Robert Wichard Pohl

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Robert Wichard Pohl (* 10. August 1884 in Hamburg; † 5. Juni 1976 in Göttingen) war ein deutscher Physiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Pohl ist der Sohn eines Schiffbauingenieurs und studierte in Heidelberg und Berlin. Nach sechs Semester promovierte er bereits. In seiner darauffolgenden Berliner Assistentenzeit habilitierte er 1911 über die Physik der Röntgenstrahlung.

1916 bekam Pohl ein Extraordinariat für Experimentalphysik in Göttingen verliehen, das er erst drei Jahre später antreten konnte. Zum ordentlichen Professor für Experimentalphysik wurde er 1920.

Mit Max Born in der Theoretischen Physik und James Franck als Experimentalphysiker begründete Pohl den Ruf der Stadt als Hochburg der modernen Physik. Doch in den frühen dreißiger Jahren, unter der Nazi-Herrschaft, mußten Born und Franck ihre Posten verlassen. Pohl selbst konnte als Direktor des I. Physikalischen Instituts bis zu seiner Emeritierung bleiben. Doch Monate der Angst habe er nach dem misslungenen Staatsstreich 1944 durchleben müssen, berichtete von Minnigerode. In Pohls Wohnung in der Klopstockstraße hätten konspirative Treffen stattgefunden, bei denen Angehörige der Universität über Vorbereitungen für die Zeit nach einem Staatsstreich gesprochen hätten. Einer hätte nicht dichtgehalten.

Aus seiner Erfahrung mit der Politik zog Physiker Pohl dieses Resümee: "Jeder von uns sieht täglich schaudernd, welches Unheil mit Phrasen angerichtet wird. (...) Nur die Sprache der Mathematik kennt keine Phrasen."

Wirken

Pohl konnte die Wellenlänge von Röntgenstrahlung aus Versuchen zur Beugung am Spalt abschätzen. Seine Habilitationsschrift über die Physik der Röntgenstrahlung veröffentlichte er 1912. Den selektiven Photeffekt entdeckten er zusammen mit Peter Pringsheim in Berlin.

In Göttingen befasste er sich unter anderem mit der Photoleitung in Festkörpern und später mit Kristalloptik und Farbzentren.

Zusammen mit Rudolf Hilsch konstruierte Pohl 1938 einen der ersten Halbleiterverstärker. Nach dem zweiten Weltkrieg leistet er wesentliches für die Vermittlung von physikalischen Grundwissen und erfand zahlreiche Schauversuche. Viele seiner Geräte werden noch heute in der Lehre eingesetzt.

1960 erhielt er die Oersted Medal und seit 1979 ist er Namensgeber des Robert-Wichard-Pohl-Preises der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Video

Physikalische Experimente nach Robert Wichard Pohl Informationen
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Autoren: Robert Otto Pohl, Klaus Lüders, Gustav Beuermann, Konrad Samwer
Hersteller: IWF Göttingen
Produktion: 2006
Länge: 110:25 min
Beschreibung: Die Videodokumentation zeigt 62 ausgewählte Experimente, die mit Pohl Originalgeräten im historischen Hörsaal wiederholt wurden. Jahrzehntelang hielt Professor Wichard Pohl seine berühmten Experimentalphysik - Vorlesungen an der Universität Göttingen. Sie belegen seine hohe Experimentierkunst und seinen ungewöhnlichen Einfallsreichtum.

Links

Robert Wichard Pohl in der deutschen Wikipedia