Radschnellweg

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Von Rosdorf quer durch Göttingen und möglicherweise bis nach Bovenden soll ein Radschnellweg gebaut werden. Das ist jedenfalls die Idee der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg, mit der im Wettstreit der Regionen gepunktet werden soll. Die Radautobahn wäre jedenfalls bundesweit einmalig.

Eine vom Bund geförderte Machbarkeitsstudie der Metropolregion liegt schon vor. Von zunächst sechs Routen wurden für drei besonders geeignete Routen (Garbsen – Hannover, Rosdorf – Göttingen, Wolfenbüttel – Braunschweig) Kostenschätzungen vorgelegt. Landkreis und Stadt begrüßen das Vorhaben, allerdings fehlt noch ein passender Fördertopf auf Bundes- und Landesebene, um das Projekt schrittweise verwirklichen zu können. An Radschnellwege werden besondere Qualitätsanforderungen gestellt: Sie sollen insbesondere ein zügiges Fahren und geringe Zeitverluste durch Anhalten und Warten an Knotenpunkten ermöglichen – Vorfahrt für den Radverkehr. Aus Sicht der Metropolregion ist die Zeit für Radschnellwege reif. Viele Kommunen seien dabei, ihre Klimaschutzprogramme zu erarbeiten, da passe der Radverkehr gut hinein.

In der Studie wird auf Radschnellwege in den Niederlanden als Vorbild hingewiesen mit frei geführten Radwegen in hoher Qualität, kreuzungsfrei mit Rastplätzen und mobilem Reparaturservice. Durch Radschnellwege soll im Wesentlichen der Alltagsradverkehr in Ballungs- und Verdichtungsräumen bessere Bedingungen erhalten. Die Regelbreite sollte vier Meter betragen mit gesicherten Straßenquerungen und kurzen Wartezeiten sowie regelmäßiger Reinigung und Winterdienst.

Mit detaillierten Vorschlägen zum Ausbau beispielsweise mit Minikreiseln und Aufpflasterungen auf Nebenstraßen kommen die Planer auf Gesamtkosten in Rosdorf und Göttingen von 2,7 Millionen Euro. Unüberwindliche Hindernisse sehen sie nicht. Die Routen verliefen auf bestehenden Wegen und seien in die Radverkehrsnetze der Kommunen integriert, so Stadtbaurat Thomas Dienberg und Kreisrätin Christel Wemheuer. An einer Fortsetzung über den Helleweg, einem Wirtschaftsweg, nach Bovenden gibt es noch Zweifel. Schon jetzt gebe es dort Konflikte zwischen Landwirtschaft und Radfahrern, sagte der Bovender Kreistagsabgeordnete Reinhard Schmidt (FDP). Er glaubt, die alte B 3 sei besser geeignet.

Der politische Wille in den beteiligten Kommunen ist jedenfalls da, so auch in einer gemeinsamen Ausschusssitzung von Stadt und Landkreis Göttingen und den beteiligten Gemeinden. Eine gemeinsame Absichtserklärung wurde jetzt von den Bauausschüssen von Landkreis und Stadt verabschiedet. Ziel ist, das gemeinsame Interesse an einer Fortsetzung der Planung bis zur Umsetzung des Radschnellweges Rosdorf – Göttingen – mit Verlängerungsoption nach Bovenden zu dokumentieren. Die Verwaltungen sollen mit Unterstützung durch die Metropolregion beim Land und beim Bund für eine Förderung dieses Vorhabens als Pilotprojekt werben. Gesetzt wird auf eine Aufnahme von „Radschnellwegen“ in den Nationalen Radverkehrsplans, um an Geld zu kommen.

Die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg entwickelt sich als eine von elf deutschen Metropolregionen von europäischer Bedeutung zu einer Kooperationsplattform. Mit Vernetzung ökonomischer, wissenschaftlicher und kultureller Potenziale sollen Kräfte gebündelt werden, um sich im nationalen und internationalen Standortwettbewerb zu behaupten. Die Metropolregion GmbH wird derzeit von einem Verein der Kommunen, einem Verein der Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen und einem Verein der Wirtschaft getragen.