Spritzenhaus Barterode

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Spritzenhaus Barterode

Geschichte

1902 wurde der erste Gebäudeteil des Spritzenhauses in Barterode samt Turm erbaut, den die 1883 gegründete örtliche Freiwillige Feuerwehr, damals „eine der ersten Wehren in der jetztigen Gemeinde“, für ihre Arbeit nutzte. Wohl in den 1920er Jahren entstand ein Anbau, in dem auch der gemeindliche Leichenwagen stand. Eine Obdachlosenunterkunft wurde eingerichtet. Und nach 1940 waren auch Kriegsgefangene hier untergebracht. Nachdem die Wehr in den 1970er Jahren in ihr neues Gerätehaus zog, nutzte ein Heizungsbetrieb das Gebäude bis 2000. Seit 2002 ist die Gemeinde Eigentümerin des Spritzenhauses, der Heimatverein Pächter.

Funktion

Die zentrale Lage im Dorf, dazu die ortsgeschichtliche Bedeutung und der Zustand waren für das Landesamt für Denkmalpflege entscheidend, das Spritzenhaus in Barterode als Denkmal auszuweisen. Mittlerweile hat der örtliche Heimatverein auch viel Arbeit und Muße investiert, um das Gebäude zu einem kleinen Schmuckstück herauszuputzen. „Das Spritzenhaus ist einfach Barteröder Geschichte“, betont der Vorsitzende des Heimatvereins, Fritz Schmidt. Für die Dauer von 30 Jahren sei der Heimatverein Pächter, „um das Gebäude für Kulturarbeit zu nutzen und zu erhalten“, erklärt Norbert Hilke, stellvertretender Vorsitzender und Ortsbürgermeister (SPD). So werden künftig Erzählcafés und Plattdeutsche Abende hier stattfinden. Ein Archiv ist im beheizbaren Gebäudeteil untergebracht, zudem Gerätschaften und die alte Handspritze von 1883. Auch ein Webstuhl der Uni Göttingen ist hier aufbewahrt. Der Verein plane auch, so Schmidt, eine Dauerstellung einzurichten zum Thema „Vom Flachs zum Leinen“.

Sanierung

In die bisherige Sanierung des Spritzenhauses seien rund 130000 Euro investiert worden aus Orts- und Gemeindemitteln, EU- und Leader-Plus-Geldern, durch Veranstaltungen und einen Bausteine-Verkauf, „großzügige Spenden“ und Eigenleistungen. Den Abschluss des ersten Bauabschnittes zur Sicherstellung der „Außenhülle“ feierte der Verein 2005 mit einem Thiefest und dem Aufsetzen der restaurierten Wetterfahne auf die Turmspitze. Im Mai 2006 endete der Innenausbau.