Otto-Hahn-Bibliothek

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Neugestaltet: Der Zeitschriftenraum der Otto-Hahn-Bibliothek.

Die Otto-Hahn-Bibliothek gehört zum Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Schöngeistiges neben Spezialliteratur

Manche Universitätsbibliothek wäre froh, hätte sie einen ähnlich vollständigen Bestand alter Zeitschriftenbände wie die Otto-Hahn-Bibliothek“, erklärt deren Leiter, Bernhard Reuse, nicht ohne Stolz. Die Instituts-Bibliothek des Göttinger Max-Planck-Institutes für Biophysikalische-Chemie hält rund 47 000 Monographien und 74 000 Zeitschriftenbände – darunter neben neuesten Titeln auch solche Klassiker wie die Annalen der Physik von ihrem ersten Band 1799 an – für Mitarbeiter des Instituts aber auch die Öffentlichkeit bereit. Die Bestände erstrecken sich inhaltlich über die Gebiete der Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Biochemie, Medizin und Neurowissenschaften.

Die wissenschaftliche Spezialbibliothek ist zusammen mit den anderen Göttinger Institutsbibliotheken der Max-Planck-Gesellschaft (MPG)vom Montag, 26. April, bis Mittwoch, 28. April 2010, Treffpunkt für die diesjährige Bibliothekstagung der MPG. Dazu werden etwa 120 Bibliothekare aus allen Einrichtungen der MPG sowie Vertreter der anderen Wissenschaftsorganisationen wie Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft erwartet. In den vergangenen zehn Jahren habe sich das Bibliothekswesen und die Informationsversorgung in der MPG rasant entwickelt, so Reuse. Aufgebaut wurde die Max-Planck-Digital-Library (MPDL), über die die Institute mit relevanten elektronischen Zeitschriften und Datenbanken versorgt werden. Die Weiterentwicklung dieser Versorgung und neue Projekte werden Inhalt der Tagung sein.

Auch in der Otto-Hahn-Bibliothek haben sich die Abläufe verändert. „Die Mitarbeiter bestellen über ein Web-Formular“, sagt Reuse. Artikel oder Monographien werden von einem der fünf Mitarbeiter der Bibliothek herausgesucht und dann als PDF-Dateien zur Verfügung gestellt. Ein großer Vorzug für die Wissenschaftler. Manchmal ein Nachteil für die Bibliothekare. Man bekomme die Kollegen nur noch selten „live“ zu sehen.

Der Umzug des ehemaligen Instituts für Strömungsforschung, jetzt MPI für Selbstorganisation und Dynamik, von der Bunsenstraße hoch auf den Fassberg, machte im Jahr 2009 umfangreiche Umbauten in der Otto-Hahn-Bibliothek nötig. Sie soll die Bestände des Instituts mit aufnehmen. Eine gewünschte bauliche Erweiterung wurde verworfen, beide Bestände müssen auf der bestehenden Fläche Platz finden. Die Monographien sind nun auf hohen verschiebbaren Rollregalen untergebracht, da demnächst noch rund 8000 Bände der Strömungsforschung dazukommen. „Auch die Systematik musste für die Zusammenlegung verändert werden“, erklärt Reuse. Neugestaltet sind außerdem der Zeitschriften- und ein Leseraum.

Eine Besonderheit ist neben den alten Zeitschriftenbänden – unser Schätze, so Reuse – ein Buchbestand aus dem Harnack-Haus. Dies war das Berliner Gästehaus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, aus deren Instituten 1948 zahlreiche Max-Planck-Institute hervorgingen. Im Harnack-Haus wurde schöngeistige Literatur zur Zerstreuung der Gäste angeboten. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Bände evakuiert und „landeten in Göttingen“ erzählt Reuse. Und so finden sich auch diese Bücher in einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek.