Nörten-Hardenberg

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Infobox

Nörten-Hardenberg
Wappen Noerten-Hardenberg.png
Wappen von Nörten-Hardenberg
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Schulen: alle Schulformen
Einwohner: 8408 (31. Dez. 2007)
Postleitzahl: 37176
Vorwahl: 05503
KFZ-Kennzeichen: NOM
Bürgermeister: Frank Priebe (parteilos)
Website: Noerten-hardenberg.de

Nörten-Hardenberg ist ein Flecken und eine Gemeinde im Landkreis Northeim in Niedersachsen.


Geographie

Nörten-Hardenberg liegt am westlichen Ausläufer des Nörtener Walds im Tal der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Leine und grenzt im Süden an Bovenden und im Norden an die Kreisstadt Northeim; die Universitätsstadt Göttingen befindet sich 10 Kilometer südlich. Etwa 20 Kilometer nordwestlich liegt der Solling, etwa 30 km nordöstlich beginnt der Harz.

In Nörten-Hardenberg bzw. seinen Ortsteilen münden diese Fließgewässer in die Leine: Harste (bei Parensen), Weende und Rodebach (jeweils bei Angerstein), Espolde (bei Lütgenrode) sowie Bever (bei Nörten-Hardenberg).

Nachbargemeinden

Bovenden (Süden), Hardegsen (Westen), Northeim (Norden), Katlenburg-Lindau (Osten)

Ortsgliederung

Zu Nörten-Hardenberg gehören die Ortsteile

Geschichte

In einer Urkunde von 995 wird eine Schenkung bestätigt, die der Erzbischof von Mainz zugunsten des St.-Victor-Stifts von Mainz getätigt hat. Darin wurde Nörten-Hardenberg erstmalig erwähnt. Der Erzbischof von Mainz hatte damals Land in Nörten inne. „Norzun“ wird Nörten hier genannt, „Nordzaun“ laut Auskunft der Namensforscher. Für Verwirrung sorgte eine zweite Schrift aus dem Jahre 966. Zunächst schien es, als würde auch sie auf die Ortschaft im Leinetal verweisen, was sich jedoch als Irrtum herausstellte.

Eisbahn

Seit 1999 wird jedes Jahr über die Wintermonate die Hardenberg Eisbahn für Schlittschuhläufer aufgebaut.

Ausflugs- und Pilgerziel mitten im Wald: Forsthaus Nörten

Idyllisch, mitten im Wald gelegen: das Jagdhaus der Realgemeinde Nörten-Hardenberg.

Viele Wege führen zum Nörtener Forsthaus. Das mitten im Nörtener Wald idyllisch gelegene Jagdhaus ist von Spaziergängern oder Radfahrern von den umliegenden Ortschaften Bishausen, Sudershausen, Spanbeck oder Billingshausen erreichbar. An den Tischen und Bänken finden rund 80 Personen Platz für ein Picknick. Der kürzeste Anmarsch führt von Reyershausen über die Melchiorshaistraße.

Erbaut wurde das Fachwerkhaus im Besitz der Realgemeinde Ende des 19. Jahrhunderts, weiß Hans-Hermann Hüter, Archivar der Realgemeinde Nörten. Bis auf wenige Jahre nach 1945, in denen Flüchtlinge das Haus bewohnten, stand es dem jeweiligen Jagdpächter zur Verfügung. In dem Haus ohne fließend Wasser und Strom gibt es neben Schlafräumen für die Jagdgäste auch einen Saal für Feste. Bis heute führt die Prozession der Nörtener Katholiken am Fronleichnamstag zum Forsthaus. Am 1. Mai und am Vatertag ist für viele Menschen aus dem Umland eine Wanderung zum Forsthaus Usus. Wenn sie Glück haben, treffen sie dort auf die Alphornbläser aus Bishausen, die gerade proben oder ein Ständchen geben. „Wilhelmsruh“ heißt der Pavillon am Forsthaus, der seinen Namen von Wilhelm von Roden, einem früheren Vorsitzenden der Realgemeinde, hat. Früher soll der Erzbischof von Mainz Eigentümer des Nörtener Walds gewesen sein. Im 13. Jahrhundert soll er den Wald an die Nörtener Bürger verschenkt haben. Heute umfasst das Waldgebiet der 1900 gegründeten Realgemeinde etwa 960 Hektar.

Damit die Wanderer in dem großen Areal das Forsthaus auch sicher finden, verkauft die Realgemeinde Karten. Unter Telefon 0 55 03 / 548 wird diese Wanderkarte vertrieben.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 30. April 2011.

Sanierung der Christuskirche 2012

Wird in drei Abschnitten saniert: die Christuskirche in Nörten-Hardenberg.

Eingerüstet ist die Christuskirche seit Juni. An dieses Bild werden sich die Menschen in Nörten-Hardenberg gewöhnen müssen. Aufgrund gravierender Schäden wird die Kirche beim Rathaus in drei Bauabschnitten saniert. Das soll bis 2014 dauern.

„Das ist jetzt eine Großbaustelle, die uns drei Jahre beschäftigen wird“, sagt der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Wolfgang Ohlmann. Im Juni hat die Landeskirche mit dem ersten Bauabschnitt mit kleineren Mauerarbeiten, Holzreparaturen am Dachstuhl und der Dacheindeckung begonnen. 380 000 Euro betragen die Kosten allein für diese Maßnahmen. Von der Landeskirche Hannover als Eigentümer der Kirche werden sie komplett übernommen.

Noch könne der Gottesdienst in der Kirche abgehalten werden, sagt Ohlmann. Doch während der zweiten Bauphase im kommenden Jahr, müssen die Gläubigen für den Gottesdienst umziehen. Dann werden die Fenster herausgenommen und aufgearbeitet, die Kirche muss geschlossen werden. Außerdem seien Natursteinarbeiten am Kirchenschiff vorgesehen, sagt Frank Wagner vom Amt für Bau und Kunstpflege der Landeskirche. Der Gottesdienst soll dann laut Ohlmann in der Marienkirche zu Marienstein gehalten werden. Außerdem gebe es Überlegungen, wegen der Waisenhauskapelle schräg gegenüber der Christuskirche beim Gräflichen Landsitz anzufragen. Im dritten Bauabschnitt, geplant 2014, ist laut Wagner die komplette Sanierung des Kirchturms vorgesehen. Solange bleibe die Baustelle überwacht und gesichert.

Um auch die Sakristei erneuern zu können, hat sich die Kirchengemeinde etwas einfallen lassen: „Das sind 12 000 Ziegel“, weist Ohlmann auf die üppigen Pakete mit neuen Ziegeln hinter dem Bauzaun. Daneben liegt ein Stapel der alten Ziegel, die bereits abgedeckt sind. Einen Teil davon will die Gemeinde verkaufen, mit oder ohne Signatur des Pastors. Den Erlös – gebraucht werden rund 5000 Euro – will sie für die Sakristei benutzen. Denn für Innensanierungen, allein der Schönheit dienlich, zahle die Landeskirche nichts, erklärt Wagner. Den Plan, auch den Kirchplatz schön zu gestalten, habe der Flecken zunächst auf Eis gelegt, sagt Ohlmann.

Erst wenn die Kirchensanierung abgeschlossen ist, will der Flecken den Platz im Rahmen der Städtebausanierung angehen. Und zum 110-jährigen Bestehen der Kirche 2014 soll alles zusammen fertig werden. Denn dann soll auch gefeiert werden.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 13. September 2012.

Foto: Peter Heller.

"Supergrabung"

Der Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg hat das Potenzial, zu einer von „Deutschlands Supergrabungen“ zu werden. So bewertet Konservator Stefan Amt von der baulichen Denkmalpflege im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Hildesheim die Lage. „Das bringt Öffentlichkeit“, erwartet er. Schon jetzt sei das Interesse groß. Findet man tatsächlich den vermuteten Kirchbau, ist er älter als der Dom in Hildesheim.

„Was die Historie in der Erde vermuten lässt, das können wir nicht ignorieren“, sagte Astrid Klinkert-Kittel, Bürgermeisterin der Gemeinde. In den vergangenen Monaten habe der Flecken intensive Gespräche mit der kirchlichen wie der weltlichen Denkmalpflege geführt. Nur Probegrabungen könnten jetzt Aufschluss darüber geben, was am Stiftsplatz tatsächlich gewesen sei. So werde die geplante Umgestaltung im Rahmen der Altstadtsanierung verschoben, berichtete sie in der gemeinsamen Sitzung von Ortsrat Nörten und Sanierungsbeirat und zahlreichen Bürgern. „Die Hütte ist voll“, hatte sie angesichts des gut gefüllten Saals zu Beginn der Sitzung bemerkt. Viele Nörtener wollten wissen, welcher Schatz sich in ihrem Wohnort verbirgt.

