Naturpark Münden

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Werratalbrücke im Naturpark Münden

Von Adelebsen bis zu den Toren Kassels, im Westen durch die Weser begrenzt, im Osten parallel zur Autobahn 7 von Groß Ellershausen bis Friedland – auf einer Fläche von 44950 Hektar Größe erstreckt sich der Naturpark Münden. Bereits 1959 gegründet war er damals der fünfte Naturpark in Deutschland überhaupt. Und ob man nun die Wälder und Landschaften genießen möchte, oder einem der Sinn nach Aktivitäten wie Wandern, Radfahren oder dem Besuch von Sehenswürdigkeiten wie Kloster Bursfelde steht – das gut 700 Kilometer weite gekennzeichnete Wegenetz führt zu zahlreichen Natur- und Kulturschönheiten.

„Sanften Tourismus, Naturschutz und Landschaftspflege in Einklang zu bringen.“ So beschreibt Geschäftsführer Rolf Clauditz die Zielsetzung des Vereins Naturpark Münden. Vielfältig sind die Aufgaben, die der rund 315 Mitglieder zählende Verein unter Vorsitz von Landrat Reinhard Schermann übernimmt. Unter Leitung des Naturparks wird derzeit die Nieme in ihrem ursprünglichen Auensystem renaturiert. Die gesamte Planung liegt vor, berichtet Clauditz. Beispielsweise seien mittlerweile die in dem Fließgewässer künstlich angelegten Schwellen zurückgebaut. Vor allem kümmert sich der Verein um die Pflege von etwa 70 Kilometer Länge des Wegenetzes, repariert Brücken, stellt Schautafeln auf, hält Parkplätze in Schuss, ist bei Amphibiensammelaktionen dabei. Die Finanzierung des Vereins läuft über Mitgliederbeiträge und Spenden, zudem gibt es derzeit vom Land jährlich rund 5000 Euro sowie 16000 Euro vom Landkreis Göttingen. Wie viele andere Bereiche ist auch der Naturpark von Kürzungen öffentlicher Gelder betroffen. So schrumpfte das Budget seit 2003 von 170000 Euro auf knapp 100000 Euro im Jahr 2005. Im gleichen Zeitraum gingen die Mittel für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen von 98000 auf 33000 Euro zurück. Drei ABM-Kräfte sowie ein Vorarbeiter werden derzeit noch beschäftigt.


Die Konsequenz der Kürzungen: „Es geht nur, indem man Aufgaben abspeckt“, verdeutlicht Clauditz. Nicht nur, dass ein Teil der Wege aus der Pflege genommen wurde. Auch Spiel- und Grillplätze werden abgebaut statt unterhalten. Zudem hält man sich beim Errichten von Naherholungseinrichtungen wie Bänken deutlich zurück. „Viele Dinge kann man einfach nicht mehr leisten“, sagt der Geschäftsführer. Dass der Verein statt des Baues von Brücken nun alternativ Trittsteine in Bachbette setzt oder Wege verlegt, spart nicht nur den Unterhalt von Brücken sondern kommt auch geänderten Ansprüchen in Tourismus und Naherholung entgegen: „Die Idealvorstellungen sind nicht mehr gerade Wege, sondern kleine verschlungene Pfade mit Ausblicken“, weiß Clauditz. Zum Programm gehören von Frühjahr bis Herbst Naturführungen an jedem Wochenende. Mit 20, 30 mitunter sogar bis zu 50 Teilnehmern würden die Führungen mit steigender Tendenz ausgesprochen gut angenommen. Neben Quellen- und Geologieführungen seien Kräuterwanderungen „der Renner“. Den Bereich Umweltbildung übernimmt mittlerweile komplett der Verein „Libellula“, der aus dem Verein Naturpark Münden hervorging. In einer erst jüngst konstituierten „Leader+“-Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Göttingen zu Belangen des Tourismus’ sieht Clauditz „eine gewisse Chance“. Die Akteure wollen ihre Kräfte bündeln, sich absprechen und ein gemeinsames Konzept erarbeiten. Denn: „Ob Wandervereine oder Naturpark – alle leiden unter Geldmangel.“