Radrennbahn am Sandweg

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Stark frequentiert am Eröffnungstag: die sanierte Radrennbahn am Sandweg.

Die Radrennbahn am Sandweg wurde im Mai 2011 wiedereröffnet.

200 Rennradfahrer umkurvten am Eröffnungstag die grüne Rasenfläche, genau wie die Radsportprofis in den 50er Jahren.

Radrennbahn am Sandweg eröffnet

Normalerweise sind es Fußballer, die im SVG-Stadion am Sandweg für Aufsehen sorgen. Nicht so am vergangenen Sonnabend, denn da haben mehr als 200 Rennradfahrer die grüne Rasenfläche umkurvt. Grund dafür war die offizielle Eröffnung der Radrennbahn, die Tuspo Weende in Eigenregie saniert hatte. Bei Sonnenschein und Livemusik standen nicht nur Wettkämpfe auf dem Programm, sondern auch viele Einlagerennen.

„Das war eine Radsportparty. Ich ziehe meinen Hut davor, was Göttingen auf die Beine gestellt hat“, lobte der westfälische Radsportmoderator Henning Tonn, der vor allem von der „Vielschichtigkeit des Programms“ angetan war. Zum Höhepunkt avancierte neben den Kinder- und Verfolgungsrennen das Duell „Mensch gegen Maschine“: Vor rund 400 Zuschauern trat der Lizenzfahrer Julian Sinske über eine Runde gegen ein Gokart an und rettete seinen Startvorsprung knapp ins Ziel. Beim Schlussspurt habe er fast sechzig Stundenkilometer auf dem Tacho gehabt, so der 26-Jährige.

Einen heißen Reifen fuhr auch die Derny-Truppe aus Hannover, die den Pedaleuren auf leichten Motorrädern Windschatten spendete. Bis auf wenige Zentimeter sogen sich die Radfahrer an die motorisierten Zweiräder heran – so dicht, als wären sie durch ein unsichtbares Seil miteinander verbunden. „Das knattert, ist ordentlich schnell und sieht spektakulär aus“, hatte Tuspos Radsportabteilungsleiter Holger Buch eine Erklärung für den Zuschauerzuspruch parat.

Jung gegen Alt, blaue Trikots gegen rote, Trainer gegen Youngster hieß es bei den Verfolgungsrennen für Viererteams, die auf ihrer Distanz von fünf Runden einen gesunden Ehrgeiz entwickelten. Den Wettkampf um die schnellste Rundenzeit gewann unterdessen Tuspos Topfahrer Frieder Uflacker, der nach fliegendem Start für die 400 Meter weniger als 25 Sekunden benötigte.

Dass, wie Rennmoderator Tonn erklärte, „hier und da improvisiert werden musste“, liegt nicht zuletzt daran, dass das Velodrom von 1990 bis 2010 außer Betrieb war. Die weitreichende Tradition der 1954 erstmals eröffneten Radrennbahn griff auch Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne) in seiner Eröffnungsrede auf: „Geschichte wiederholt sich“, sagte er – und nahm damit Bezug auf die Tatsache, dass das Oval bereits 1974 durch eine aufwändige Neusanierung wiederbelebt worden war. Das Fazit von Abteilungsleiter Buch, der sich als Initiator des Sanierungsprojekts vor allem wünscht, „dass die Bahn in Zukunft mit Leben gefüllt wird“, war durchweg positiv. „Viele Göttinger fühlen sich an die alten Zeiten erinnert“, verdeutlichte er, bevor er von einem älteren Duderstädter berichtete, „der beim Anblick der neuen Bahn fast Tränen in den Augen gehabt hat“.