Parkinson-Zentrum Göttingen-Kassel

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Zwei Kliniken wollen gemeinsam die Erforschung der Parkinson’schen Erkrankung vorantreiben. Dafür haben die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und die auf Parkinson-Erkrankung spezialisierte Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel (PEKK) das Parkinson-Zentrum Göttingen-Kassel gegründet.

Das Risiko steigt mit dem Lebensalter: Meist erkranken Menschen über 65 Jahre an Parkinson.

In diesem neuen Parkinson-Zentrum arbeiten die UMG-Abteilungen Neurologie und Klinische Neurophysiologie sowie die neurologische Abteilung der PEKK eng zusammen.

Durch Prof. Mathias Bähr, Direktor der UMG-Abteilung Neurologie, ist das Zentrum eng an das Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft angebunden. Bähr erforscht am CMPB neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson.

Seit 1997 ist bekannt, dass das Protein alpha-Sinuklein dann zur Fehlfunktion von Nervenzellen führt, wenn der Eiweißstoff sich nicht in der üblichen Weise faltet. „Wir wollen verstehen, warum gerade dieser Stoff zur Schädigung führt“, sagt Bähr, dessen Team sich auf die Erforschung von Parkinson konzentriert, wenn auch die Eiweiß-Faltung ebenfalls andere neurodegenerative Erkrankungen betrifft.

Bähr hofft, „dass wir eines Tages die Toxität dieser Eiweißstoffe unterbinden können.“

In der klinischen Forschung beteiligt sich das Parkinson-Zentrum Göttingen-Kassel an Studien des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Helmholtz-Gemeinschaft.

Hierbei steht nach Angaben von Bähr die Untersuchung der Verlaufsform von Parkinson im Mittelpunkt. Weitere klinische und neurobiologische Studien werden durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt sind gemeinsame Lehrveranstaltungen für Studierende und ärztliche Weiterbildungen.

Patienten optimal versorgen

Die beteiligten Abteilungen mit Prof. Claudia Trenkwalder von der PEKK, Prof. Walter Paulus von der UMG-Klinische Neurophysiologie und Prof. Bähr von der UMG-Neurologie wollen eng vernetzt Patienten mit Parkinson-Syndromen optimal versorgen.

Dabei soll die Diagnostik verbessert werden, indem sie die bestehende Infrastruktur bei den bildgebenden Methoden gemeinsam nutzen. Dazu zählen spezifische kernspintomographische Methoden, spezielle Ultraschall-Verfahren oder sogenannte SPECT-Untersuchungen (Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie).

Die seit 1817 bekannte Erkrankung tritt bei den meisten Menschen im höheren Lebensalter auf. Bewegungsverlangsamung, Beschränkung des Bewegungsumfanges und Verringerung der Spontanbewegungen sind Kennzeichen. Viele Patienten leiden unter Muskelsteifigkeit oder auch Zittern in Ruhephasen, was zur deutschen Bezeichnung „Schüttellähmung“ führte.


  • Quelle: Artikel im Göttinger Tageblatt vom 8. März 2012.