Rhumequelle

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rhumequelle1.jpg
Rhumequelle2.jpg

Die Rhumequelle ist eine Karstquelle am nordöstlichen Ortsrand von Rhumspringe im Eichsfeld, Südniedersachsen. Sie ist vor etwa 10000 bis 20000 Jahren entstanden. Mit einem Wasserausstoß von 5550 Litern pro Sekunde gehört die Rhumequelle zu den größten Quellen Europas. Sie wird gespeist von absickerndem Sieber- und Oderwasser.

Archäologische Funde in den Sedimenten der Rhumequelle lassen darauf schließen, dass dort seit etwa 6000 vor Christus eine Quellopferkultstätte existierte.

Heute ist die Quelle Ausgangspunkt verschiedener Wanderrouten.

Die Quelle war ein vom Landkreis Göttingen ausgewiesenes Naturdenkmal. Es trug die ND-Nummer 183.

Aus der Begründung des Landkreises Göttingen für die Entlassung aus dem Status als Naturdenkmal:

"Mittlerweile Bestandteil des Naturschutzgebietes "Rhumeaue / Ellerniederung / Gillersheimer Bachtal" vom 08.01.1990 und daher gem. § 24 NNatG als NSG geschützt."

Die Sage um Nixe Rhuma

In der Romantik entstand eine Sage um die Rhumequelle als mythischem Ort und die Nixe Rhuma. Sie diente als Vorlage für ein Schauspiel. Es geht um die Nixe Rhuma, die der Sage nach hier als Wasserstrom an der Erdoberfläche erschien. In Erinnerung an die Nixe wird seit 2003 im zweijährigen Turnus eine Nixe gewählt, die als Symbolfigur den Ort Rhume bei feierlichen Anlässen vertritt.

2011: Wasserstand in der Rhumequelle sinkt drastisch

Erheblich abgesunken: Wasserstand am Quelltopf. Nur bei der Sanierung 1998/99 war der Pegelstand noch niedriger.
Fast trocken: Rhume-Quelltopf.

Die Rhumequelle gehört zu den Anziehungspunkten und Touristen-Attraktionen in der Region. Doch momentan bietet sich an einer der ergiebigsten Karstquellen Mitteleuropas in Rhumspringe ein trauriges Bild. Das Wasser läuft ungebremst ab, weil der Schützdeckel eines Wehres auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik defekt ist.

Die Gemeinde Rhumspringe hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Göttingen eingeschaltet. „Das ist nicht mehr die Rhumequelle, die wir seit eh und je kennen“, gibt Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) die Beschwerden vieler Einwohner über den Zustand des Quelltopfes und des Flusslaufs wieder. „Ein defektes Wehr auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik kann das Wasser nicht mehr zurückhalten“, berichtet der Ratsvorsitzende. Die Böschung an der Quelle drohe Schaden zu nehmen, sagt Jacobi: „Es muss schnellstens gehandelt werden.“

Wie Kreisumweltdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) auf Anfrage erläuterte, steht der Landkreis Göttingen in Verhandlungen mit dem Unternehmen, dass das Areal der ehemaligen Papierfabrik gekauft hat und somit für den Zustand des Wehres verantwortlich ist. „Das Unternehmen ist aufgefordert worden, die Anlage zu reparieren“, berichtet Wemheuer.

Die ehemalige Papierfabrik ist von der Riverview Property GmbH mit Sitz in Berlin erworben worden, Grundstücksverwalter ist die Göttinger Firma Insodata. Mitarbeiterin Renate Hartmann bestätigte die Aufforderung des Landkreises Göttingen. So schnell wie möglich werde das Wehr repariert, verspricht Hartmann, nachdem sie sich vor Ort ein Bild vom schadhaften Schütz verschafft hatte.

Ebenso wie Bürgermeister Jacobi, der Flora und Fauna beeinträchtigt sieht, macht sich auch Franz-Josef Lange aus Rüdershausen Sorgen um den touristischen Schaden für die Region. Den gesunkenen Wasserpegel bezeichnet Lange, der sich beruflich als Wasserbauer mit der Materie auskennt und oft auch als Hobby-Ornithologe an der Rhumequelle unterwegs ist, eher als „ästhetisches Problem“. Möglicherweise, so Lange, könnten auch Bauarbeiten an der Odertalsperre bei Bad Lauterberg mit verantwortlich für den niedrigen Wasserstand am Quelltopf und am Flusslauf sein. „Es scheint auch etwas weniger Wasser in der Quelle anzukommen“, mutmaßt der Rüdershäuser.

Nach Erneuerung des maroden Wehres an der ehemaligen Papierfabrik hat sich der wasserpegel im Ende Mai 2011 jedoch wieder normalisiert.

Quellen

  • Landkreis Göttingen