Ortsfeuerwehr Göttingen-Weende

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Die aktiven Einsatzkräfte der Ortswehr Weende

Die Ortsfeuerwehr Weende zählt, nach eigenen Aussagen, zu den aktivsten Wehren im Stadtgebiet Göttingen. Die Einsatzkräfte stehen Tag und Nacht zur Verfügung , um den Mitmenschen im Brand- oder im Katastrophenfall hilfreich zur Seite zu stehen. Der Ortsteil Weende hat 17.821 Einwohner (Stand 31.12.2010), wo neben der Berufsfeuerwehr der Brandschutz sichergestellt wird.

Etwas Geschichte

Am 28. März 1885 fand sich ein kleiner Kreis von Männern zusammen, die erfüllt waren von der Idee, freiwillig eine dem Gemeinwohl nützende Aufgabe zu übernehmen. Damals war die Bewahrung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit noch angewiesen auf echten Einsatz der dazu bestimmten Menschen. Denn die uns heute bekannten technischen Mittel und Apparate waren bis dato nicht vorstellbar. Wer waren diese Männer, die etwas begannen, was sich durch Zeit und Wirren bis heute bewahrt und so oft bewährt hat?

Ausbildung für technische Hilfeleistungseinsätze

Nach dem Gründungsprotokoll wurde C. Becker zum ersten Hauptmann gewählt, und ihm folgten dann: H. Grüneklee, Jürgens, L. Dettmar, A. Gerke, B. Tetzler, K. Grote, Meyer, Tetzer, W. Süßmann, G. Hildebrandt und B. Wiegand als Wehrführer. Seit dem 19.10.1979 bis zum 19.10.2002 war Dieter Dederding der Ortsbrandmeister und Führer der Ortsfeuerwehr. Seit dem leitete Jan-Eric Loy die Geschicke der OF. Zwischen 2004 und Sommer 2009 war Andreas Eichner Ortbrandmeister und 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins Alt Weende. Zwischen Oktober 2009 und Februar 2011 wurde dann Timo Dedering zum Ortsbrandmeister und David Gottschalt zum dessen Stellvertreter gewählt. Inzwischen zeichnet sich wieder Jan-Eric Loy als Ortsbrandmeister, an seiner Seite Dirk Hampeis als Stellvertreter, für die Ortsfeuerwehr Weende verantwortlich.

Jährliches Osterfeuer an der Otto-Hahn-Straße

Mit welchen Problemen frühere Generationen bei der Brandbekämpfung konfrontiert wurden, zeigt sich, wenn wir uns erinnern, wie schnell damals die Flammen in den Holzkonstruktionen der Fachwerkgebäude Nahrung fanden. Brannte es also wirklich einmal in unserem Dorf, so gab es für das betroffene Anwesen kaum eine Rettung und auch die umliegenden Gebäude waren stets ernsthaft bedroht. Hinzu kam, dass im Vergleich zu heute mit recht einfachen Geräten gearbeitet werden musste und die von Pferden gezogene Feuerspritze meist nicht schnell genug an den Ort des Geschehens gebracht werden konnte, um wenigstens des Schlimmste zu verhindern.

Die Einsätze im Stadtgebiet werden in der Regel zusammen mit der Berufsfeuerwehr abgearbeitet

Dass die Gründer damals, wie auch die immer wieder nachkommenden Angehörigen der Wehr ihre Aufgabe wirklich ernst nahmen, beweißt uns die Tatsache, dass man sich immer bemühte, die technischen Neuerungen für die Wehraufgabe einzusetzen. So wurde um 1900 die erste Handdruckspritze angeschafft. Die Strahlhöhe und Strahlweite dieser Spritze betrug damals schon 28 - 35 Meter bei einem Wasserverbrauch von ca. 350 Liter je Minute. Um diese Wasserleistung aber zu erreichen, waren 24 Wehrmänner erforderliche die sich in drei "Achtergruppen" abwechselten. Im Jahre 1907 ging man noch mehr in die Höhe mit der Anschaffung einer mechanischen Schiebeleiter. Diese beiden Geräte sind noch heute vorhanden und auch funktionsfähig. Auch das Bewahren dieser alten, heute doch nicht mehr einsatzgerechten Geräte, gehört zur Tradition der Wehr. Als im Jahre 1907 der Ort Weende mit der Fertigstellung der Wasserleitung weiterkultiviert wurde, mag das für die Freiwillige Feuerwehr Weende eine bedeutsame Sache gewesen sein.

Brandeinsätze bilden heute nicht mehr das Hauptfeld der Einsätze

Die Ortsfeuerwehr heute

In dieser langen Zeit ist der Dienst des Feuerwehrmannes so vielseitig geworden, dass es heute schon lange nicht mehr ausreicht, nur einen Schlauch in die richtige Richtung halten zu können. Um den Einsatz der Feuerwehr effektiver zu machen, bedienen wir uns heute modernster Technik. Die Palette reicht von den Alarmsystemen bis hin zur Bekämpfung des Feuers. Trotz moderner Technik ist die Arbeit nicht ungefährlicher geworden. Ein Feuerwehrmann ist heute ein "allround-Talent" der im Brandfall mit Chemikalien und Kunststoffe und anderen Gefahren in Berührung kommt, die unsere Vorfahren noch nicht kannten. Sie mussten die zentrale Gasversorgung der Wohnhäuser, die Starkstromanschlüsse und Öltanks in den Kellern der Häuser nicht fürchten.

Heute sind rund 45 aktive Mitglieder im Dienst der Ortsfeuerwehr. Im Dienst, dass heißt: sind zu jeder Tag- und Nachtstunde bereit zum freiwilligen Einsatz, um anderen Menschen Gut und Leben zu retten, zu erhalten. Jeder Einsatz ist ein Einsatz des ganzen Mannes, also ein Einsatz seiner Gesundheit oder gar seines Lebens. Dienst heisst aber auch: Pflegen und Warten der Geräte, Kammeradschaft oder üben und weiterbilden. Alles freiwillig. Zur Verbesserung der Einsatztatik und als Austausch für den nicht mehr zeitgemäßen Rüstwagen, erhielt die Ortsfeuerwehr im Januar 2010 ein neues Löschgruppenfahrzeug 10/6 von der Stadt Göttingen zugeteilt. Außerdem stehen der Ortsfeuerwehr noch eine Tanklöschfahrzeug TLF 8/18, ein Mannschaftstransportwagen MTW und ein Anhänger mit 28 kVA Stromerzeuger zur Verfügung. Die Alarmierung der Kameraden und Kameradinnen erfolgt seit Dezember 2009 durch digitale Meldeempfänger (DME) und bei Großschadenslagen auch über die Sirenen im Ortsteil.

Kleine Einsatzstatistik

Hier einmal eine kleine Einsatzstatistik der Ortsfeuerwehr Weende, erstellt mit den Angaben aus dem Internetauftritt. Eine Gewähr und ein Anspruch auf Vollständigkeit sind allerdings nicht gegeben. Die Einsatzzahlen haben einen Stand vom 25.02.2012.

Einsatzarten / Jahre 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Brandeinsätze 25 30 17 35 25 26 22 22 22 21 1
Technische Hilfeleistungen 21 10 26 17 19 58 20 23 10 9 0
Fehlalarme / Einsatzabbrüche 0 0 1 3 1 6 9 3 4 0 0
Bereitschaften 4 2 3 4 4 7 5 11 9 0 0
Gesamteinsätze pro Jahr 46 40 44 55 45 97 56 58 45 30 1

Presse

Neubau von Feuerwehrhaus in Weende gefordert

Es ist schon absurd, wenn das Gebäude der Feuerwehr nicht der eigenen Unfallverhütungsvorschrift entspricht“, meint Rainer Kallmann (SPD). In der Sitzung des Ortsrats hat Ortsbrandmeister Jan-Eric Loy die „unzumutbaren Verhältnisse“ im Feuerwehrhaus von Göttingens zweitgrößtem Stadtteil angeprangert.

Weende. Das Gebäude ist 1934 aus Abbruchhölzern der örtlichen Brauerei errichtet worden und nach Einschätzung Loys nicht mehr sanierbar. Die Liste der „gravierenden Mängel“, die Loy vorträgt, ist lang. Die mangelhafte Wärmedämmung treibe die Heizkosten in „immense Höhen“. Die großen Feuerwehraustos passten nur mit eingeklappten Spiegeln durch die Tore. Würden sie im Halleninneren gestartet, stünden die Kameraden in Abgaswolken. Der Grund: Eine Absauganlage lasse sich aus baulichen Gründen nicht installieren. Die Toiletten stänken zum Himmel. Die Verwaltungsräume seien unzumutbar.

Großer Stamm an Aktiven

„Angesichts der wichtigen Rolle, die Weende im Konzert der Stadtfeuerwehren spielt, geht das so nicht weiter“, unterstützt Hans Otto Armold (CDU) Loy. Die Weender unterstützten im Notfall als erste die Klinikwache. Der Stamm an Aktiven, Jugendlichen und Kindern sei groß, ein kompletter Neubau unumgänglich. „Die Stadt muss ganz tief in die Tasche greifen“, fordert der Ortsbrandmeister.

„Göttingen soll in den Haushalt 2014 entsprechende Mittel einstellen“, verlangt Franc Pfahl (SPD). Das stößt parteiübergreifend auf Zustimmung. Ein entspechende Forderung wird einstimmig beschlossen. Um dem Nachdruck zu verleihen, will der Ortsrat sich zu seiner nächsten Sitzung in Feuerwehrhaus treffen. Die Politiker hoffen, dass es dann in dem schlecht isolierten Haus nicht mehr so kalt ist.

Standortsuche

Ein Problem werde die Suche nach einem geeigneten Standort sein, dämpft Arnold überzogene Erwartungen der Feuerwehrkameraden. Der große Parkplatz am jetzigen Standort lasse sich nicht überbauen, da er sich auf einer ehemaligen Müllgrube befinde. Loy berichtet, dass er die Stadt seit 2008 auf die sich zuspitzenden Probleme aufmerksam mache, bisher jedoch ohne Erfolg.

Göttinger Tageblatt, 25.02.2013

Weblink

Internetauftritt der Ortswehr Weende

Nachweise