Tag des offenen Denkmals

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Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. "Geschichte zum Anfassen", das bietet der Denkmaltag dem Besucher dabei in wohl einmaliger Weise.

In fachkundigen Führungen berichten Denkmalpfleger an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Denkmalpflege. Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren Arbeitsweisen und -techniken und lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge verborgen bleiben.

Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. 2006 wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Aktion Tag des offenen Denkmals als "Ort des Tages" der Kampagne Deutschland - Land der Ideen ausgezeichnet.

Der Tag des offenen Denkmals kommt nur dank der Initiative vieler Institutionen, Kreise, Städte, Gemeinden, Verbände, Vereine, privater Denkmaleigentümer und Bürgerinitiativen zustande.

Besonders zu nennen sind hier die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, die Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie, das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, die Evangelische Kirche in Deutschland, die Deutsche Bischofskonferenz, der Bund Heimat und Umwelt und die Deutsche Burgenvereinigung.

Von Römern, Wolle und Soldatenleben

Unter dem Motto „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ steht der diesjährige Tag des offenen Denkmals.

Eine der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epochen der Bau- und Kunstgeschichte wird dabei am Sonntag, 11. September, im Mittelpunkt des Thementages stehen, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Koordinatorin der Aktion. Bundesweit mehr als 7500 Bau- und Bodendenkmale werden öffnen und unter anderem archäologische Stätten, Sakralbauten, Schlösser, Burgen, Ruinen und Industriebauten präsentieren. 29 Denkmale sind im Landkreis Göttingen, 14 Denkmale im Kreis Northeim zu sehen. Hier eine Auswahl.

Unter dem Thema „Militär – von den Römern bis heute“ werden ab 11 Uhr zehn Soldatenepochen im Park und Schlosshof auf Schloss Berlepsch dargestellt. Die Akteure sind authentisch gekleidet sowie ausgerüstet und erzählen von ihren Leben, Kämpfen, Leid und Werten, Veteranen aus Afghanistan sind auch dabei. Schlossführungen vermitteln Militärgeschichte. Eine Ausstellung zeigt historische Gebrauchsgegenstände. Attraktion des Tages ist die Eröffnung des 20 000 Quadratmeter großen Berlepscher Maislabyrinths mit einer leichten, mittelschweren und schweren Route. Außerdem gibt es einen kleiner Mittelaltermarkt.

Unter dem Titel „Feuer – Wasser – Luft – Erde in unserer Hand“ können Besucher die Portale der Göttinger Innenstadtkirchen mit ihren besonderen Türgriffen entdecken. Treffpunkt der zweistündigen Führung der Kirchenpädagogik für Kinder und Erwachsene ist um 11.30 Uhr die St. Albanikirche (nahe Stadthalle).

Eine Führung zum Thema „Das protestantische Bildprogramm der Kirchenfenster St. Jacobi von 1901“ findet von 11.15 bis 12 Uhr in der Göttinger St. Jacobikirche, Jacobikirchhof, statt. Es referiert Pastor Harald Storz.

Die Klosterkirche Marienstein in Nörten-Hardenberg steht von 14 bis 18 Uhr für Besucher offen. Führungen gibt es nach Bedarf und um 18 Uhr eine Andacht zum Frühromantiker Novalis.

Erstmals präsentiert die Historische Spinnerei Gartetal bei Klein Lengden das grundlegend sanierte historische Wohnhaus neben der Mühle mit Maschinenpark. Von 11 bis 17 Uhr informieren die Initiatoren über das Gebäude und die Bauarbeiten. Auch das Industrie-Museum ist geöffnet, mit Führungen durch den Maschinenpark. Zum Programm gehören Spinnen, Wollewaschen und Schaf vom Grill.

Das Steinarbeiter-Museum in Adelebsen, Kirchweg 8, öffnet von 11 bis 17 Uhr. Führungen durch die Steinarbeiter-Ausstellung sowie die Sonderausstellung „Von Hirten, Pfennigsuchern und Rippenbeißern“ des Landschaftspflegeverbandes Göttingen finden statt. Die evangelisch-lutherische Kirche in Deiderode, Brunnenbreite, ist von 10 Uhr bis 17 Uhr für Besichtigungen geöffnet. Es gibt Kaffee und Kuchen.

Auf Burg Bodenstein (bei Wintzingerode, nahe Leinefelde-Worbis) starten Führungen jeweils um 11, 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr. Eine kleine Orgelmusik erklingt um 13.30 und 18 Uhr in der Schlosskapelle. Organist ist der Hallenser Kantor Tim-Dietrich Meyer. Das Rittergut Besenhausen (bei Kirchgandern) öffnet von 11 bis 18 Uhr. Eine Ausstellung thematisiert Zuckerrübenanbau und die ehemalige Zuckerfabrik von 1835, die heute Sitz der Handweberei Rosenwinkel ist. Führungen von 12 bis 17 Uhr.

Das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn im Landkreis Northeim kann von 11 bis 16 Uhr besucht werden. Halbstündlich, auch nach Bedarf, führen Harzhorn-Guides und Kreisarchäologin Petra Lönne durch das Gelände. Aktuelle Forschungsergebnisse, werden dargestellt. Ein Blick in die archäologischen Ausgrabungsflächen ist möglich. Zum Programm gehören Kinderführungen und römische Leckereien in einer „Taverne“. Das „Schlachtfeld“ liegt zwischen Kalefeld-Oldenrode und Ildehausen an der Bundesstraße 248 (braune Hinweisschilder, dort Parkmöglichkeiten).

Einblicke in mittelalterliches Leben gewähren die Gruppen „Communitas Nienuoverre“ und „Turma Burgensis“ (am Sonntag) im Mittelalterhaus in Nienover bei Schloss Nienover, Schinkeltrift (nahe Bodenfelde) von Freitag bis Sonntag, 9 bis 11. September, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Im Lehmofen werden Brot und Kuchen gebacken (mit Verkostung). Führungen nach Bedarf. Am Sonnabend von 11 bis 12.30 Uhr holen die „Händler der Mittelaltergruppe Turma Burgensis“ Keramik aus Fredelsloh und marschieren nach Nienover.

Stadtführungen gibt es in Duderstadt um 11 und 14 Uhr, Treffpunkt Rathaus, Marktstraße. Das Rathaus öffnet von 10 bis 16.30 Uhr. Führungen durch Rathaus und Heimatmuseum, Bei der Oberkirche 3, beginnen um 14, 15 und 16 Uhr (jeweils mit begrenzter Teilnehmerzahl, Infos unter Telefon 0 55 27 / 84 12 00). Das Westerturmensemble, Auf der Spiegelbrücke 18/19, öffnet von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr.

Die Burg Großbodungen in Großbodungen, Schlossplatz, ist von 12 bis 14.30 Uhr geöffnet. Vorträge gibt es zur Geschichte der Burg (um 11 Uhr) sowie über „Napoleon und den Wiener Kongress“ (um 13.30 Uhr), danach jeweils Führungen.

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