Teddybärklinik

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Schaf mit Schmerzen: Anita begleitet den Patienten in den OP, wo Stefanie Meyer und David Voigt (v. l.) die Fraktur behandeln

Die Teddybärklinik ist eine Veranstaltung des Universitätsklinikums Göttingen.

Erste Hilfe für kranke Kuscheltiere

„Tut es weh, wenn ich hier drücke?“, fragt der Arzt. Pauls linker Arm tue weh, erklärt Sophie. „Vielleicht ist er gebrochen.“ In der Teddybärklinik wird zum Glück schnell geholfen. Die Puppe Paul der dreijährigen Sophie wird fachmännisch von Medizinstudent Stefan Ueberdiek als behandelndem Arzt abgetastet. Das Röntgenbild zeigt: Der Arm ist nur verstaucht. Paul bekommt einen Verband und Sophie geht mit ihm zur Physiotherapie.

Seit 2003 wird die Teddybärklinik in Göttingen veranstaltet, und zum zweiten Mal stellt das Universitätsklinikum dafür die Osthalle zur Verfügung“, sagt Julius Graf. Der 25-jährige Medizinstudent hat die Aktion mitorganisiert, bei der Kinder ihre kranken Kuscheltiere behandeln lassen können. „Kindern soll dadurch die Angst vor Krankheiten und Ärzten genommen werden“, erklärt Graf. 30 Zahn-, 80 Medizinstudenten und 30 Physiotherapeuten seien in der Teddybärklinik im Einsatz.

„Wir sind jedes Jahr hier, weil es super für die Kinder ist“, sagt Erzieherin Melanie Bielefeld. Neben ihrer Gruppe aus der katholischen Kindertagesstätte Sankt Godehard II waren mehr als weitere 200 Kinder gestern da. Einige Kuscheltiere hat es besonders hart erwischt. Anitas Schaf hat Fieber, einen Arm geprellt und muss am gebrochenen Bein operiert werden. Die Fünfjährige steht ihm tapfer bei. Die schmerzstillende Spritze gibt sie ihm selbst, und auch im OP-Saal – natürlich in voller Montur mit Handschuhen, Haube, Kittel und Mundschutz – lässt sie ihn nicht alleine.

Sophie und Paul lassen sich den OP-Tisch zeigen, bleiben aber in gebührendem Abstand stehen. Sophie ist froh, dass Paul nicht operiert wird. Sie hört lieber mit dem Stethoskop nach dem Herzschlag ihrer Puppe. Alles in Ordnung, auch wenn der Arzt durch vorsichtiges Klopfen auf den Puppenrücken etwas nachhelfen muss.

Schirmherr der Teddybärklinik ist der Prodekan für Studium und Lehre der Medizinischen Fakultät, Gerhard Burckhardt. Dessen Fachschaft und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden Deutschlands finanzieren die Aktion. Auch heute können Kinder ihre kranken Kuscheltiere zwischen 8 und 17 Uhr in der Osthalle des Uniklinikums behandeln lassen.

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 22. Juni 2011