Quartier am Leinebogen

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Das Quartier am Leinebogen ist ein Bauvorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads. Bis Ende 2012 sollen dort zwei Neubauten mit Platz für Gewerbe und Wohnen entstehen. Bauherr ist die Hannoveraner Immobilienfirma Delta Bau AG.

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Blick vom Stumpfebiel:das neue Quartier, wie es sich die Planer vorstellen

Die derzeit rund 100 Plätze weichen zwei Neubauten, die die Hannoveraner Immobilienfirma Delta Bau AG dort bauen will. Nach Auskunft von Delta-Bau-Vorstand Dieter Streicher ist ein Baubeginn im Mai 2011, spätestens im Juni vorgesehen. Nach dem weiteren Zeitplan sollen die Rohbauten bis zum Ende des Jahres stehen. Ende 2012 rechnet Streicher, dass das „Quartier am Leinebogen“ abgeschlossen ist.

Die beiden vier- beziehungsweise fünfstöckigen Häuser verfügen über zusammen 2600 Quadratmeter Fläche für Büros und Praxen sowie 1500 Quadratmeter für Einzel und Gastronomie. Zusätzlich sollen im südlichen Gebäude auf 1700 Quadratmeter 20 Mietwohnungen entstehen. Unter dem ehemaligen Stadtbadareal befindet sich dann eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen. Streicher nennt die Architektur der beiden Gebäude als „repräsentativ und funktional“.

Bei der City-Runde von Einzelhandelsverband, Pro City und Anzeigenblatt Blick erklärte Streicher am Montag, was seine Firma bewogen hat, 14 Millionen Euro in das neue Quartier zu investieren. „Lage, Lage, Lage.“ Sowohl die Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof als auch die Verkehrsanbindung durch die Stadtbuslinien seien ideal. „Das ist damit ein guter Standort für Ladengeschäfte.“

Stadtbaurat Thomas Dienberg machte während der City-Runde deutlich, dass es kurzfristig für die bereits ab April wegfallenden Parkplätze keinen Ersatz geben wird. Die Parkplatzkapazität der City mit dann rund 4000 Plätzen sei weiterhin ausreichend. Langfristig seien die Überlegungen zum Bau zwei neuer Parkhäuser nicht vom Tisch, sagte Dienberg.

Gleichzeitig sagte Dienberg, dass die Stadt mit den Bauarbeiten in ihrer Verantwortung – Brücke, Kanalufer, Stumpfebiel – im Herbst 2012 fertig sein will. 1,6 Millionen Euro investiert die Stadt in diesem Bereich.

Presse

Arbeiten im Zeitplan

Großbaustelle auf dem ehemaligen Stadtbadareal.

Inzwischen klafft eine tiefe Baugrube dort, wo sich jahrelang nichts tat: Die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Stadtbadareal haben begonnen, durch den milden Winter gehen diese auch planmäßig vonstatten, wie Sven Klingelhöfer, Sprecher der Firma Delta Bau aus Hannover bestätigt. Seit Anfang November bauen die Hannoveraner an ihrem neuen Quartier. „Am Leinebogen“ soll es heißen und mehr als 14 Millionen Euro kosten. Bis Mitte des Jahres soll der Rohbau stehen, sämtliche Arbeiten im ersten Quartal 2013 beendet sein. Derzeit verläuft der Baustellenbetrieb, wie Bauherr und die Stadtverwaltung gegenüber dem Tageblatt angeben, reibungslos. Leere Lkw fahren durch Weender Straße, Stumpfebiel und Mühlenstraße zur Baustelle, die beladenen Fahrzeuge durch die Straßen Am Leinekanal und Goetheallee. „Gründe für Beanstandungen oder Korrekturen gibt es keine“, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Für die Anlieferung von Beton sollen dann die Lkw durch Groner-Tor-Straße und Papendiek fahren.

Delta Bau plant auf dem Gelände zwei Wohn- und Geschäftshäuser. Nach Klingelhöfers Angaben liegt der Vermietungsstand bei den Gewerbeflächen derzeit bei 70 Prozent. Die Büroflächen seien vollständig vermietet. „Die letzte freie Bürofläche wurde an ein Software-Unternehmen vermietet“, sagt er. Bei den Einzelhandelsflächen gebe es noch „wenige Vakanzen“.

Die Stadt will mit der Umgestaltung des Stumpfebiel in den Sommerferien beginnen. Die neue Brücke über den Leinekanal soll je nach Baufortschritt im eigentlichen Baustellenbereich ab Herbst gebaut werden.

