Nienstedt

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Ortsteingang in Nienstedt
St. Martins-Kirche in Nienstedt

Nienstedt ist ein Ort im Landkreis Osterode. Nenstedt liegt im Harz. Der Ort, der etwa 50 Kilomter von Göttingen entfernt liegt, gehört zum Stadtgebiet von Osterode.

Aktuell

Personen und Organisationen

  • Die Freiwillige Feuerwehr besteht in Nienstedt seit über 75 Jahren.

Lexikonteil

Bevölkerungsentwicklung

  • 1689 lebten in Nienstedt 112 Einwohner, in 22 Häusern.
  • 1823 lebten im Ort 192 Einwohner in 41 Wohnhäusern.
  • Nach dem 2. Weltkrieg, wuchs die Einwohnerzahl von 304 im Jahr 1939 auf 551 im Jahr 1949, mit der Eingliederung der Flüchtlinge.
  • Im Ort leben heute 443 Einwohner (Stand 2001)

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1055 in einer Urkunde des Erzbischofes Lupold von Mainz. Seit dem 12. Jahrhundert gehörte Nienstedt zum Herrschaftsbereich der Welfen. Die Grundherrschaft hatten verschiedene Adelsfamilien und Klöster inne. So verfügten die Grafen von Northeim (ausgestorben 1144) sowie die Familien von Letgast (ausgestorben 1353), von Oldershausen und von Hardenberg über Rechte und Besitzungen in Nienstedt. Die Kirche in Nienstedt stellte das geistliche Zentrum des Sösetales dar. Zur Pfarrei gehörten neben dem Ort selbst auch noch Förste, Eisdorf (bis 1590) und Willensen (bis 1635).

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) kam es in Nienstedt zu Zerstörungen. Plünderungen und Kontributionen ließen die Einwohner verarmen. Gewalttaten durchziehender Truppen und Seuchen dezimierten die Bevölkerung. 1626 wurde das halbe Dorf, von Soldaten niedergebrannt. Neben der Landwirtschaft, die bis ins 20. Jahrhundert hinein den Haupterwerbszweig der Nienstedter darstellte, gab es auch schon verschiedene Handwerker im Dorf (z. B. Leineweber). Am Goldbach und in der nördlichen Gemarkung Schmelzhütten wurden im Mittelalter Schmelzhütten betrieben, die noch heute anhand der Schlackenreste nachweisbar sind.

Ein Dorfkrug, der der Familie von Hardenberg gehörte, lag in der Nähe der Sösefurt an der Straße von Osterode – Nienstedt – Echte / Leinetal. Diese Straße über den Westerhöfer Wald wurde zwischen 1843 und 1845 neu trassiert und ausgebaut. In diesen Jahren entstand auch erstmals eine Sösebrücke zwischen Nienstedt und Förste, die die Furt und den älteren Fußgängersteg ersetzte. Doch insbesondere seit dem Bau des Förster Sösedammes 1731/1732 wurde Nienstedt häufiger von Hochwasser betroffen.

Die Nienstedter St. Martins-Kirche wurde 1778 gebaut und zwischen 1987 und 1989 letztmalig renoviert. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde vermutlich um 1055 gebaut.

Im 19. Jahrhundert kam es durch die Ablösung und Verkopplung zu einer grundlegenden Neuordnung der Landwirtschaft in Nienstedt. Das hannoversche Ablösungsgesetz von 1831 erlaubte nun auch den Nienstedter Bauern, die verschiedenen Abgaben und Dienste durch hohe Geldzahlungen abzulösen. Die dienstpflichtigen Meier- und Kothöfe wurden dadurch in freie Bauernstellen umgewandelt. Von 1867 – 1880 erhielten die landwirtschaftliche genutzten Flächen in einem sogenannten Teilungs- und Verkopplungsverfahren einen neuen Zuschnitt.

1883 wurde wieder eine eigene Schule eingerichtet. Vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte es in Nienstedt eine eigene Schule gegeben, die jedoch nach der Zerstörung 1626 nicht wieder aufgebaut wurde. Mit der Gründung der Mittelpunktschule Sösetal in Förste 1961 / 1964 löste man die eigenständige Nienstedter Schule wieder auf.

Die Flurbereinigung 1959 – 1974 führte zu einer Neuordnung der Wirtschaftsflächen sowie des Wege- und Gewässernetzes im Bereich Nienstedt. 1972 wurde Nienstedt in die Stadt Osterode am Harz eingemeindet.


Links

Nienstedt im Internet