Schmiedeeisen Bollmus

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Mit Hammer und sprühenden Eisen am Amboss: Friedel Bollmus

Schmiedeeisen Bollmus ist eine Schmiede im Körbchen 29 in Holtensen. Sie ist auf Zäune, Gitter, Tore, Geländer und Kupferarbeiten spezialisiert.

Inhaber Friedel Bollmus befindet sich eigentlich seit dem Jahr 2000 im Ruhestand, beschloss aber 2006 sich selbstständig zu machen.

Geboren 1940 in Friedland, lernte Bollmus ab 1955 in einer Schmiede in Niedernjesa. Später war er noch ein Jahr Schmiedegeselle in Klein Schneen. Doch seinen Meister machte er nicht mehr, weil er Gemeindediakon werden wollte. Nach zwei Jahren als diakonischer Helfer in den Bodelschwingschen Anstalten in Bielefeld, arbeitete er seit 1961 in Göttingen als Erzieher. Von 1982 bis zu seinem Ruhestand war er in der Jugendanstalt am Leineberg beschäftigt.

Die Schmiedekunst übte er während seiner gesamten 39 Berufsjahre als Nebenerwerb weiter aus. „Trotz fehlender Meisterprüfung durfte ich mich 2006 in die Handelsrolle eintragen lassen, da ich am Leineberg junge Menschen im Schmieden ausgebildet habe“, freut sich Bollmus. Einige der Jugendlichen hat er auch an Betriebe weitervermittelt und ihnen so geholfen, einen Start ins Berufsleben zu schaffen.

Seitdem die Bedeutung des Pferdes in der Landwirtschaft zurückgegangen ist, sterbe das Schmiedehandwerk langsam aus, bedauert Bollmus. „Meine Tätigkeit macht mir Spaß und ich habe genug zu tun, aber ich bin froh, dass ich nicht davon leben oder Angestellte bezahlen muss.“ Seine Erzeugnisse seien zudem eine Art Luxus, den sich nicht jeder leisten wolle und könne. Doch solange er fit ist, will Bollmus den Platz an Esse und Amboss nicht aufgeben.

  • Quelle: Corinna Berghahn: "Mit 69 Jahren an Amboss und Esse", Göttinger Tageblatt, Mittwoch 23. September 2009.