St. Albani-Kirche Göttingen

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St. Albani-Kirche

Die St. Albani-Kirche ist das älteste Gotteshaus in Göttingen. Es stammt in seiner heutigen Form aus dem 15. Jahrhundert. In der Kirche findet sich ein bemalter Altar von 1499. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche ist dreischiffig und im gotischen Stil erbaut. Ihr romanischer Vorgängerbau wurde bereits 953 in einer Urkunde des Dorfes Gutingi erwähnt. Wahrscheinlich wurde St. Albani als Kirche bereits im historischen Dorf Gutingi genutzt.


Als der Altar 1961 restauriert wurde, entdeckte der Restaurator Kurt Manning auf der Altartafel "Tod der Maria" 13 trauernde Apostel. Der 13. Apostel trägt keinen Heiligenschein und blickt den anderen über die Schulter. Bei dieser Figur handelt es sich wahrscheinlich um das Konterfei des Erbauers des Altars, Hans von Geismar. 1996 wurde dann der Innenraum renoviert und 2005 die 13 verbleiten Glasfenster restauriert.

Geschichte

Daten zur Geschichte der Albanikirche Die Albani-Kirche ist die ältesten Kirche Göttingens. Wie die Ursprünge und der Gang der Geschichte auch immer verlief, es steht fest, wir befinden uns hier an dem Ort des heutigen Göttingens, an dem die christliche Gemeinde sich am längsten versammelt, um im Namen ihres Herrn, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ihre Gottesdienste zu feiern.

Da stehen wir auf ungemein historischem Boden, denn dort lag "Gutingi", das "Dorf am Wasserlauf", das Kaiser Otto I. dem Moritzkloster in Magdeburg schenkte. Das älteste schriftliche Zeugnis von der Kirche findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1254. Die Kirche selbst ist älter. Sie ist die Dorfkirche von Gutingi gewesen. Die Urkunde darüber aus dem Jahre 953 ist die älteste verbürgte Nachricht über Göttingen. Es gibt Hinweise, daß Otto der Große die Kirche gestiftet habe. Er regierte von 936 - 972. Der Name Albani läßt an noch frühere Anfänge denken, die bis in die Zeit des Bonifacius reichen.

Feststeht, daß die Kirche außerhalb des später sich zur Stadt entwickelnden Dorfes lag und zu ihr nur wenige Häuser gehörten. Wenn trotzdem ein großes Gebäude errichtet wurde, muß dahinter ein großer Stifter - oder mehrere - gestanden haben. Die entstehende Stadt profitierte von der Kreuzung zweier bedeutender Straßen, der von Norden kommenden Heerstraße, die durch das Leinetal nach Süden, nach Mainz führte, und der Straße, die aus Thüringen kommend durch das Gartetal nach Westen, nach Köln, führte.

Über Aussehen und Größe der alten, zur Zeit Otto d. Gr. oder Heinrich II. erbauten Kirche ist nichts überliefert. Ende des 14.Jhs. wird mit dem Neubau einer gotischen Kirche am Chor begonnen.

1423 wahrscheinlich Baubeginn des westlichen Teils der Kirche und Errichtung des Turmes.
1447 Guß einer großen Glocke. Der Turm war wohl zu dieser Zeit vollendet.
1467 Das Gewölbe der Kirche wird geschlossen und anschließend ausgemalt.
1499 Die Tafeln des Hochaltars werden von Hans von Geismar gemalt. Der Schöpfer des Schnitzwerkes ist nicht bekannt. Weil nur die gemalten Tafeln gezeigt werden, ist das Schnitzwerk zugeklappt und heute nicht mehr zu sehen
1726 Der Turm erhält eine neue, heute noch vorhandene Haube.
1761 Die Kirche dient der französischen Besatzung (Siebenjähriger Krieg) als Mehlspeicher. Die z.T. ausgebaute Inneneinrichtung leidet erheblich.
1762 Beim Abzug der Truppen explodieren Pulvervorräte im Wall in der Nähe des Albanitors, wobei die Kirche erheblich beschädigt wird.
1788 Weil 1762-1765 ausgeführte Reparaturen nicht ausreichten, wird nun eine große Erneuerung durchgeführt und die Kirche im Inneren sehr verändert: Ein neuer Altar wird aufgestellt vorn im Chor, die Kanzel in die Altarwand eingefügt. Die alte Sakristei an der Nordseite wird beseitigt, der gotische Altar wird 1804 verkauft.
1857/58 Große Erneuerung und Umgestaltung des Inneren: Der barocke Altar wird abgebaut und ein neugotischer aufgestellt, Kanzel und Gestühl neu angefertigt. Eine neue Sakristei wird an der Südseite gebaut.
1908 Erste Zentralheizung in der Kirche.
1921 Elektrisches Licht in der Kirche.
1931 Schalldeckel an der Kanzel entfernt. Erneuerung der Kirche. Die Gemälde des gotischen Altars werden wieder in der Kirche aufgestellt (Leihgabe des Städt. Museums).
1961/62 Erneuerung der Kirche. Gestühl und Kanzel werden vereinfacht.
1964 Ein von dem Bildhauer Hermann Pohl aus Kassel angefertigter Taufstein wird in Gebrauch genommen.
1964 Eine neue Orgel wird aufgestellt. Sie ist angefertigt vom Orgelbauer Paul Ott, Göttingen.
1990 wird die Orgel vom Orgelbauer Rudolf Janke erneuert.
1995 Die verwitterten Teile der Westfront und des Turmes werden restauriert.
1996 Ausmalung der Kirche. Dabei werden gotische Gewölbemalereien freigelegt.

Kontakt

St. Albani im Internet