Schiedsrichtervereinigung Göttingen

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Schiedsrichter fällen ihre Entscheidungen einsam. In den Rängen sind die Zuschauer Kritiker, auf dem Spielfeld protestieren oft die Spieler. Der Referee steht immer allein da. Unterstützt wird er nur von seinen beiden Assistenten. Um diese Situation zu brechen, gibt es die Schiedsrichtervereinigung Göttingen.

Vor 40 Jahren wurde sie gegründet. Am 7. Juli 2012 wird Geburtstag gefeiert. „Der Schiedsrichter agiert immer als Einzelperson“, erklärt Beisitzer Bodo Scheuing. Damit Schiedsrichter sich austauschen können, sei die Vereinigung gegründet worden. Sie habe die Aufgabe, Veranstaltungen – möglichst mit Partnern – außerhalb des Fußballplatzes zu organisieren. „Wenn Schiedsrichter unterwegs sind, sind die Frauen immer allein“, sagt Scheuing. Gleiches gilt natürlich für Männer, die mit einer Schiedsrichterin zusammen sind. Seit etwa 20 bis 25 Jahren gebe es in dem Ehrenamt auch Frauen, sagt der Vorsitzende und Kassenwart Manfred Paetsch.

Das Schiedsrichteramt steht im Niedersächsischen Fußballverband Frauen und Männern ab 14 Jahren offen. Wer pfeifen wolle, müsse nicht unbedingt selbst Fußball gespielt haben, sagt Paetsch. Er selbst sei kein „begnadeter Fußballspieler“ gewesen. Seit 1963 pfeift er lieber. Pflicht dafür ist ein Anwärterlehrgang.

Bodo Scheuing ist beim Spiel auf dem Rasen bis zur höchsten Amateurklasse gekommen. Weil er Trainer werden wollte, musste er einen Schiedsrichterlehrgang absolvieren und ist bei diesem Ehrenamt geblieben. Seit dem 32. Lebensjahr stand er mit der Pfeife auf dem Spielfeld. Wie Paetsch mit 67 Jahren pfeift der 70-Jährige nicht mehr. Auch Schriftführer Peter Carstens ist über den Trainerlehrgang zum Schiedsrichteramt gekommen. Jeden Sonntag stehe er noch auf dem Spielfeld, erzählt der 61-jährige Sportler.

Wer bis in die Regional- oder Bundesliga will, solle möglichst schon in jungen Jahren anfangen“, sind sich die drei Regional-Schiedsrichter einig. Denn mit 45 Jahren sei dort Schluss. Ihr Ziel ist das lange nicht mehr. Vielmehr möchten die drei die Schiedsrichtervereinigung Göttingen zu vollem Leben wecken und auch die Jungschiedsrichter integrieren. Damit auf jeden Fall immer Nachwuchs nachkommt, ist es ihr Ziel, den Kreis Göttingen „auch auf kameradschaftlicher Basis auf Vordermann zu bringen“. So wie die Fußballer in der Mannschaft ihre Basis und die Möglichkeit zum Austausch haben, möchten sie auch den Schiedsrichtern eine solche Plattform bieten. Von rund 200 Schiedsrichtern im Altkreis seien etwa die Hälfte in der Vereinigung versammelt.