Negenborn

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Wappen von Negenborn

Negenborn ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Der Ort gehört zur Stadt Einbeck.

Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeister: Jürgen Cohrs

Lexikonteil

Allgemein

  • Einwohner gesamt (Stand 01/2007): 146. Davon sind 73 Einwohner männlich. 73 Einwohner sind weiblich.
  • Geographische Lage: 9° 55' Länge 51° 49' Breite.

Geschichte

In der Nordostecke des Landkreises Northeim liegt das Dorf Negenborn. Angeschmiegt an den südlichen Hang des mit prächtigen Buchen bestandenen Burgberges liegt es 185 Meter hoch. Wehrend stellt sich der 325 Meter hohe Burgberg kalten Nordwinden in den Weg. Am Südfuß der Volksburg, da wo eine Quelle reichliches, gutes Wasser spendet, haben wir den Anfang von Negenborn zu suchen. Sein Name erscheint zuerst in den Corveyschen Traditionen von 890 - 900. Ein »henricus de niginburne« wird in einer Urkunde von 1242 erwähnt. In den Nachrichten vom hohen und niederen Adel Deutschlands, A. v. Scheidt, erscheint ein Arthus v. Neghenborne um 1329 zum letzten Male. Das Geschlecht kommt nur kurze Zeit vor. Inzwischen war Negenborn, das zum Amt Salzderhelden gehörte, größer geworden. 1494 werden 3 Ackerleute und 7 Kötner verzeichnet. Die Einwohnerzahl betrug demnach ungefähr 50 Menschen.

Im ältesten Teil von Negenborn drängten sich die Häuser an den Brunnen, den »Born«, doch so, daß er im Norden ungefähr die Grenze bildete. Erst in neuerer Zeit sind die Gebäude zweistöckig in Fachwerk errichtet und die Bedachung in Sollinger Platten ausgeführt. Ein Teil des Hauses diente als Wohnung, der andere Teil als Stall und Scheune. Fast jedes Gehöft hatte sein kleines Backhaus. In späterer Zeit wurden gesonderte Ställe und Scheunen gebaut. Vom Ende des 18. Jahrhunderts wurde auch der Brink durch Anbauer besiedelt. Bis dahin erhob sich hier die kleine Kirche allein. Sie war aus Kalkstein hergestellt, ebenfalls der mit einem stumpfen Dach versehene Turm.

Innen zeigte sie ein Kreuzgewölbe. Sie stammt wohl aus dem 14. Jahrhundert. Urkundlich als erster Geistlicher wird im Jahre 1386 an der St. Laurentii Kirche Florinus de Hupeden als Plebanus in Negenborn ernannt, und Heinrich von Negenborn 1322 als Official der Alexandri - Probstei in Einbeck. Die Verbindung zum Stift wurde noch enger, als die St. Laurentii - Kirche jenem im Jahre 1476 »incorporiert« wurde. 1536 wurde aus dem Augustiner-Kloster in Einbeck ein Hermann Wolder an die hiesige Kirche berufen. Er ist der erste lutherische Pfarrer gewesen. Da das Alexandri-Stift um diese Zeit noch an dem alten Glauben festhielt, wird die Reformation einige Jahre später hier Eingang gefunden haben. Das Kreuzgewölbe in der Kirche wurde 1835 beseitigt. 20 Jahre später ist das Kirchenschiff erweitert. Der Turm, der einzustürzen drohte, mußte 1882 abgerissen werden. An seiner Stelle steht seit 1883 der jetzige Turm.

Von schulischen Angelegenheiten wird erst im Jahre 1689 berichtet. Im Nachtrag der Kopfsteuerliste des Amtes Salzderhelden vom gleichen Jahre heißt es unter Negenborn: »Der Schulmeister ist frey«. Dem Berichte nach wohnte er nicht hier, sondern in Einbeck. 1753 nennt das Pfarrbuch den Kötner Johann Christian Brakmann als Schullehrer. Er erteilte Unterricht in seinem Haus, das aber 1760 im Kriege abbrannte und dort stand, wo jetzt Gebäude Nr. 8 seinen Platz hat. Wo er unterrichtete, bis das jetzige Schulhaus um 1780 erbaut wurde, wird nicht erwähnt. Brakmann versah den Schuldienst bis zum Tode 1802. Nun folgen ohne Unterbrechung die Namen der Lehrer. 1860 wurde ein Erweiterungsbau nach Süden zu ausgeführt und darin das neue Klassenzimmer eingerichtet.

Von 57 Schulkindern 1865 sank die Zahl auf 19 im Jahre 1939. Evakuierungen von Städten und gefährdeten Gebieten während des zweiten Weltkrieges brachten uns Zuwachs an Schülern. Ihre Zahl war 1944 auf 45 angewachsen. Durch den Flüchtlingsstrom nach dem schrecklichen Ende 1945 waren 1948 sogar 106 Kinder zu verzeichnen. Ein zweiter Unterrichtsraum war erforderlich; er wurde 1951 hergerichtet.

Schlechte Verkehrslage, wenig Möglichkeiten für Rodungen und Urbarmachungen, fehlende Bodenschätze verhinderten die Entwicklung Negenborns. Es blieb ein kleines Bauerndorf mit nur einem Handwerker. In älterer Zeit nahm die Schafhaltung einen hervorragenden Platz ein. Um 1740 wurde mit dem Anbau der Kartoffel begonnen. 1880 bestellte der Bauermeister August Kappey zum ersten Male 10 Morgen mit Zuckerrüben. Eine große Erleichterung brachte den Bewohnern der Bau einer Wasserleitung im Jahre 1874. Mußte man doch bisher das Wasser für Mensch und Vieh vom »Born« holen. Der Verbindungsweg zwischen Negenborn und Volksen, der den Anschluß an die Landstraße nach Einbeck ermöglichte, war so schlecht geworden, daß man meist den Umweg über den Leineturm machte.

Da entschloß sich der jetzige Bürgermeister August Kappey, Abhilfe zu schaffen. 1909 wurde mit dem Bau einer Landstraße zwischen den beiden Dörfern begonnen. Weil auch eine teilweise Verlegung des alten Weges mit großen Erdverschiebungen nötig war, entstanden 42.000 Mark Baukosten, die zum größten Teil von Negenborn aufgebracht werden. Schon 1910 konnte die neue Straße dem Verkehr übergeben werden.

Eine Veränderung erfuhr das hiesige Landschaftsbild durch die 1869 begonnene und 1873 vollendete Verkoppelung. Viele Hohlwege, begleitet von dichten Hecken, verschwanden. Auch einige kleine Gehölze, die hier und dort verstreut lagen, mußten weichen. Der Bauer konnte seine zu größeren Flächen zusammengelegten Äcker auf gut ausgebauten und geradlinigen Feldwegen erreichen. Seiner Zeit weit vorausschauend, ließ der damalige Bauermeister August Kappey (1837 - 1905) gleich nach der Verkoppelung einige Feldwege mit Zwetschen- und Apfelbäumen bepflanzen. Er schuf dadurch seiner Gemeinde eine Einnahmequelle, die, nachdem der Sohn das Werk seines Vaters erweiterte und liebevoll förderte, im Herbst 1948 nach der Währungsreform den ansehnlichen Betrag von 8000 DM. erbrachte.

Durch beide, Vater und Sohn, wurde Negenborn zum Obstdorf des heimatlichen Kreises. Nachdem die Schafzucht zugunsten der Rindviehhaltung eingeschränkt war, begann man 1893 mit der Aufforstung des Altendorfer Berges.

  • Quelle: Wilhelm Meine

Links

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