Max Planck

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Plancks Wohnung im Hainholzweg 52
Plancks Wohnung in der Merkelstraße 12

Max Planck: dt. Physiker, Nobelpreis für Physik 1918, lebte von 1945 bis zu seinem Tode 1947 in Göttingen.

Die philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen schrieb 1884 für das Jahr 1897 einen Preis aus, den Planck mit seiner Studie "Das Prinzip der Erhaltung der Energie" gewann. Max Planck übernahm nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Göttingen die kommissarische Präsidentschaft der damaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG). 1946 übergab er das Amt an Otto Hahn und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Da die englische Besatzungsmacht einen Namenswechsel der durch die Beteiligung an Weltkrieg und Verbrechen gegen die Menschlichkeit diskreditierten KWG forderte, kam es am 11.9.1946 in Bad Driburg zur Umbenennung in "Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in der britischen Zone".

Vita

Max Karl Ernst Ludwig Planck wird am 23. April 1858 in Kiel geboren. Bereits mit neun Jahren verlässt er seine Geburtsstadt, als sein Vater, ein Professor der Rechtswissenschaft, an die Universität München berufen wird.

Obwohl man Planck vom Physikstudium abrät, da nach Ansicht seiner Lehrer in der Physik im Wesentlichen alles erforsch sei und es nur noch Lücken auszufüllen gäbe, studiert Planck Mathematik und Physik an der Münchener Universität. 1877 setzt er sein Studium an der Universität in Berlin fort, wo er unter anderem von Hermann von Helmhotz und Gustav Robert Kirchhoff unterrichtet wird.

Im Alter von 21 Jahren promoviert Planck in Berlin „Über den 2. Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie“. 1880 folgt die Habilitation „Über Gleichgewichtszustände isotroper Körper in verschiedenen Temperaturen“ an der Universität München. Fünf Jahre lang lehrt er in der bayrischen Landeshauptstadt als Privatdozent, und mit 27 Jahren folgt er dann einer Berufung als Professor für Theoretische Physik an die Universität seiner Geburtsstadt Kiel.

1887 gewinnt Planck den zweiten Preis (der erste wurde nicht vergeben) der Philosophischen Fakultät an der Georgia Augusta für eine Abhandlung über den Energiebegriff. 1892 wird er ordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Berlin.

In seine Berliner Frühzeit fällt der erste große wissenschaftliche Meinungsstreit des Forschers: die Auseinandersetzung mit der „Energetik“. Zuerst auf dem Gebiet der Thermodynamik tätig, widmet sich Planck ab Mitte der 1890er Jahre der Theorie der Wärmestrahlung, bei der er sich auf die Forschungsergebnisse mehrerer Physiker stützt. Auf dem Kirchhoffschen Gesetz der Hohlraumstrahlung und auf dem Wienschen Strahlungsgesetz baut Planck auf, als er die Energieverteilung im Normalspektrum der strahlenden Wärme untersucht. 1899 leitet er die von Wilhelm Wien für den kurzwelligen Teil des Spektrums gefundene Strahlungsverteilung ab, wobei er versucht, Denkweisen Maxwellscher Elektrodynamik mit solchen der phänomenologischen Thermodynamik zu verknüpfen.

Für den langwelligen Teil des Spektrums schlägt Lord Rayleigh 1900 eine andere Formel vor. Die genauen Messergebnisse der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt kann Planck mittels einer interpolierenden Formel gut beschreiben.

Zur Begründung seiner Formel stellt er sich die Strahlungsquelle als ein System von Resonantoren vor, über die die Energie mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit verteilt ist. Plancks revolutionäre Annahme ist, dass die Verteilung der Energie in kleinen diskreten Einheiten erfolgt, die er Quanten nennt.

