Schnedinghausen

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Wappen von Schnedinghausen

Schnedinghausen ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Er gehört zum Stadtgebiet von Northeim.

Aktuell

Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeister und Ortsbeauftragter: Josef Diekgerdes.
  • Stellv. Ortsbürgermeister: Reiner Hartmann.


Lexikonteil

  • Einwohnerzahl mit Hauptwohnsitz (Stand 1/2008): 236 Einwohner.

Geschichte

Die plattdeutrsches Form des Ortsnamens,Snetjehusen, deutet darauf hin, dass Schnedinghausne bei seiner Entstehung eine Siedlung an der Grenze zweier Herrschaftsgebiete war. "Sned, abgekürzt Sne, hochdeutsch Schneid, bedeutet Grenze." So schreibt ein Chronist im Jahre 1924 über Schnedinghausen. Nach dieser Chronik liegt die Gründung der Gemeinde um das Jahr 1200, eine Zeit, in der ältere Großgrundbesitzer dieser Gegend die zunehmende Bevölkerung in noch unbebaute, bewaldete Gebiete setzen, um diese urbar machen zu lassen.

Schnedinghausen gehörte zum Kloster Amelungsborn und Mönche im Ort bewirtschafteten einen Klosterhof. Die Annahme, in Schnedinghausen sei ein Kloster gewesen, weil der Hof bei der ehemaligen Schule Klosterhof heißt, ist ein Irrtum.

"1776 kaufte", so schreibt ein Chronist, "Hans-Ernst von Hardenberg den ehemaligen Klosterhof. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er auch die Mühle, wenn sie nicht schon da war, die Brauerei und die Brennerei angelegt hat; denn Hans Ernst war ein tüchtiger Wirt. Von 1777 war auf dem Gute in Schnedinghausen ein Hardenbergisches Untergericht über Schnedinghausen und Berwartshausen. Vor diesem Untergericht mussten auch die von Hillerse erscheinen." Bis 1803 war der Klosterhof dann hardenbergisch. Im gleichen Jahr haben vier Bauern aus Schnedinghausen und vier Berwartshäuser Bauern den Hof mit allen Gerechtigkeiten, auch der Gerichtsbarkeit, für 90000 Taler gekauft.

Erst von diesem Zeitpunkt an entfiel die Einrichtung des "Zehnten" an den jeweiligen Besitzer, allerdings waren nun Steuern an den König von England und Hannover, eingezogen durch das Klosterrentamt in Wolfenbüttel, zu zahlen.

Das übrige Dorf Schnedinghausen war etwa ab 1700 fürstlich und gehörte zum Amt Moringen. Wie auch andere Dörfer des Amtes Moringen hat Schnedinghausen von 1806 bis 1813 zum Königreich Westfalen gehört.

Die Neuzeit begann in Schnedinghausen 1920, als nach dem Einbau eines Generators in die "Mühle" die Ortschaft mit elektrischer Energie versorgt werden konnte.

1939, vor dem 2. Weltkrieg, hatte Schnedinghausen 192 Einwohner. Nach dem Zuzug der Heimatvertriebenen 1946 stieg diese Zahl auf 419 an.

Die Ortschaft, die ursprünglich fast ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt wurde und 1960 noch 10 landwirtschaftliche Betriebe aufwies, hat sich stark verändert.Es gibt noch einen landwirtschaftlichen Betrieb und einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb.

Eine aus der Dorfschmiede hervorgegangene Maschinenfabrik errichtete 1963 eine neue Fabrikationsanlage im Bereich "Lütjes Feld" und hatte in Spitzenzeiten bis zu 80 Mitarbeiter.

Ein Bebauungsplan, der 1965 erstellt wurde und 28 Bauplätze auswies, veränderte das Dorfbild entscheidend. Da die bisherige Gastwirtschaft mit Kolonialwarenladen geschlossen wurde, entschloss sich der damalige Gemeinderat, ein Dorfgemeinschaftshaus mit Kinderspielplatz im neuen Bebauungsgebiet "Lütjes Feld" zu planen und zu bauen.

1962 wurde die Dorfschule geschlossen, das Gebäude inzwischen abgerissen.

Die Kinder der Ortschaft Schnedinghausen werden mit Schulbussen zur Grundschule in Höckelheim bzw. zu weiterführenden Schulen nach Northeim gefahren. Da ein Kindergarten hier nicht vorhanden ist, besuchen die Kinder die Kindergärten in Höckelheim oder Hillerse.

1974 verlor, durch die Eingemeindung der Ortschaft in die Stadt Northeim, die Gemeinde ihre Selbstständigkeit.

Wie vertraglich festgelegt, wurde das Dorfgemeinschaftshaus 1975 von der Stadt Northeim fertiggestellt. Neben Feierlichkeiten und Festen aller Art wird der Mehrzweckraum vor allem für sportliche Aktivitäten genutzt.

Nach Änderung der Niedersächsischen Gemeindeordnung wurde es möglich, 1996 einen Ortsrat zu wählen, der die Belange der Ortschaft gegenüber der Stadt Northeim vertritt. Der Ortsbürgermeister, der gleichzeitig die Funktion eines Ortsbeauftragten ausübt, ist daher auch, für die Stadtverwaltung tätig.

Links

Schnedinghausen im Internet