Künftig Robert-Gernhardt-Platz

Göttingen bekommt einen Robert-Gernhardt-Platz. Einstimmig haben die Mitglieder des Kulturausschusses einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung angenommen. Danach soll der neue Platz auf dem ehemaligen Stadtbadgelände zwischen Stumpfebiel und Waageplatz den Namen des Satirikers und Göttinger Elchpreisträgers tragen. Abschließend muss allerdings noch der Rat darüber entscheiden.

Mit der Widmung nach Robert Gernhardt werde die zentrale Innenstadtlage und künftige kulturelle Bedeutung des neuen Platzes auch namentlich hervorgehoben, heißt es in der Begründung der Verwaltung. Der Platz, da ist sich Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck sicher, werde ein neuer kultureller Treffpunkt. Nicht zuletzt durch die angrenzende Stockleffsche Mühle. Diese, so die Vorstellung der Verwaltung, soll künftig gastronomisch und für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Derzeit erarbeitet die städtische Wohnungsbaugesellschaft ein Nutzungskonzept für die Mühle. Bei dem künftigen „Kulturambiente“ des Platzes, auf dem, so die Vorstellung, künftig auch eine Gernhardt-Statue stehen könnte, setzt Schlapeit-Beck auch auf das ehemalige Gefängnis am Waageplatz. Wie das allerdings einmal genutzt werden könnte, steht noch nicht fest. Die Stadt hatte das Gebäude ursprünglich für rund 50 000 Euro vom Land gekauft, um darin eines von drei so genannten Wissenshäusern des überarbeiteten Museumskonzepts unterzubringen. Derzeit arbeitet die Stadt aber gemeinsam mit der Uni im Rahmen der Exzellenzinitiative daran, dieses Wissenshaus im Alten Auditorium zu verwirklichen.

Flankiert wird der künftige Robert-Gernhardt-Platz von zwei Wohn- und Geschäftsgebäuden, die die Delta Bau AG aus Hannover momentan baut. 14 Millionen Euro sollen sie kosten und „repräsentative und funktionale Architektur“ bieten, wie Delta-Bau-Vorstand Dieter Streicher bei der Vorstellung der Pläne für das neue Quartier „Am Leinebogen“ deutlich machte.

Seit dem Abriss des Stadtbades in 2002 lag das Gelände brach und wurde zuletzt als Parkplatz genutzt. 1998 wurde das alte Bad geschlossen, später abgerissen. 2009 erhielt Delta nach einem städtebaulichen Wettbewerb den Zuschlag von der Stadt.

Das abgerissene Stadtbad aus den 60er Jahren, für dessen Neubau das Stadtbad aus dem Jahr 1906 weichen musste, hat als eine von sieben „Göttinger Bausünden“ Eingang in Gernhardts Werk gefunden. „Der Vorgängerbau war ein Jugendstilbad, sehr schön, sehr rar, sehr eigen. Das brachte der Durchschnitt auf sein Niveau, anno sechzig. Der Rest ist Schweigen“, dichtete Gernhardt.

Katharina Lankeit (SPD) begrüßte den Verwaltungsvorschlag im Kulturausschuss und nannte Gernhardt einen guten Vertreter der Stadt Göttingen.

Büros vermietet, Bau bis 2013

Großbaustelle in der Göttinger Innenstadt: Noch stehen die Gebäude nicht, doch ein Großteil der Büro- und Ladenflächen ist bereits vermietet

Die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Stadtbadgelände zwischen Leinekanal und Stumpfebiel schreiten voran. Sie werden aber nach Auskunft des Investors Delta Bau AG noch bis zum Frühjahr 2013 andauern. Noch 20 Prozent der Einzelhandelsflächen sind frei. Die Wohnungsvermietung beginnt im Herbst.

Inzwischen, so berichtet Delta-Sprecher Sven Klingelhöfer, seien die Büroflächen in dem neuen Quartier Am Leinebogen voll vermietet. So sei für die vier Büroetagen im Nordgebäude mit einer Fläche von rund 2400 Quadratmetern je ein „langfristiger Mieter“ gefunden worden. Die Mieter stammten aus den Bereichen „öffentliche Hand, Recht, Informationstechnik und Consulting“. Auch die Einzelhandelsflächen in den Erdgeschossen seien inzwischen zu 80 Prozent vermietet. Es gebe nur noch „wenige Vakanzen“, so Klingelhöfer.

