Reiffenhausen

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Reiffenhausen

Reiffenhausen wurde 1118 erstmals urkundlich erwähnt und liegt in einem großen Talkessel, umgeben von bewaldeten Hängen. Das Ortsbild ist von Fachwerkhäusern geprägt. Die durch das Dorf verlaufende Bachstraße ist in Ortsmitte platzartig erweitert. Der baumbestandene Thie und die Kirche im Ortskern sind von einer Sandsteinmauer umfasst.

Aktuell

Personen und Organisationen

Bioenergiedorf Reiffenhausen GbR

Gegründet am 20.03.2007 mit Ziel ein Nahwärmenetz auf der Basis der Erzeugung von Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen.

Lexikonteil

Einwohner: 715 (Stand: März 2007)

Gesamtgröße: 9,31 km²

Wappenbeschreibung

Auf schwarzem Grund ist schräg ein silbener Bogen ohne Sehne dargestellt.

Heimatmuseum

Riesig: Ortsbürgermeister Bernd Magerkurth mit einer handbetriebenen Waschmaschine aus dem Jahr 1900.

Der alte Elektro-Sicherungskasten hat es nicht weit gebracht. Früher hing er am Kühlaggregat, jetzt steht er als Ausstellungsstück im Regal. Örtliche Elektriker, so Ortsbürgermeister Bernd Magerkurth, hätten sich am musealen Stück schon erfreut. Der Uralt-Schaltkasten mit Porzellansicherungen ist eines von vielen Ausstellungsstücken, die von morgen an im neuen Heimatmuseum Reiffenhausen zu bestaunen sind. Dort, wo seit 1963, als das Dorfgemeinschaftshaus erbaut wurde, 150 Kühlfächer für das ganze Dorf standen, ist jetzt auf 100 Quadratmetern ein Museum entstanden. Es birgt die Schätze, die der vor drei Jahren ausgeschiedene Ortsheimatpfleger Kurt Stenske in 20 Jahren zusammengetragen hat. Hinzu kommen Stücke, vor allem historische Handwerksgeräte, die erst durch einen Aufruf als Spende hinzugefügt wurden sowie eine Sammlung historischer Waagen und Gewichte, eine Leihgabe des Ortsbürgermeiters.

Man schrieb 2007, als Stenske aufhören musste und im DGH das Kühlaggregat kaputt ging. Wirtschaftlich war das Gefrierhaus nicht mehr zu betreiben; es wurde geschlossen. Stenske wiederum bat, die in seiner Scheune gelagerte Sammlung historischer Gegenstände anderswo unterzubringen. Eine Arbeitsgruppe des runden Tisches Reiffenhausen beschloss, die von der Gemeinde freigegebenen Räume des Kühlhauses zum Museum umzubauen. Und in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit geschah das auch.

Jetzt stehen Kühlschränke mit Echteis-Kühlung neben aufgearbeiteten Kanonenöfen, Röhren-Fernseher neben verschnörkelten Nähmaschinen. Eine komplette Küche ist eingerichtet worden, daneben ein schön gedeckter Wohnzimmertisch. Dass es im Ort Handwerker wie Böttger, Korbmacher und Tabakverarbeiter gab, zeigen deren alte Utensilien. Sogar ein Ziegengeschirr hängt an der Wand. Im zweiten Raum bewahren Vereine und Ortsrat Chroniken, Dokumente und historische Fahnen auf.

Stromspardorf: Artikel im Göttinger Tageblatt

„Gewonnen haben wir alle“, sagte Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts (parteilos) bei der Auszeichnung der Dörfer, die Strom gespart haben. Bollensen, Elbingerode, Heckenbeck und Reiffenhausen wurden am Montagabend als Sieger gekürt.

Sie haben eine Fotovoltaikanlage für eine Dorfgemeinschaftseinrichtung gewonnen, die ansässigen Netzbetreiber haben sie einen Großteil gespendet. Weil die Organisatoren des Stromspar-Wettbewerbs im vergangenen Jahr beim Landeswettbewerb „Klima kommunal 2012“ 5000 Euro gewonnen hatten, konnten sie vier statt drei Dörfer prämieren. Sehr dicht lagen die Ergebnisse beieinander.

18 Dörfer sind dabei

18 Dörfer machten beim Wettkampf der Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode „Unser Dorf spart Strom“ mit. 32 waren anfangs angetreten, viele konnten aber die Vorgaben nicht erfüllen. Über sechs Monate musste in den Orten der Pro-Kopf-Verbrauch in zwei selbst organisierten Ablesungen dokumentiert werden. Mindestens die Hälfte aller Bürger aus den Ortschaften mit 100 bis 1500 Einwohnern musste dabei mitmachen.

Gewonnen haben die Dörfer, die am wenigsten Strom verbrauchten. „Die teilnehmenden Dörfer haben uns vorgemacht, dass Strom sparen geht, wenn wir nur wollen“, sagte Sjuts in seiner Begrüßung. „Strom sparen tut nicht weh, ist nicht allzu kompliziert, und wir können es alle machen“, ergänzte Northeims Landrat Michael Wickmann (SPD).

„Gewonnen haben wir alle“

„Nichts ist so mächtig, wie eine gute Idee, deren Zeit gekommen ist“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Mit Strom aus erneuerbaren Energien würden jetzt 25 Prozent des Gesamtbedarfs abgedeckt. Anfang der 80er-Jahre habe man geglaubt, dass es unmöglich sei, mehr als drei Prozent des Verbrauchs daraus zu liefern.

Wenzel sprach dem Einsparen von Strom einen doppelten Nutzen zu. Zum einen habe man weniger Kosten, zum anderen ergebe sich ein ökologischer Vorteil. Ganze Dörfer hätten sich für den Wettbewerb auf den Weg gemacht. Auch bei Betrieben sah der Minister noch große Sparpotenziale.

„Gewonnen haben wir alle“ – Sjuts’ Spruch haben die Ausrichter wörtlich genommen und alle Teilnehmer für ihre Mühen belohnt. Die, die nicht zu den ersten vier Orten gehörten, nahmen einen Wildapfelbaum mit nach Hause. In vielen Dörfern wird der Baum des Jahres an diesen Wettkampf und damit ans Strom sparen erinnern.

Und alle, die da waren, waren sich einig: Nicht nur für das Portemonnaie habe ihnen der Wettbewerb viel gebracht, sondern auch für die Dorfgemeinschaft. So wollen alle weiterhin Strom sparen.