Voraussetzungen gibt. Die Physiker leben hier gleichsam inmitten der Vorstellungswelt der Raumgitterstruktur der Kristalle und – dank Arnold Sommerfelds Wirken – der Wellennatur der Röntgenstrahlen.

Unter diesen Umständen gelingt Laue seine geniale Entdeckung: 1912 finden er und seine Mitarbeiter Walter Friedrich und Paul Knipping die Röntgenstrahlinterferenzen an Kristallen. Angeregt durch die Arbeit Wilhelm Conrad Röntgens und einer intensiven Beschäftigung mit kristallografischen Fragen war Laue auf die Idee gekommen zu prüfen, ob ein Kristall für Röntgenstrahlen dasselbe darstellt wie ein Beugungsgitter für gewöhnliches Licht. Durch diese Entdeckung, dem Gegenstück zur Hertzschen Entdeckung der langen elektromagnetischen Wellen, werden die Röntgenstrahlen erstmals einwandfrei als kurzwellige elektromagnetische Strahlung nachgewiesen.

Laues Erkenntnisse beeinflussen die modernen Vorstellungen von der Struktur der Stoffe, und seine Theorie bildet bis heute die Grundlage aller kristallografischen Strukturbestimmungen. Letztlich führt Laues Idee zur Entwicklung der Röntgenspektroskopie, die Erkenntnisse über den Aufbau von Kristallen und der Materie ermöglicht. Für seine bahnbrechende Entdeckung erhält Laue 1914 den Nobelpreis für Physik.

Die epochemachende Einsicht des Physikers trägt zur Schaffung neuer Forschungszweige besonders im Grenzgebiet von Physik und Mineralogie bei. Seine Entdeckung wird auch für bestimmte philosophische Fragen der Physik wichtig. Sie hilft entscheidend, die Atomlehre endgültig zu sichern.

1921 wird Laue Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Von 1923 an ist er zwanzig Jahre lang Direktor des Instituts für theoretische Physik in Berlin – als Plancks Nachfolger.

Nach dem Ersten Weltkrieg kommt er nach Göttingen zurück und widmet sich hier vor allem der Erforschung der so genannten Supraleiter. Zwischen 1937 und 1947 entstehen zwölf Arbeiten darüber und ein Lehrbuch „Theorien der Supraleitung“, das die phänomenologische Theorie enthält.

1947 wird Laue stellvertretender Direktor des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Physik in Göttingen, später das Max-Planck-Institut für Physik. Gleichzeitig betreibt er den Wiederaufbau der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Braunschweig. Von 1947 bis 1960 ist Laue außerdem Honoraprofessor der theoretischen Physik an der Georgia Augusta.

Laue gehört mit zu den Unterzeichnern der Göttinger Erklärung aus dem Jahr 1957. Darin warnen führende deutsche Physiker vor der atomaren Aufrüstung der Bundeswehr.

Am 24. April 1960 stirbt Max von Laue in Berlin an den Folgen eines Autounfalls.

Links

Mehr Informationen über Max von Laue bei wikipedia oder (ausführlicher) auf den Nobelpreis-Seiten.

Literatur

Sandra Czabania: Von Röntgenstrahlen und Kristallgittern. Göttinger Tageblatt, 14. November 2002.