Hier kämen Mieter und Interessenten aus den Branchen Gastronomie, Geschenkartikel, Bank, Lebensmittel, Telekommunikation und Bekleidung. Die Vermarktung der 20 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen im Südgebäude soll im Herbst beginnen. Sie erfolge durch die Delta Fonds, die Hausverwaltungsgesellschaft der Delta Immobiliengruppe. Zusätzlich zu den beiden Gebäuden baut die Delta AG darunter eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen. Rund 14 Millionen Euro will das Unternehmen investieren.

Die Stadt Göttingen will ab Sommer die Straße Stumpfebiel zwischen Weender Straße und Mühlenstraße sanieren. Die Erneuerung der Straße sei Bestandteil „verschiedener Maßnahmen zur Aufwertung der nördlichen Innenstadt“. Vor allem der nördliche Abschnitt sei wesentlich für eine neue Fußwegverbindung von der Innenstadt zum Bahnhof, die künftig über das ehemalige Stadtbadgelände und den Waageplatz führen soll. Bei der Gestaltung von Fahrbahn und Gehweg setzen die Planer auf das bewährte Konzept, das schon in anderen Straßen der Innenstadt zum Einsatz kam.

Die Gesamtkosten beziffert die Verwaltung auf rund 710 000 Euro. 355 000 Euro könnten nach dem Kommunalabgabengesetz auf die Anlieger umgelegt werden. Bei einer Teilfinanzierung von rund 153 000 Euro aus Mitteln des europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) müsste die Stadt sich an den Umbaukosten mit rund 202 000 Euro beteiligen.

Die Stadt ist auch für den Bau und die Finanzierung einer Brücke über den Leinekanal zuständig, die den Waageplatz künftig mit dem neuen Robert-Gernhardt-Platz auf dem ehemaligen Stadtbadareal verbindet. Sie ist Teil der neuen Wegeverbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof.

Richtfest

Richtfest am Leinebogen: Auf dem künftigen Robert-Gernhardt-Platz entstehen zwei neue Gebäude.

Der Neubau auf dem ehemaligen Stadtbadareal im Stumpfebiel schreitet voran. Am Freitag feierten Handwerker, Architekten, Investoren und Vertreter der Stadt Richtfest für die beiden neuen Gebäude. Rund 14 Millionen Euro will das Unternehmen Delta Bau AG insgesamt investieren.

„Göttingen hat lange auf die Entwicklung dieses Gelände gewartet“, sagte Investor Dirk Streicher, Vorstand der Delta Bau AG aus Hannover. Er gehe derzeit davon aus, dass die Bauarbeiten an den Gebäuden wie geplant im Frühjahr 2013 abgeschlossen sein werden. Im November 2011 war auf dem Gelände, das künftig Robert-Gernhardt-Platz heißen wird, Baubeginn. Die Delta Bau AG hatte das Areal 2010 von der Stadt Göttingen gekauft. Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) lobte die „gelungene Baumaßnahme“.

Er sei froh, dass nach einer zwölfjährigen Brache auf dem Gelände nun ein neues Quartier entstehe. Während im Nordgebäude auf vier Etagen und mehr als 2400 Quadratmetern Büroflächen entstehen, entstehen im Südgebäude 20 Mietwohnungen mit einer Wohnfläche von zusammen knapp 1800 Quadratmetern. Rund 1500 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sind geplant, von denen ein kleiner Teil noch nicht vermietet ist. Die Vermietung der Wohnungen soll im Herbst beginnen. Die Büroflächen sind komplett vermietet. Zusätzlich baut Delta eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen. Rund 14 Millionen Euro will das Unternehmen investieren.

Derweil bemängelt die CDU/FDP-Gruppe im Rat der Stadt den jahrelangen Stillstand auf dem direkt angrenzenden Grundstück der Stockleffmühle. Sie fordert nun, „alle Arbeiten zur Bestandserhebung schnell abzuschließen, so dass das denkmalgeschützte Mühlengebäude umgehend verkauft werden kann, um die dringend notwendigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten beginnen zu können“, heißt es in einer Mitteilung. Der historische Rahmen und die Lage böten gute Perspektiven für eine gastronomische Nutzung. Meyer kündigte gestern an, dass die Mühle „demnächst“ entkernt werden, um die Möglichkeiten einer gastronomischen Nutzung zu untersuchen.

  • Quelle: Artikel von Michael Brakemeier im Göttinger Tageblatt vom 22. September 2012.
  • Foto von Christina Hinzmann, erschienen im Göttinger Tageblatt vom 22. September 2012.