Schwänchenteich

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Schwänchenteich im Jahre 1936
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Schwänchenteich im Jahre 1955

Die Geschichte des Schwänchenteiches hängt eng mit der der Wallbefestigung zusammen. Der Rat der Stadt Göttingen beschloss Mitte des 14. Jahrhunderts, dass neben der bestehenden Mauerbefestigung eine umfassende Befestigung des gesamten Stadtgebietes ins Auge gefasst werden soll. Der Ausbau der Wallbefestigung wurde im Jahre 1362 von Herzog Ernst (ab 1344 Fürst im Fürstentum Göttingen) genehmigt und dauerte insgesamt über zweihundert Jahre, nämlich von 1362 bis 1577. Zählt man nun noch folgende Bauarbeiten dazu: von den Landesfürsten angeordnete Anlage von Außenwerken während des dreißigjährigen Krieges, die notwendigen Instandsetzungsarbeiten und spätere Verbesserungen, kommt man auf Insgesamt vierhundert Jahre. In ihrem Endzustand entwickelte sich die Anlage zu einem festen Wall mit Festungsgraben der aus einer Reihe von Teichen entstand.

Während des Siebenjährigen Krieges bewies sich die Befestigung allerdings als wertlos. Ihre Unterhaltung kostete sehr viel Geld und in Kriegszeiten konnte sie gefährlich werden, da eine Stadt mit einer Verteidigungsanlage als Festung angesehen wurde und dementsprechend behandelt wurde. Am 18. August 1762 ordnete der Minister von Münchhausen an, dass die Befestigungsanlage niedergelegt werden soll. Bis Neujahr 1767 sollte die Entfestigung der Stadt durchgeführt sein, sie hat allerdings noch bis Ende des Jahrhunderts die Kräfte und Geldmittel der Bürger in Anspruch genommen.

Bis auf geringe Reste wurde der Teich trocken gelegt, wobei er der sogenannte Feuerteich geworden ist. Er diente als Wasserspender zum Bekämpfen von Feuersbrünsten (ein verehrender Brand, der viele Gebäude oder Stadtteile vernichtet). Der Feuerteich ist der heutige Schwänchenteich- ein Teil des ehemaligen Grabens der Wallbefestigung. Die jetzige Größe erhielt der Teich durch die Zuschüttung, auf der sich jetzt der Rosengarten und das Kriegerdenkmal befinden.

Sein Wasser hat der Schwänchenteich von verschiedenen Bächen des Hainbergs erlangt so zum Beispiel aus dem Goldgraben und dem Reinsgraben. Die Straßen „Am Goldgraben“ und „Am Reinsgraben“ zeugen noch heute davon. Zusätzlich kam Wasser vom Leinekanal, wobei dieser außerhalb der Altstadt künstlich war innerhalb der Altstadt lief er in den Reinsgraben und verstärkte seine Wasserführung.

Der Baumeister Friedrich Christian Andreas Rohns errichtete mit Erlaubnis des Stadtrates ein Badehaus am Albanitor. Der Feuerteich wurde mit Baumgruppen umgeben und mit Hilfe der Odilienmühle wurde Wasser in den Teich her aufgepumpt. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs bestand der kleine Schwänchenteich zwischen dem Rohnschen Badehaus und dem heutigen Schwänchenteich. Danach wurde er im Jahre 1948 im Zuge der letzten Großreinigung des Schwänchenteiches zugeschüttet.

Georg Merkel der bekannte Göttinger Oberbürgermeister hatte während seiner Amtszeit, von 1870 bis 1893, die ersten Schwäne auf den Teich gebracht. Sowie Möwen, die er aus Emden geschenkt bekommen hatte, siedelte er an. Auch Hermann Föge, der damalige Oberbürgermeister, bemühte sich nach dem zweiten Weltkrieg um die Ansiedlung von Schwänen.

Dadurch das der Teich eine Geruchsbelästigung darstellte, sobald er zu wenig Wasser führte, wurde im Herbst 1978 begonnen den Teich abzulassen. Da er keinen Grundablass besahs musste er Wochenlang abgepumpt werden. Um den Schlamm aus dem Teich zu bekommen, musste er mit Baggern ausgegraben werden oder man benutze Absaugvorrichtungen.

Nun stellte sich heraus das der Schwänchenteich im Ursprung vier Meter tief war und keinen festen Grund besaß. Bei 1,70 Meter lag der tiefste Ablass und dieser Ausgleich von vier Metern zu 1,70 Meter musste nun geschaffen werden. Dazu wurde der Bauschutt der ehemaligen Post am Bahnhof und der vom Abriss der Häuser am Walkenmühlenweg genutzt. Der Schutt wurde plantiert und der Grund wurde mit Kalksteinmaterial abgedeckt. Nun kann man den 1,70 Meter tiefen Teich ablassen und reinigen.

Die Qualität des Wassers wird durch den Zu- und Abfluss erhalten. Außerdem gibt die Fontäne eine zusätzliche Belüftung. Im Teich befinden sich heute Fische die, 1979/1980 aus dem abgelassenen Wendebachstau stammen.

Heute trägt der Schwänchenteich seinen Namen zu unrecht, Schwäne leben da schon lange nicht mehr, nur noch Enten.

Quelle: Göttinger Jahresblätter 1981, Göttinger Tageblatt