Robert Koch

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Robert Koch

Robert Koch, deutscher Mediziner und Bakteriologe, erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1905 „… für seine Untersuchungen und Entdeckungen auf dem Gebiet der Tuberkulose“.

Koch, geboren am 11. Dezember 1843 in Clausthal/Harz als Bergmannsohn, studiert von 1862 bis 1866 in Göttingen Mathematik, Botanik und Physik. Doch bereits vom zweiten Semester an belegt er medizinische und naturwissenschaftliche Vorlesungen und Übungen.

1866 promoviert Koch in Göttingen zum Doktor der Medizin und besteht in Hannover das medizinische Staatsexamen. Im Oktober desselben Jahres erhält er eine Anstellung als Arzt in der „Erziehungs- und Pflegeanstalt für geistesschwache Kinder“ in Langenhagen.

Im Krieg 1870/71 untersucht er als Lazarettarzt die Infektionskrankheiten – vor allem Ruhr und Typhus. Von 1872 bis 1876 ist Koch Physikus des Kreises Bomst in Wollstein, Provinz Posen, wo er mit der Forschung auf dem Gebiet der Bakterienkunde und der übertragbaren Krankheiten beginnt. Er untersucht Tuberkulose, Milzbrand, Malaria, Cholera und die Schlafkrankheit und erforscht Methoden, um diese Seuchen zu verhüten und zu bekämpfen.

Durch den von ihm veranlassten Bau leistungsfähigerer Mikroskope und seine Methodik der Anzüchtung von Bakterien auf Nährböden vervollkommnet er die bakteriologische Untersuchungstechnik. Sein Beweis, dass bestimmte Bakterien Erreger spezifischer Krankheiten sind, gibt dem Kampf gegen Infektionskrankheiten die wissenschaftliche Grundlage und beeinflusst die Medizin entscheidend.

Schon 1849 und 1863 waren im Blut von am Milzbrand erkrankten Rindern stäbchenförmige Gebilde gefunden worden. Doch hatte man sie nicht als den Erreger dieser Krankheit angesehen. Koch stellt diese Stäbchen sicher, züchtet sie und beobachtet deren Wachstum und die Sporenbildung. Bei Versuchen zur Entstehungsgeschichte der gefürchteten Tierseuche weist Koch 1876 erstmals spezifische Krankheitserreger als Krankheitsursache nach. Bisher hatte man diese Krankheit auf „Miasmen“, die Luft verunreinigende Gifte zurückgeführt.

1877 perfektioniert Koch die Mikroskopie. Er macht erste Mikroskopiefotos von Mikroorganismen. 1881 publiziert er seine Züchtungsmethode von Bakterienkulturen. Durch die neue Technik wird eine präzise Unterscheidung der Stämme möglich.

Von 1880 bis 1904 arbeitet er in Berlin, ist unter anderem Direktor des dortigen Hygienischen Institutes der Universität. Er widmete sich neben der Milzbrandimpfung vor allem der Erforschung der Lungentuberkulose, die damals besonders unter der armen Bevölkerung ihre Opfer forderte. 1882 gelingt Koch der Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums, eines schmalen Stäbchens. Die Entdeckung ist der endgültige Beweis der Existenz bakterieller Krankheitserreger. Kochs wissenschaftliche Leistung leitet eine neue Ära in der Diagnostik, Therapie und Bekämpfung der Tuberkulose ein.

Aus Tuberkelbazillenkulturen gewinnt Koch Tuberkulin gegen die Krankheit. Die so genannte Tuberkulinbehandlung hält jedoch nicht, was sie verspricht. Koch gibt seine Professur zurück, um mehr Zeit für die Forschung zu haben.

Auf einer Forschungsexpedition nach Indien entdeckt Koch 1883 den Choleraerreger. Gleichzeitig forscht er über die Technik der Wasserfiltration zur Eindämmung der Cholera. Außerdem untersucht er die Pest, die tropische Dysenterie, die Ägyptische Augenkrankheit sowie den Typhus. Mit den „Kochschen Postulaten“ entwickelt er eine Definition bakteriologischer Erregernachweise, die in abgewandelter Form bis heute gelten. Bis 1906 unternimmt er Forschungsreisen in die Tropen, zuletzt nach Ostafrika zur Untersuchung der Schlafkrankheit.

Robert Koch stirbt am 27. Mai 1910 in Baden-Baden.

Die Stadt Göttingen benennt 1947 die Robert-Koch-Straße nach ihm und lässt an den Häusern Burgstraße 22/23 und Goetheallee 4 Gedenktafeln zur Erinnerung an seine Studentenzeit in Göttingen anbringen.

Literatur