Mögliche Fehler

„Warum hat man bei den Planungen nicht gleich die Denkmalpflege miteinbezogen“, fragte Anneli Rodemann-Sommer (CDU) aus dem Ortsrat. Ein Teil der Pläne sei jetzt Makulatur, man hätte sie sich vielleicht ersparen können. 2001 und 2008 sei bei der Denkmalpflege nachgefragt worden, hieß es aus der Verwaltung. Konservator Amt räumte mögliche Fehler im Bistum Hildesheim ein. Erst im Sommer 2012 sei man dort über die Pläne informiert worden.

Für die Probegrabungen auf dem Stiftsplatz werde derzeit an eine Zusammenarbeit mit der Universität gedacht. Allerdings sehen Amt wie Klinkert-Kittel die Gefahr, dass dann die Zeit davon läuft. Spätestens 2014 laufe die Förderung im Rahmen der Stadtsanierung aus, erwartet Klinkert-Kittel. Auch für die archäologischen Untersuchungen hofft sie auf Fördertöpfe. Denn „wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“, antwortete sie Inge Rauschning (CDU) vom Ortsrat auf die Frage, wer für die Kosten aufkomme.

Unterlagen aus Landesarchiv

Dass etwas südlich der heutigen Kirche Fundamente eines früheren Kirchbaus – dem ersten von dreien – in der Erde ruhen, darauf weisen viele Zeichen. Im Niedersächsischen Landesarchiv in Hannover hat Stefan Amt entsprechende Unterlagen gefunden. Für verlässlich hält er einen Plan aus dem Grundsteuerkataster von 1871.

„Man kann heute in den Boden gucken, ohne einen Spaten anzufassen“, beschrieb der Konservator in der Sitzung und zeigte das Fahrtraster der georadiologischen Untersuchung: Mitte Januar wurde sie auf dem Stiftsplatz durchgeführt. Verfärbungen lassen Funde erahnen, jetzt sind Probegrabungen angesagt. Für mehr Sensibilität für das Thema plädierte ein Zuhörer. Immerhin gebe die Situation am Stiftsplatz die Chance für mehr Identifikation mit Nörten.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 13.03.2013.

Sanierung des Altdorfes wird vorgezogen

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Der Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg: Die Umgestaltung wird verschoben.

Die Umgestaltung des Stiftsplatzes wird verschoben, weil sich dort vielleicht ein Schatz verbirgt – Reste der Pfarrkirche St. Martin wahrscheinlich aus der Mitte des 8. Jahrhunderts und damit die älteste Kirche Norddeutschlands.

Um im Rahmen der Altstadtsanierung die Fördermittel auszunutzen, soll die Sanierung von Straßen im Altdorf vorgezogen werden. Vorbild sind Lange Straße und Hagenstraße. 455 000 Euro soll die Sanierung kosten. Der Ortsrat sprach sich jedenfalls dafür aus.

Gleichzeitig sollen Schmutz- und Regenwasserkanal erneuert werden. 15 000 Euro kommen dabei Bauamtsleiter Ralf Schlemm zufolge auf den Flecken für die Schmutzwasserleitungen zu, 85 000 Euro sind es im Bereich Regenwasser.

Der Löwenanteil entfalle auf die Hausanschlüsse. Für rund 65 000 Euro sollen 450 Meter Trinkwasserleitung einschließlich der Hausanschlüsse ausgetauscht werden. Je nach Befund können laut Schlemme auch Kosten auf Anlieger entfallen.

Eine Information der betroffenen Bürger ist am Dienstag, 26. März, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses geplant. So schnell wie möglich solle die Maßnahme begonnen werden, sagte Schlemme in der gemeinsamen Sitzung von Ortsrat und Sanierungsbeirat: Noch in diesem Jahr wolle man fertig werden.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 18.03.2013.

Foto: Jan Vetter.

Weblinks