Stadtwerke Göttingen

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Die Stadtwerke Göttingen AG versorgen 130.000 Göttinger zuverlässig und rund um die Uhr mit Gas, Wasser und Fernwärme. 150 Mitarbeiter arbeiten in Technik und Verwaltung. Zum Kerngeschäft kamen im Jahr 1991 die beiden Parkhäuser in der Innenstadt. Zehn Jahre später haben die Stadtwerke Göttingen mit der Eröffnung der Erdgastankstelle an der Kasseler Landstraße eine zukunfts-weisende Investition getätigt.

2002 übernehmen die EAM Energie AG (heute E.ON Mitte AG) und die Gelsenwasser AG 29,9 bzw. 20 Prozent der Aktienanteile von der Stadt Göttingen. Strategische Entscheidungen führen 2003 dazu, dass die E.ON Mitte einen Großteil der Anteile von der Gelsenwasser AG erwirbt und jetzt 48,9% besitzt. Im Rahmen des Anteilsverkauf wurde die Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH aus den Stadtwerken ausgegliedert.

Technischer Vorstand

Februar 2011 Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Göttingen AG hat sich für Gerd Rappenecker als neuen technischen Vorstand des Unternehmens entschieden. Der 49-jährige promovierte Physiker arbeitet bei einer Tochter der Stadtwerke Kiel als Prokurist und Leiter des Netzmanagement. Der zweifache Familienvater wird Nachfolger von Reinhard Kraft, der am 30. April 2011 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ausgeschieden ist. Rappenecker wird voraussichtlich zum 1. Juni 2011 beginnen, teilten die Stadtwerke mit.

Bisheriger Stadtwerke-Vorstand und Chef der Göttinger Verkehrsbetriebe in Personalunion ist Kraft (63). Die Posten sollen getrennt voneinander neu besetzt werden. Neben Eon Mitte ist die Stadt Hauptgesellschafter der Stadtwerke mit 140 Mitarbeitern plus 240 bei der Tochter GöVB.

150 Jahre Stadtwerke Göttingen

Belegschaft der Göttinger Gasanstalt im Jahr 1903

Als „Göttinger Gasanstalt“ sollte sie zunächst nur für Licht auf Straßen sorgen. Das ist 150 Jahre her, und inzwischen versorgen die Göttinger Stadtwerke als Nachfolgegesellschaft etwa 130 000 Göttinger rund um die Uhr mit Heiz- und Kochgas, Trinkwasser und Fernwärme. Ihr 150-Jähriges feiert die AG in den kommenden Monaten mit vielen Aktionen und Info-Veranstaltungen. Das Programm stellt sie heute in einer Presserunde vor. Dabei wird sie auch ihren technischen Direktor Reinhard Kraft verabschieden.

„Leuchtgas“ statt Petroleumlampe – die Erzeugung und Lieferung von Gas vor 150 Jahren hat das Leben in der Stadt verändert: Gasherd statt qualmender Holzofen in der Küche, warmes Wasser auch im Bad und warme Stuben ohne nachfeuern zu müssen. Es dauert aber noch Jahrzehnte, bis tatsächlich alle Straßenzüge an das ständig wachsende Ferngasnetz angeschlossen werden können.

Bürgermeister Adolph Eberhardt hatte um 1859 den Bau einer Gasanstalt initiiert – über 30 Jahre nach Hannover, Celle, Stade und anderen Städten in Niedersachsen. Ihre erste Anlage zur Gaserzeugung baut die Stadt am Maschmühlenweg. Zunächst produziert sie ihr Gas selbst, erst 1963 stellt sie vollständig auf Ferngas um. Heute betreiben die Stadtwerke auch Fernwärmeanlagen in Neubaugebieten und zwei Erdgastankstellen.

Zunächst war die „Gasanstalt“ Teil der Stadtverwaltung. 1965 wird sie mit allen Versorgungsaktivitäten in einen „Eigenbetrieb Stadtwerke“ ausgegliedert. Der Betrieb wird 1984 in die Stadtwerke Göttingen AG überführt – zunächst im alleinigen Besitz der Kommune. 2002 verkauft sie 49,9 Prozent der Anteile, um ihren desolaten Haushalt zu sanieren.

Nur zwölf Jahre nach Gründung der „Gasanstalt“ beschließt der Rat der Stadt auch den Bau einer Wasserleitung zwischen der Reinsquelle und den offenen Brunnen der Innenstadt. Damit ebnet er den Weg für die allgemeine Trinkwasserversorgung in Göttingen und das zweite Standbein des Betriebes. Später kommen die Brunnen am Stegemühlenweg und eine große Wasserleitung aus dem Harz dazu. Um 1900 baut die Stadt außerdem ein eigenes Elektrizitätswerk, verkauft das Stromnetz 30 Jahre später aber an die EAM (heute Eon Mitte).

Weil zur Versorgung der Bevölkerung irgendwie auch der öffentliche Nahverkehr gehört, wird 1955 der städtische Kraftwagenbetrieb in die Stadtwerke integriert – der dritte große Betriebs- und Geschäftsbereich. Unter ihrer Regie wird 1998 das Busliniennetz fast vollständig umgestellt. Weil die neuen Miteigentümer der Stadtwerke aber auf Energieversorgung ausgerichtet sind, wird der Busbetrieb 2003 einem neuen und eigenständigen GmbH-Unternehmen übertragen: den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB).


Heizkraftwerk als Pilotanlage

Stolz auf sein BHKW: Mike Vincenzo an der Schaltzentrale.

Die Göttinger Stadtwerke gehen in die Fläche: Gemeinsam mit dem Groß Schneer Hof haben sie kürzlich für das Landhotel ein Blockheizkraftwerk mit Gasbrennwertanlage finanziert und in Betrieb genommen – eine Pilotanlage.

Mit Kraft-Wärme-Kopplung und Holzpellet-Heizungen habe die AG ihr Angebot umweltfreundlicher Energieerzeugung unter der Marke „Wärme+“ erweitert, erklärt das Unternehmen zum Start der Anlage in Groß Schneen.

Effizienteste Form der Energienutzung

„Blockheizkraftwerke stellen die effizienteste Form der Energienutzung dar“, ergänzte Stadtwerke-Prokurist Klaus Brüggemann. Deshalb setze die AG als regionaler Energieversorger auf diese Technik.

Über ihr Förderprogrammen würden in diesem Jahr 25 Blockheizkraftwerke mit jeweils 4000 Euro bezuschusst. Auch das Landhotel profitiere davon, so Junior-Chef Mike Vincenzo: „Nicht zuletzt wegen des Förderprogrammes, aber auch wegen der effizienten Technik werden wir künftig mehrere tausend Euro Energiekosten pro Jahr sparen.“

"Hervorragendes Beispiel"

Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) wertete die Kooperation zwischen dem Groß Schneer Hof und den Stadtwerken als „hervorragendes Beispiel, wie auch außerhalb von Politik und Verwaltung aktiver Klimaschutz betrieben werden kann“.

Finanziert worden sei die Anlage im Rahmen eines „Contracting“ von den Stadtwerken, – so das Unternehmen – mit rund 60 000 Euro. Hinzu komme ein langfristiger Vertrag für die erforderliche Erdgaslieferung. „Abbezahlt“ werde die Anlage vom Kunden über einen langfristig vereinbarten Grundpreis-Vertrag.