St. Michaelis-Kirche Göttingen

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St. Michaelskirche in Göttingen

Die Katholische Kirchengemeinde St. Michael gehört zum Dekanat Göttingen.

Geschichte

Die in den Jahren 1787-89 erbaute St. Michaelskirche war die erste katholische Kirche in Göttingen nach der Reformation und zunächst eine schlichte Saalkirche. Am 26.09.1789 wurde die Kirche dann eingeweiht. Nach 26 Jahren als schlichte Saalkirche erhält St. Michael 1815 ein einfaches Holztürmchen und eine Glocke und wird im Jahr 1825 zu einer Pfarrkirche. 1892/93 wird die Fassade neu gestaltet und die 27 Meter hohe Turmanlage errichtet. Die noch heute an der Chorwand stehende Kreuzigungsgruppe erhielt die Kirche 1909. Nach dem Bau der Pauluskirche 1930 wurde St. Michael zur Pfarrvikarie "degradiert". Die Jesuiten übernehmen 1950 die Seelsorge an St. Michael, aber erst 1961 wird St. Michaelskirche mit allen rechtlichen Konsequenzen wieder zur selbständigen Pfarrei. Anläßlich der 200-Jahr-Feier 1989 entsteht eine neue Orgel. Das älteste Kunstwerk der Kirche, ein Kruzifix aus der Zeit um 1500, das wohl schon im 18. Jahrhundert zur Aussattung der Kirche gehörte, wurde 1991 restauriert und findet seinen Platz an der nördlichen Seitenwand. 1993 gestaltet Josef Baron schließlich noch den Taufstein, der Taufbecken und Weihwasserbrunnen zugleich ist, für St. Michael.

St. Michael ist die älteste katholische Kirche in Göttingen und eine Innenstadtkirche in der Fußgängerzone. Als ein einladender Ort der Stille, der Sammlung und des Gebetes ist sie jeden Tag von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Tägliche Gottesdienste bieten die Möglichkeit, auch am Werktag eine Messe oder Andacht mitzufeiern. Die Sonntagsgottesdienste setzen im Stil ihrer Gestaltung unterschiedliche Akzente. Die Citypastoral St. Michael wendet sich an alle Menschen und auch an die Gäste dieser Stadt. Für sie arbeiten im "Michaelsviertel" rund um die Kirche verschiedene katholische Einrichtungen zusammen. Für sie gibt es auch eine bunte Palette von Veranstaltungen.

Die Gemeinde St. Michael möchte ebenfalls eine offene Gemeinde sein. Sie ist bunt gemischt aus "Eingesessenen" und Zugezogenen - darunter auch vielen katholischen Christen fremder Muttersprache. Die Georg-August-Universität, die die Stadt prägt, bestimmt zu einem Teil auch das Bild der Gemeinde. Das Gemeindeleben wird von vielen Gruppen gestaltet und setzt Schwerpunkte in der Kinder- und Familienarbeit, sowie im sozialen und sozialpolitischen Bereich. Alle Termine und viele Informationen finden sie auf der Internetseite von St. Michael.


Umbau

Die Nordseite der St. Michael Kirche

Artikel im Göttinger Tageblatt, September 2010

Schritt für Schritt wird derzeit reihum das alte Kirchendach abgedeckt. Anschließend werden reihum eine neue Plastikplane und neue Bretter auf den Balken angebracht, ehe dann die neuen Dachziegel aufgelegt werden. Der Umbau soll laut Kirchengemeinde in einem Zeitraum von sieben bis neun Wochen abgeschlossen werden. Im Vorfeld der Dachsanierung hat die Kirche bereits eine neue Frisur verpasst bekommen. Der weithin rankende Efeu an der Kirche ist gestutzt worden. Die Ranken seien teilweise zu aggressiv und bohrten sich ins Mauerwerk, so die Gemeinde. Wo das Grün unschädlich sei, bleibe es aber erhalten.

Die Südseite der Kirche
  • Quelle: Göttinger Tageblatt, 29. September 2010, S. 8.

Artikel im Göttinger Tageblatt, Mai 2013

So könnte die Zukunft von St. Michael aussehen: Soan-Entwurf.

Die katholische Innenstadtkirche St. Michael steht vor einer grundlegenden Umgestaltung des Kirchenraumes. Im Zuge der geplanten Innenrenovierung hat bei einem Architektenwettbewerb ein Entwurf gewonnen, der dem Innenraum ein reduziertes, abstraktes, modernes Aussehen verleiht. In der Gemeinde wird der Entwurf kontrovers diskutiert.

Eine Jury hatte zuvor einstimmig den Siegerentwurf unter sieben Bewerbern ausgewählt. In der Jury waren neben Experten aus dem Bistum Hildesheim und benachbarten Bistümern auch Pater Manfred Hösl sowie Ehrenamtliche aus den Gremien der Kirchengemeinde vertreten. Der Siegerentwurf stammt von dem Bochumer Büro „Soan Architekten“. Er sieht eine Reduzierung auf wenige Materialien vor. Statt der farbigen Glasfenster sollen an den Seiten und an der Altarwand Alabasterelemente den Raum strukturieren. Die Kirchenfarben sollen einem „warmen weißen“ Anstrich weichen. Auch die Bänke sollen nicht mehr braun, sondern „hell gekälkt“ sein.

Völlig frei von Inventar

In den Entwurfszeichnungen ist die Kirche fast völlig frei von Inventar: Weder die Kreuzweg-Darstellungen an den Wänden noch Kreuzigungsgruppe oder Kruzifix ist dargestellt. Lediglich ein schlichtes Kreuz im Altarraum ist vorgesehen – der Hauptraum erhält damit ein geradezu reformiertes Aussehen. In der Marienkapelle ist allein das zentrale Bild noch Bestandteil des Entwurfs. Vorgesehen ist eine Reduzierung der Grundbestuhlung auf 130 Plätze, um Freiflächen zu schaffen. Sie sollen der City-Kirche mehr Spielraum für erweiterte Nutzungsmöglichkeiten schaffen. Mit wenig Aufwand könne durch stapelbare Stühle die Platzzahl auf 260 erweitert werden, heißt es in der Entwurfserläuterung.

Endgültiger Entwurf in Arbeit

Der Soan-Entwurf habe durch seine klare, abstrakte Raumwirkung überzeugt, so Wolfgang Müller, der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde. Er betont zugleich, dass der Wettbewerbs-Entwurf nun erst von dem Büro in einen endgültigen Entwurf gebracht werde. Dabei gehe es auch um die Frage, inwieweit das Kunstinventar wie zentrales Kreuz, Kruzifix oder Kreuzweg noch integriert werden könne.

Der Wettbewerbs-Entwurf gebe zwar Hinweise auf das künftige Aussehen der Kirche, aber dies hänge letztlich von weiteren Aspekten ab. Dazu zählten die finanziellen Rahmenbedingungen, Verhandlungen mit dem Architekturbüro, das Votum der Gemeindegremien und auch die Meinung des Bischöflichen Generalvikariats. Ausgangspunkt für die Innenrenovierung ist laut Müller, dass eine technische Generalüberholung der Kirche erforderlich ist.

Die Sanierungsarbeiten am „Dom zu Göttingen“ sollen möglichst bis 2015 abgeschlossen werden, wenn das Bistum Hildesheim sein 1200-jähriges Bestehen feiert. Die Kirche St. Michael wurde 1787-89 gebaut und war die erste katholische Kirche in Göttingen seit der Reformation.

Quelle: Artikel von Jörn Barke im Göttinger Tageblattvom 16.03.2013.

Foto: EF.

siehe auch

Weblinks