No Respect

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Beim Abschlusskonzert: Frontman Stevie.

No Respect ist eine Band aus Göttingen.

Die seit 1995 bestehende Band zählt zu den gewichtigsten Ska-Formationen Göttingens. Hunderte Konzerte hat die Band nicht nur im Landkreis Göttingen und im Landkreis Northeim gespielt, vier CDs veröffentlicht und diverse Sampler-Beiträge geliefert. Sie war mehrfach im Ausland auf Tour, ist mit zahlreichen Bands aufgetreten und hat sich eine Menge Fans erspielt.

Im April 2008 gibt die Band ihre Auflösung bekannt. In der Musa gaben sie ihr Abschluzsskonzert. Eine über Jahre gewachsene Band aufzulösen – das ist für Musiker und Fans ein bewegender Moment. Die Göttinger Skapunk-Band „No Respect“ stand jetzt genau an diesem Punkt: Nach 13 Jahren politischen Musikmachens, vier CDs und zahlreichen Gigs in Deutschland, Österreich und Italien verabschiedeten sie sich mit einem Heimspiel in der Musa.

Der letzte Gig in der bekannten Sechser-Besetzung – das muss unvergesslich werden. Die optimalen Voraussetzungen waren dazu gegeben: ein ausverkaufter Saal, treue Anhänger aus ganz Deutschland, Erinnerungsfotos aus den vergangenen Jahren und ein richtig guter Anheizer. Den hatte „No Respect“ mit der Passauer Band „Scrapy“, ebenfalls eine vielköpfige Gruppe mit Schlagzeug, Gitarren und Bläsern gefunden. Ihre Musik ist ein stimmig-geschmeidiger Skapunk mit einigen entspannten Reggae-Moves, Rocksteady-Beats und hartem Oi-Oi-Gebrüll. Das geht äußerst melodisch ins Ohr. Das Publikum vom jugendlichen Wilden bis zum gestandenen Wegbegleiter feiert schon nach 15 Minuten ausgelassen. Während draußen vor der Tür viele Angereiste ohne Ticket Frust schieben, herrscht drinnen Energie, Schweiß und Rhythmus, wohin man schaut. Frontmann Tom bringt mit seiner Stimme eindrucksvoll rauchigen Soul und kratzigen Punkgesang zusammen. Mit „No Respect“ brechen anschließend alle Dämme. Mit ihren fast durchgängig treibenden Uptempo-Stücken bieten sie mit gleicher Instrumentierung ein anderes Kaliber: härter, lauter, dröhnender eben. Unter Garantie steht bei den erfahrenen Punkrockern vor allem das anfangs verlautete Motto: „Spaß haben, tanzen, singen, saufen.“ Dass jeder Song nicht nur eine ausgelassene Party mit sich bringt, sondern vor allem politische Botschaften vermittelt, ist seit der Gründung von „No Respect“ nicht zu überhören. So lassen sie in „Salute“ alle Menschen hochleben, die sich gegen politische und soziale Ungerechtigkeit zur Wehr setzen, rufen zu „Confidence“ auf, sprechen sich für mehr gesellschaftliche Freiräume aus. Vor allem gilt: null Toleranz gegenüber Nazis. Wut gegen Mächtige Die Band ist sich bis heute treu geblieben, die Musik ist vielleicht seichter geworden, die Wut gegen die Mächtigen nicht. Mit Fäusten, Widerhall aus dem Reihen, Stage-Diving extrem und Hitzewellen bis in den letzten Winkel feiert Mann und Frau, Jung und Alt, vom gefärbten Iro bis zum Streifenhemd gemeinschaftlich, harmonisch und wild zugleich. Trotz guter Laune bleibt am Ende ein bisschen Wehmut. Als ein erfolgreiches Urgestein der Göttinger Punkszene wird „No Respect“ sicher vielfach vermisst werden. Doch vorerst gilt: nach dem Gig ist vor der Afterkonzert-Party, natürlich im Juzi. Die Nacht ist schließlich noch lang.