Stöckheim

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Wappen von Stöckheim

Stöckheim ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Der Nachbarort von Drüber und Hollenstedt gehört zum Stadtgebiet Northeim.

Aktuell

Personen und Organisationen

  • Ortsbürgermeister und Ortsbeauftragter: Dietmar Weiß.
  • Stellv. Ortsbürgermeister: Christian Bode.
  • Seit der Kommunalwahl im Jahr 2006 gehören folgende Mitglieder dem Ortrat an: Dietmar Weiß, Christian Bode, Bianca Storm, Thorsten Dankert, Michael Brandes und Hans-Jürgen Fisseler (Ortschaftsheimatpfleger).
  • Älteste Organisation ist die Realgemeinde mit 20 persönlichen Mitgliedern und der Kirchengemeinde. Die Realgemeinde verwaltet 27 Hektar Wald, der zwischen Iber und Moringen liegt. Ältester Verein ist der 1885 gegründete Männergesangverein mit seinen 50 Mitgliedern.
  • Größter Verein mit über 400 Mitgliedern ist der 1948 gegründete Sportring, der über eine eigene Kleinsporthalle, zwei Tennisplätze mit einem Tennishaus neben dem Sportplatz und ein Fitness- und Gesundheitsstudio verfügt.
  • Die 1902 gegründete Freiwillige Feuerwehr mit 111 Mitgliedern, darunter 43 Aktive, und einer aktiven Jugendfeuerwehr, die 1972 gegründet wurde und der 21 Jungen und Mädchen angehören.
  • Der 1985 gegründete Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes mit 43 Mitgliedern.
  • Der 1987 gegründete Dorfverschönerungsverein mit 15 Mitgliedern.

Lexikonteil

  • Einwohnerzahl mit Hauptwohnsitz (Stand 1/2008): 427 Einwohner in Stöckheim. 19 leben im Ortsteil Wetze.
  • Stöckheim ist das viertkleinste Dorf der 15 Ortschaften, die zur Kreisstadt Northeim gehören. Stöckheim liegt in landschaftlich attraktiver Lage am Rande des Leinegrabens, ist die nordwestlichste Ortschaft Northeims mit einer Gemeindefläche von 744 Hektar und heute überwiegend eine Wohngemeinde, die ihren landwirtschaftlichen Charakter noch nicht gänzlich verloren hat: Drei Bauernhöfe werden mit Ackerbau und Viehzucht als Vollerwerbs-Familienbetriebe geführt, sechs weitere Höfe gelten als Nebenerwerbsbetriebe. 365 Hektar Land werden landwirtschaftlich genutzt.
  • Stöckheim liegt zentral am linken Leineufer: Zehn Autominuten von der Kreisstadt Northeim entfernt und 15 Autominuten von der Bierstadt Einbeck. Stöckheim liegt im Knotenpunkt von zwei Landstraßen (Landesstraße 572 Northeim – Einbeck und Kreisstraße 507 Stöckheim – Iber), über die auf kürzestem Wege die Autobahn 7 Hannover – Kassel und die Fremdenverkehrszentren im Naturpark Solling-Vogler erreicht werden können.
  • Zwei Handwerksbetriebe haben ihren Sitz in Stöckheim, die beide als Familienbetrieb geführt werden: Die 1898 gegründete Bäckerei, die heute in vierter Generation von Bäckermeister Carsten Arndt geführt wird, und die 1934 in Schlesien gegründete Tischlerei Hellmiß, die sich 1952 in Stöckheim ansiedelte und heute von den Tischlermeistern und Brüdern Detlef und Frank Hellmiß in dritter Generation geleitet wird.
  • Durch das Dorf führt der gut ausgebaute und beschilderte Leine-Fernradweg, der die Radtouristen durch die Northeimer Seenplatte und das Wasservogelreservat entlang der Deiche des Hochwasserrückhaltebeckens durch ein von sanften Höhen gesäumtes Tal mit dem Harz im Osten und dem Solling im Westen führt, in der eine artenreiche Vogelwelt mit Störchen, Gänsen und Reihern auf grünen Polderwiesen zu bestaunen ist, die sie sich mit Rehen und Hasen teilen.


  • Kulturelles und gesellschaftliches Zentrum ist neben dem ehemaligen Jugendheim, das als Dorfgemeinschaftshaus genutzt werden kann, das Gasthaus Gehrke, das neben einem gemütlichen Schankraum über einen Saal verfügt.
  • Die jüngsten Kinder des Dorfes besuchen den Kindergarten im Nachbardorf Hollenstedt, die Grundschüler werden im Nachbarort Drüber unterrichtet, ab Klasse 5 geht es zu den weiterführenden Schulen nach Northeim.

Zur Geschichte des Dorfes

Auf den fruchtbaren Lös- Lehm- und Schwemmlandböden im breiten Urstromtal der Leine haben die Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit schon in prähistorischer Zeit an den Ufern des Stöckheimer Baches, der auch in den trockensten Sommermonaten stets Wasser aus einer Quelle führt, die in den Ausläufern der Sollingberge entspringt und östlich des Dorfes in die Leine mündet, gesiedelt. Der Dorfkern liegt oberhalb der Überflutungsgrenze und damit geschützt vor den immer wieder auftretenden Hochwasserfluten der Leine.

Stöckheim weist heute kaum noch Merkmale auf, die auf eine historische Vergangenheit hinweisen. Gleichzeitig beweisen zahlreiche Urkunden die große Bedeutung Stöckheims in der Kirchengeschichte des Leinetals. Von Mainz aus wurden im 9. Jahrhundert im Gebiet zwischen Dransfeld im Süden und Greene im Norden zwölf mit dem Martinspatrozinium ausgestattete Mutterkirchen gegründet, von denen eine in Stöckheim entstand. Diese Kirche entwickelte sich zu einer Pfarr- und Taufkirche und war Sitz eines Erzpriesters. Von Stöckheim gingen im 12. und 13. Jahrhundert andere Kirchengründungen aus. Im Mittelalter hatte der Erzpriestersitz Stöckheim mehr als zehn Pfarreien im Gebiet des heutigen Landkreises Northeim.

Eigentümer der Stöckheimer Martinskirche waren die Erzbischöfe in Mainz. Sie gaben die Kirche zunächst dem Northeimer Grafen zu Lehen und übertrugen sie 1142 dem Kloster Fredelsloh. Mit der Reformation endete das Patronatsrecht. In Stöckheim blieb eine Pfarrkirche, von der heute nur noch der Taufstein aus dem Jahr 1641 vorhanden ist. Das heutige Kirchengebäude wurde auf den Grundmauern ihrer untergegangenen Vorgängerinnen errichtet und 1763 fertiggestellt. Die überwiegende Mehrheit der Stöckheimer Bevölkerung ist evangelisch-lutherisch.

Im 30-jährigen Krieg wurde Stöckheim fast zerstört. 1651 gab es nur noch 17 Hausstellen, 1675 waren es bereits wieder 44. Das heutige Häuserbild ist nicht älter als 200 Jahre. Bereits 1589 wurde in Stöckheim eine Lateinschule für Jungen und Mädchen eingerichtet. Sie wurde später als Volksschule weitergeführt. Jungen und Mädchen wurden bis 1884 getrennt unterrichtet. 1904 wurde eine neue Schule gebaut.

  • Quelle: Hans-Jürgen Fisseler.


Links

Stöckheim im Internet