Rhumemühle Bilshausen

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Rhumemühle ist eine Mühle in Bilshausen.

Sanierungsvorhaben

Führt Langzeitmessungen des Rhumepegels durch: Nobelpreisträger Erwin Neher

Der Nobelpreisträger Erwin Neher, seit 1983 Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Leiter der Abteilung Membranbiophysik, hat 2008 gemeinsam mit seiner Frau Eva-Maria Neher und seinem Bekannten Ulrich Brandl die Rhumemühle erworben und hegt große Pläne für das historische Gebäudeensemble. Im Vordergrund für die Kaufentscheidung stand bei Neher das Interesse an alternativer Energie und Stromerzeugung durch Wasserkraft. Zurzeit führt der Wissenschaftler am Wehr Langzeitmessungen des Pegelverlaufs durch, die relevant für die Stromerzeugung und ihre Optimierung sind. Zurzeit produziere die Turbine rund 250000 Kilowattstunden pro Jahr, sagt Neher und will prüfen, ob sich die Leistung noch verbessern lässt.

Langfristig will Neher auch das durch die Rhume getrennte Gebäudeensemble aus Wohnhaus und Wirtschaftsteil wieder in Schuss bringen. Das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus in seiner jetzigen Gestalt wurde 1746 errichtet und gehört damit zu den ältesten Gebäuden des Ortes, eine Mühle gab es an dieser Stelle schon vorher.

Neben Reparatur der Turbine, Erneuerung der Rechenanlage und Veränderungen des über die kleine Rhume als Seitenarm regulierten Wasserflusses plant Neher ökologische Verbesserungen wie eine Fischtreppe oder ein Umgehungsgerinne. Für die Phase nach der Sanierung sind unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten für Radwanderer oder ein weiterer Ausbau für Wohnzwecke angedacht.

1872 wurde ein Wasserrad zum Antrieb der ersten Dreschmaschine im Eichsfeld eingebaut, 1902 die erste Turbine zur Stromerzeugung. Die jetzige Turbine ersetzte 1915 das baufällige Wasserrad und wurde jahrzehntelang für den Betrieb eines Holzmehlwerkes genutzt.

Erfreut über die aktuelle Entwicklung ist Bilshausens Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker – zumal es auch einen Interessenten aus Süddeutschland gegeben habe, der die Mühle ausschließlich aus wirtschaftlichen Erwägungen zur Stromerzeugung habe nutzen wollen.

Quelle