Oberharzer Wasserregal

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Teichkaskade Hirschlerteich-Pfauenteich

Das Oberharzer Wasserregal ist ein circa 200 Quadratkilometer großes Gebiet, das zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert zur Umleitung und Speicherung von Wasser angelegt wurde, um Wasserräder in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaus anzutreiben.

Heute gehört das Oberharzer Wasserregal zu den größten und bedeutendsten historischen bergbaulichen Wasserwirtschaftssystemen der Welt. Seit 1978 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Am 31. Juli 2010 kam die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe hinzu.

Der Name "Regal" leitet sich von Regalien her – den Hoheits- und Sonderrechten eines Königs. Zu ihnen gehörte (1158 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa erstmals schriftlich festgelegt) auch die Wasserversorgung. Diese war gerade im Harz von größter Bedeutung, da das Wasser im Mittelalter für den Abbau von Silber benötigt wurde.

Entstehung

Wasserwirtschaft um 1892

Vor mehr als 800 Jahren begannen Zisterziensermönche im Harz damit, die zahlreichen Teiche, Gräben und Wasserläufe anzulegen, um Wasserkraft für den Bergbau in der Region nutzbar zu machen. Das Oberharzer Wasserregal wurde dann hauptsächlich im 16. bis 19. Jahrhundert als ein System zur Umleitung und Speicherung von Wasser, das Wasserräder in den Bergwerken des Oberharzer Bergbaus antrieb, geschaffen.



Das Gebiet

Die Anlagen erstrecken sich über ein Gebiet von rund 200 Quadratkilometern im niedersächsischen Teil des Harzes, wobei die meisten Bauwerke im Raum Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee, Sankt Andreasberg, Buntenbock, Wildemann, Lautenthal, Schulenberg, Altenau und Torfhaus zu finden sind. Ein weiträumig vernetztes System, bestehend aus ehedem rund 140 Teichen, die sehr intelligent verbunden waren durch 500 Kilometer Gräben, 18 Kilometer hölzerne Wasserleitungen und 30 Kilometer unterirdische Gräben, die im Harz „Wasserläufe“ heißen.

Heutige Nutzung

Aktiv unterhalten werden heute noch 65 Teiche, rund 70 Kilometer Gräben und rund 20 Kilometer Wasserläufe sowie insgesamt 22 Wasserwanderwege. Die Wasserwanderwege sind zwischen 450 Meter und zwölf Kilometer lang. Die meist als Rundweg angelegten, themenorientierten Wanderpfade wollen einem die wasserwirtschaftlichen Bauwerke des Oberharzer Wasserregals näherbringen. Außerdem findet man entlang der Wege informative Schau- und Wappentafeln, die Sinn und Zweck der einzelnen Anlagen erläutern und Zusammenhänge klarmachen.

Der Unterhalt der heute noch betriebenen Anlageteile liegt rund 1,2 bis 1,6 Millionen Euro – getragen von einem Privatunternehmen, nämlich den Harzwasserwerken. Also nicht aus öffentlichen Geldern.



  • Quelle: Göttinger Tageblatt