Sankt Laurentius Gieboldehausen

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Die älteste Geschichte der Kirche St. Laurentius in Gieboldehausen hängt eng mit den ältesten Erwähnungen des Ortes Gieboldehausen und einer dort befindlichen Burg zusammen.

Zifferblatt der St. Laurentius Kirche

Auf die Erbauung einer Kirche in Gieboldehausen bereits im frühen Mittelalter verweist eine 1256 und 1324 vorgenommene Bestätigung einer durch ihren Inhalt ins 9. oder 10. Jahrhundert datierenden Besitzüberschreibung der Kirche in Gieboldehausen an das Kloster Gandersheim, der allerdings durch ihren legendenhaften Charakter keine Beweiskraft zukommen kann.

Urkundentext

Dem Urkundentext zufolge begab sich ein Graf Biso zusammen mit seiner Schwester Bertha auf eine Pilgerreise nach Rom zu Papst Marinus, beichtete seine Sünden und gelobte, als Buße nach seiner Rückkunft sechzig Hufen seines Besitzes zusammen mit der Burg, die Gieboldehausen genannt wurde dem Gandersheimer Stift zu übereignen. Nach seiner Rückkehr errichtete Biso aus den Steinen der Mauern und des Turmes der Burg eine Kirche zu Ehren Jesu Christi, der Jungfrau Maria und des heiligen Laurentius.

Patronat

Sicher ist, daß Gandersheim im hohen Mittelalter und in jüngerer Zeit das Patronat über die Kirche in Gieboldehausen hatte. Das Gandersheimer Patronat über die Kirche und die Rechte des Stifts an dem dazugehörigen Grundbesitz weisen noch die Jurisdiktionalbücher des 17. Jahrhunderts aus.


Über die älteste Baugeschichte der Kirche St. Laurentius ist nichts bekannt.

Architektur der Kirche

Um das Jahr 1441 wurde eine spätgotische Kirche errichtet, die 1727 abgerissen und neu erbaut wurde. Am 1. November 1731 wurde das barocke Kirchengebäude geweiht. Dieser Kirchenbau ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Er ist in seiner Architektur ein typischer Repräsentant der Eichsfelder Barockkirchen. Zum Zeitpunkt der Einweihung der Kirche im Jahr 1731 war noch keiner der Hauptbestandteile der Kirchenausstattung vorhanden, die dem Innenraum heute sein besonderes Gepräge verleihen. Die von dem Bildhauer Ernst Martin aus Duderstadt gefertigte Kanzel entstand 1731/32, der von dem Bildhauer Stolte geschaffene Hochaltar im Jahr 1754, der linke Nebenaltar wurde im Jahr 1767 errichtet, der rechte erst im Jahr 1802.