Bei der Ableitung des richtigen Gesetzes der schwarzen Wärmestrahlung, des so genannten Planckschen Strahlungsgesetzes entdeckt er eine universelle Naturkonstante h, die als Plancksches Wirkungsquantum bekannt wird. Es widersetzt sich hartnäckig allen Bemühungen, es im Gefüge der Physik unter Beibehaltung der geltenden Lehrsätze unterzubringen und zwingt die Physiker zu einem radikalen Umdenken. Die nachfolgende Publikation von nur neun Seiten „Zur Theorie des Gesetzes der Energieverteilung im Normalspektrum“ wird zum Grundstein für die Quantentheorie. Die Physiker der Jahrhundertwende jedoch, soweit sie sich überhaupt um Plancks Quantenauffassung kümmern, begegnen der Theorie mit tiefem Misstrauen.

Die Einführung der Energiequanten ist eine unerhört kühne Annahme, widerspricht sie doch der Grundüberzeugung der klassischen Physik, wonach die Natur keine Sprünge macht. Ein ganzes Jahrzehnt hat es gedauert, bis die Quantenhypothese schließlich von einer größeren wissenschaftlichen Öffentlichkeit akzeptiert wird. Es zeigt sich, dass die Größe h der Schlüssel für das Verständnis der atomaren Vorgänge ist.

Plancks neuartige Einsicht revolutioniert das physikalische Denken und eröffnet der Physik den entscheidenden Zugang zum Verständnis vieler mikrophysikalischer Systeme. Die heutige Physik muss davon ausgehen, dass elektromagnetische Strahlung die Eigenschaften von Wellen und Teilchen in sich vereint und beschreibt sie mit der so genannten Quantenelektrodynamik. 1918 erhält Planck für die Begründung der Quantentheorie den Nobelpreis. Im selben Jahr wird er Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Bis zum Herbst 1926 ist Planck Professor an der Berliner Universität, dann tritt er in den Ruhestand. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens werden überschattet von der tiefen Sorge um die Zukunft der deutschen Nation und um den Fortbestand der deutschen Wissenschaft. Als Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) und als einer der Vorsitzenden der Berliner Akademie der Wissenschaften hat Planck wissenschaftspolitisch verantwortliche Stellungen inne.

In einem persönlichen Gespräch warnt Planck Adolf Hitler im Jahr 1933 vor den verheerenden Folgen der Entlassung von jüdischen und politisch missliebigen Wissenschaftlern. Er selbst bemüht sich, die Entlassung einzelner jüdischer Wissenschaftler durch Verzögerung zu entschärfen. Trotz Verbot organisiert er 1935 eine Gedenkfeier für seinen im Exil verstorbenen jüdischen Kollegen Shimon Haber.

Innerhalb der Familie kann Planck seinen Einfluss jedoch nicht geltend machen. Nach dem 20. Juli 1944 wird sein Lieblingssohn Erwin als Mitwisser der Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg verhaftet. Trotz eines Gnadengesuchs seines in der ganzen Welt bekannten Vaters wird der junge Mann im Januar 1945 hingerichtet.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird der in Berlin ausgebombte Planck von US-Offizieren nach Göttingen gebracht. Er wird erneut KWG-Präsident, 1946 sogar Ehrenpräsident der Gesellschaft.

Am 4. Oktober 1947 stirbt Max Planck in Göttingen. Er liegt auf dem Stadtfriedhof begraben. Eine Gedenktafel an seinem Wohnhaus in der Merkelstraße 12 erinnert ebenso an ihn wie der Name des Gymnasiums am Theaterplatz, das seit 1947 seinen Namen im Titel führt. Planck zu Ehren wird am 26. Februar 1948 die 1911 errichtete KWG in Max-Planck-Gesellschaft umbenannt.

Max Planck verstarb am 4. Oktober 1947 in Göttingen.

Nach Max Plank sind in Göttingen die Max-Planck-Straße und das Max-Planck-Gymnasium Göttingen benannt.


Links

Mehr Informationen über Max Plank bei wikipedia oder über eine Ausstellung der Max-Planck-Gesellschaft.

Literatur =

  • Sandra Czabania: Physikalisches Denken auf den Kopf gestellt. Göttinger Tageblatt, 27. Dezember 2002