Ortsumgehung Waake

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Spatenstich: Beim Baubeginn für die Ortsumgehung Waake stehen sich Befürworter und Gegner des Projekts gegenüber.

Umgehung Waake: Gellende Pfiffe bei Baubeginn

Waake. Begleitet von lautstarkem Protest haben am Freitag, 29. März 2010 Politiker beim Bauauftakt für die Ortsumgehung Waake zum Spaten gegriffen. Jahrzehntelang hatte es heftige Diskussionen um das Für und Wider der Verlegung der Bundesstraße 27 aus der Ortsdurchfahrt gegeben. Finanziert wird das 14,7-Millionen-Euro-Projekt mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Den Bau der 2,5 Kilometer langen Straße werteten Staatssekretäre Enak Ferlemann (CDU) vom Bundesverkehrsministerium und andere Redner als einen Schritt zu mehr Lebensqualität in Waake. Sie trafen am Ortsrand auf Umgehungsgegner. Diese versuchten die Reden der Politiker zu übertönen. Begleitet wurde die Demonstration von zahlreichen Polizisten.

Jubelschreie und Applaus auf der einen Seite, laute Pfiffe und Buhrufe auf der anderen. Die Umgehungstraße Waake entzweit das Dorf über den ersten Spatenstich hinaus. Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker, Vertreter von Verkehrsbehörden und etwa 200 Gäste haben gestern symbolisch den Startschuss für die neue Umgehungsstraße bei Waake gegeben. Für die einen war es ein großer Freudenmoment, auf den sie Jahrzehnte hingearbeitet haben. Für die anderen eine Fehlentscheidung und Grund für lautstarke Proteste.

Wenn die Bundesregierung im ländlichen Raum für viele Millionen Euro eine neue Straße baut, werde zum Spatenstich sonst der rote Teppich ausgerollt, kommentierte der parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) den Waaker Spatenstich. Proteste dieser Art und „so eine lustige Atmosphäre“ hätte er höchstens in Göttingen erwartet. Ferlemann und die anderen Redner ernteten aber nicht nur böse Zwischenrufe der etwa 70 Gegener der neuen Straße, sondern auch immer wieder viel Applaus von etwa 150 Befürwortern. Und mitten unter ihnen einige Göttinger, die auf Transparenten gleich für eine Südumgehung bei Göttingen Geismar warben. Schon im Ortskern wurden alle Gäste mit Spruchbändern an den Häusern begrüßt. Tenor: „Juchhu, endlich gehts los.“

Die neue Straße bringe den Waakern und auch vielen Pendlern Richtung Göttingen große Verbesserungen und mehr Lebensqualität, sagten sowohl Ferlemann als auch Oliver Liersch (FDP), Staatssekretär im niedersächsischen Verkehrsministerium. Die 2,5 Kilometer lange und 14,7 Millionen Euro teure Straße soll den Durchgangsverkehr auf der B 27 nördlich um Waake herum führen. Sie soll vor allem den Ortskern von Lärm, Gestank und häufigen Staus entlasten. Das Bundesverkehrsministerium hatte sie zuletzt als „vordringliches“ Projekt eingestuft, obwohl sie im Bundesverkehrswegeplan zunächst nur als „weiterer Bedarf“ angesehen wurde. Finanziert wird sie zu großen Teilen aus dem Konjunkturpaket II.

Die Gegner des Bauprojektes fürchten hingegen massive Einschnitte in die Natur entlang der Trasse durch Wald und Felder. Sie bezweifeln auch die veröffentlichten Angaben zum Verkehrsaufkommen und halten die neue Straße für unnötig. Außerdem prophezeien sie, dass die Straße am Ende eher 20 Millionen Euro kosten werde – und begruben eine entsprechende Summe Spielgeld gleich mit am Ort des Spatenstiches.