Robert Kruse

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Polizeiräsident in Göttingen: Robert Kruse

Robert Kruse, 54 Jahre alt, gebürtiger Kieler, leitet die Polizeidirektion Göttingen.

Verantwortung für 2300 Polizisten

Als Präsident der Polizeidirektion Göttingen trägt Robert Kruse Verantwortung für 2300 Polizisten zwischen Hann. Münden und Hoya. Der 54-Jährige wohnt in Adendorf bei Lüneburg, pendelt jeden Tag mit dem Zug nach Göttingen. Er hat drei Kinder, „alle studieren, keiner will Polizist werden. Ich weiß nicht warum“, gibt er schmunzelnd über seine Familie Auskunft. Für seine Hobbies hat der Motorradfahrer („natürlich sicherheitsbewusst“), Taucher und Tennisspieler („mehr schlecht als recht“) kaum noch Zeit.


  • Quelle: Göttinger Tageblatt vom 11.8.2010


Kritik

Der Konflikt zwischen Polizeipräsident Robert Kruse und zahlreichen eher linken politischen Gruppen um die Auslegung der Kriminalstatistik durch die Polizei spitzt sich zu. Am Montagabend demonstrierten rund 100 Menschen mit Mahnwache, Kundgebung und Protestzug zum Polizeipräsidium für eine sofortige Entlassung Kruses durch Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Protest gegen Polizeipräsidenten: Rund 100 Demonstranten marschieren zur Polizeidirektion.

Vergangene Woche hatten zehn Gruppen, darunter Asta, Anti-Atom-Initiative, Grüne Jugend und Linke, dem Polizeichef vorgeworfen, in Pressemitteilungen zur Statistik politisch motivierter Straftaten legitime Proteste mit politischer Kriminalität gleichzusetzen. Sie warfen ihm „skandalöse Zahlenspiele“ vor und kritisieren nun auch, dass die Polizeidirektion ihre Darstellung habe korrigieren müssen.

Von den 17 Strafverfahren gegen Demonstranten nach Besuch von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) in der Uni gibt es bisher nur zwei Verurteilungen – die Polizei hatte fünf angegeben, dies aber korrigiert und mit einem Übertragungsfehler erklärt.

Der so Angegriffene hatte darauf die Logik der bundeseinheitlichen polizeilichen Kriminalstatistik erklärt. In der Mitteilung heißt es, es wäre „jede Gleichsetzung des Bürgerprotestes mit dem anlassbezogenen Straftatenaufkommen völlig unzulässig und wurde vom Polizeipräsidenten auch nicht vorgenommen“.

Kruse kündigte an, er werde auf Kritiker zugehen und ein „Gesprächsangebot unterbreiten“. Das lehnen diese ab: „Wer demokratisch legale Protestformen besorgter Menschen gegen strahlende Atommüllproduzenten wiederholt (...) in Verbindung mit einem Anstieg von rechter und linker Gewalt und politisch motivierter Kriminalität bringt, mit dem erscheint jedes weitere Gespräch sinnlos.“ 2011 war ein solches Gespräch abgebrochen worden, weil die Polizei in einer zeitgleich verteilten Presseerklärung zu Castor-Protesten von „Steinewerfern und Gewalttätern“ schrieb.