St. Norbert-Kirche Friedland

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Die St. Norbert Kirche in Friedland ist eine katholische Kirche und gehört zu der Pfarrei Maria Frieden. Sie steht auf dem St. Norbert-Platz 2, 37133 Friedland. Derzeitiger Pfarrer ist Georg Vetter.

Gottesdienste finden wie folgt statt: So 9.30 / Di 18.00 / Do 8.30 / Fr 18.00

Geschichte

St. Norbert

Die Heimkehrer-Gedächtniskirche St. Norbert, Friedland, wurde im Jahre 1955 erbaut, die Grundsteinlegung war am 2. September 1954 und bereits am 18. Dezember 1955 - dem 4. Advent konnte die Kirche durch den Kölner Kardinal Joseph Frings konsekriert werden. Im Jahre 1956 wurde der Turm mit Glockenstuhl errichtet. Am 18. Dezember 1956 - genau ein Jahr nach der Kirchweihe konnten auch die 3 Glocken geweiht werden. Der Bauorden, der durch den Prämonstratenser Pater Werenfried von Straaten gegründet wurde, hat regelmäßig Handwerksgesellen nach Friedland geschickt, die einen wesentlichen Anteil am Bau der Kirche übernommen haben.

Heimkehrerkirche St. Norbert

Die Heimkehrerkirche St. Norbert ist über ihre kirchliche Funktion hinaus ein ungewöhnliches Kunstwerk – auf vielfältige Weise spiegelt sich in ihrer Architektur und der Innenausstattung der Stil der 1950er Jahre, weshalb sie heute unter Denkmalsschutz gestellt ist. Architekt war der Göttinger Friedrich Wagener, der Anfang der 1970er Jahre auch das Göttinger Iduna-Zentrum entworfen hat.

Zu den Kunstschätzen der Kirche gehört ein Kreuzweg von Christa Adrian, das mehrteilige Relief „Gefangenenlager“ des Pforzheimer Bildhauers Fritz Theilmann, Kirchenfenster des expressionistischen Kirchenmalers Ludwig Baur aus Telgte, der zu dieser Zeit auch das Interieur des Hildesheimer Doms gestaltete, dazu Gemälde wie die Ölkreidezeichnung eines Heimkehrers „Madonna hinterm Stacheldraht“ und anderes mehr.

Das ewige Licht ist ein Geschenk des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, ein Altarkreuz spendete der Bundespräsident Theodor Heuss. Es wurde allerdings im März 1963 gestohlen.

Im offenen Glockenturm der St.-Norbert-Kirche hängen drei Glocken mit den Schlagtönen fis’, a’ und h’. Zwei von ihnen stammen aus den früheren deutschen Ostgebieten. Die fis-Glocke mit 1,08 Metern Durchmesser und einem Gewicht von 735 Kilogramm wurde 1704 von Michael Wittwerck in Danzig gegossen. Sie hing früher in der Stadtpfarrkirche Frauenburg in Ostpreußen. Ihre Inschrift lautet: „Lobet Gott mit wohlklingendem Zimbel, mich machte Michael Wittwerck im Jahre 1704 Zu Ehren der großen Gottesmutter Jungfrau Maria und ihres Bräutigams des hl. Josef bin ich aus Ton zum Leben erstanden, Jahr 1704“. Die kleinste Glocke mit 90 Zentimetern Durchmesser und einem Gewicht von 424 Kilogramm hat keinen Gießervermerk, sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und läutete ursprünglich im oberschlesischen Welkersdorf. Sie trägt die Inschrift „Komm mit deinem Frieden wenn niemand ist der für uns streitet als du süßer Herr Jesus“. Neu angeschafft wurde 1956 die mittlere Glocke (Durchmesser 91 Zentimeter, Gewicht 450 Kilogramm), gegossen von der Glockengießerei Petit & Gebrüder Edelbrock im westfälischen Gescher, die ihre Handwerkstradition bis ins Jahr 1590 zurückführt.


  • Quelle: Göttinger Tageblatt, 19. Oktober 2010