Riefensbeek-Kamschlacken

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Schild am Ortseingang

Riefensbeek-Kamschlacken ist ein Ort im Landkreis Osterode. Der Ort liegt im Harz, etwa 45 Kilometer von Göttingen entfernt. Er gehört zum Stadtgebiet von Osterode.

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Einwohnerstärke

1845 gab es in Riefensbeek zwölf Wohnhäuser, während in Kamschlacken nur fünf Wohngebäude vorhanden waren. Die Einwohnerzahl belief sich (Stand 1843) auf 73 Personen in Riefensbeek und 52 in Kamschlacken. Mit der Eingliederung der Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg, wuchs die Einwohnerzahl von 253 im Jahr 1939 auf 392 im Jahr 1950, änderte sich die Bevölkerungsstruktur des Dorfes. Heute leben in dem Ort 344 Einwohner (Stand 2001).

Geschichte

Der Bereich um den heutigen Ort Riefensbeek-Kamschlacken gehörte seit dem 12. Jahrhundert zum Herrschaftsbereich der Welfen. Hier boten sich gute Bedingungen für die Anlage von Hüttenwerken. So stand Wasserkraft – z. B. zum Betrieb der Blasebälge – und auch Holz (Verhüttung mittels Holzkohle) in ausreichendem Maße zur Verfügung. Bürger von Goslar erwarben daher von den Herzögen von Braunschweig Nutzungsrecht an den Waldungen, der Wasserkraft und den Bodenschätzen.

Von 1200 bis 1350 betrieben im Raum Riefensbeek und Kamschlacken Goslarer Unternehmer Hüttenwerke, in denen Erze des Rammelsberges verarbeitet wurden. Daneben verhüttete man Eisenstein, der in der unmittelbaren Umgebung der Hütten gewonnen wurde. Nach dem Ende dieser frühen Unternehmungen setzte erst etwa 100 Jahre später eine erneute wirtschaftliche Nutzung des Raumes Riefensbeek-Kamschlacken ein.

Ab 1460 verarbeitete man die alten Schlackenhalden in einer neu angelegten Schmelzhütte am Scheerenberg. Um 1560 bestanden auch im Bereich des heutigen Ortes Eisenhüttenwerke. Im Dreißigjährigen Krieg, um 1630, mussten die Hüttenwerke in Riefensbeek und Kamschlacken endgültig ihre Produktion einstellen.

Zu den Eisenhütten gehörten auch jeweils Nutzungsrechts an den Waldungen und Wiesen der Umgebung. Aus diesen Rechten und den vorhandenen Hüttengebäuden bildete man landwirtschaftliche Betriebe, sogenannte Meiereien, die vom Landesherrn verpachtet wurden. Ackerbau war aufgrund des rauhen Klimas von geringer Bedeutung, jedoch konnte Viehwirtschaft betrieben werden (Waldweide).

1850 wurden die bis dahin selbstständigen Dörfer Riefensbeek und Kamschlacken zu einer Gemeinde zusammengelegt. 1854 errichtete man ein Schul- und Bethaus, das erst 1960 durch einen Schulhausneubau und 1966 durch den Bau der Christus-Kapelle ersetzt wurde.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Fremdenverkehr zunehmend an Bedeutung für die Wirtschaft in Riefenbeek-Kamschlacken.

1972 wurde Riefensbeek-Kamschlacken in die Stadt Osterode am Harz eingemeindet.

Links

Riefensbeek-Kamschlacken im Internet