Thüringen

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Der Freistaat Thüringen ist ein Bundeslandand in der Bundesrepublik Deutschland. Er liegt geographisch in der Mitte Deutschlands; mehrere Orte im Nordwesten des Landes nehmen für sich in Anspruch, der exakte Mittelpunkt Deutschlands zu sein. Aufgrund der ausgedehnten Waldgebiete wird Thüringen auch als das „grüne Herz Deutschlands“ bezeichnet. An Thüringen grenzen die Bundesländer Sachsen im Osten und Südosten, Sachsen-Anhalt im Norden und Nordosten, Niedersachsen im Nordwesten, Hessen im Westen sowie Bayern im Süden. Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes ist Erfurt.

Basisdaten

Landeshauptstadt: Erfurt

Fläche: 16.172,10 km²

Einwohner: 2.278.136 (30. September 2008)

Einwohnerdichte: 140,9 Einwohner pro km² Ministerpräsident: Dieter Althaus, CDU

Geschichte

Der Freistaat Thüringen wurde 1990 aus den drei DDR-Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie einigen angrenzenden Gebieten wiedergegründet und ist heute in 17 Landkreise sowie sechs kreisfreie Städte gegliedert. Thüringen zählt neben Sachsen zu den wirtschaftlich stärkeren Ländern im Osten Deutschlands. Berühmte Kulturstätten im Land sind vor allem Weimar und die Wartburg, aber auch das historische Erfurt mit dem Erfurter Dom und der Krämerbrücke. Jena gilt als Bildungs- und Forschungszentrum Thüringens.

Verwaltungsgliederung

Dieter Althaus

Das Land Thüringen ist auf zwei Ebenen gegliedert. Auf der ersten Ebene stehen seit der Kommunalreform vom 1. Juli 1994 die 17 Landkreise und sechs kreisfreien Städte und auf der zweiten Ebene die 968 Gemeinden des Landes (Stand: 1. Dezember 2007). Dazwischen gibt es teilweise Verwaltungsgemeinschaften und erfüllende Gemeinden als Zusammenschluss mehrerer kleiner Gemeinden, die ihre Verwaltungsaufgaben gemeinsam erledigen. Die Ebene der Regierungsbezirke gab es in Thüringen nie, da die Größe des Landes dies nicht rechtfertigt.

Infrastruktur

Auf Grund seiner zentralen Lage im wiedervereinigten Deutschland wurden seit 1990 große Anstrengungen zum Ausbau der Infrastruktur in Thüringen unternommen. Die größten Verkehrsprojekte sind teilweise fertiggestellt und teilweise noch in Bau. Im Jahr 2015 sollen alle Großprojekte abgeschlossen sein.

Straßenverkehr

Wichtigste Straßenverkehrsachsen in Thüringen sind die Bundesautobahn 4 in Ost-West-Richtung und die Bundesautobahn 9 in Nord-Süd-Richtung. Beide werden zurzeit ausgebaut, um am Ende durchgehend sechsstreifig befahrbar zu sein. Ergänzt wird das Autobahnnetz durch die Bundesautobahn 38 im Norden, die Leipzig mit Kassel verbindet und im Dezember 2009 durchgängig fertiggestellt sein soll. Die Bundesautobahn 71 führt in Nordost-Südwest-Richtung quer durch das Land und ist bis auf den Abschnitt Sömmerda–Sangerhausen, der 2010 eröffnet werden soll, ebenfalls fertiggestellt. Sie verbindet die Landeshauptstadt Erfurt mit dem Raum Würzburg im Süden und dem Raum Halle im Norden. Die Bundesautobahn 73 setzt in Suhl südlich der Querung des Thüringer Waldes der A 71 an und führt nach Süden in den Großraum Nürnberg. Nicht über thüringisches Gebiet verlaufen die Bundesautobahn 44 und die Bundesautobahn 7], die aber dennoch Einfluss auf den Verkehr in Thüringen haben. Erstere soll zukünftig die A 4 bei Eisenach mit Kassel und dem Ruhrgebiet verbinden und letztere bietet dem Raum Greiz eine Autobahnanbindung. Dennoch gibt es einige Bereiche, die von diesen Autobahnen umgangen werden. Dies sind insbesondere der Raum Saalfeld/Rudolstadt und der Raum Mühlhausen, wo durch Ausbau der Bundesstraßen eine gute Anbindung sichergestellt werden soll.

Bahnverkehr

Die Eisenbahn erreichte Thüringen im Jahr 1842 mit der Bahnstrecke von Leipzig über Altenburg nach Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn genannt). Die Landeshauptstadt Erfurt erhielt 1846 einen Eisenbahnanschluss an der Strecke von Berlin nach Frankfurt am Main. Heute gibt es in Thüringen zwei Eisenbahnstrecken, die zum ICE-Liniennetz gehören, die Saalbahn (Berlin)–Naumburg–Jena–Saalfeld–Kronach–Lichtenfels–(Nürnberg–München) und die Thüringer Bahn (Dresden–Leipzig)–Naumburg–Weimar–Erfurt–Gotha–Eisenach–(Fulda–Frankfurt am Main). Vor 1945 gab es noch eine dritte bedeutende Personenverkehrsachse durch Thüringen, die Bahnstrecke Erfurt–Schweinfurt, die von Expresszügen von Berlin nach Stuttgart genutzt wurde. Heute hat sie ihre Bedeutung aber weitestgehend verloren. Die Halle-Kasseler Eisenbahn über Nordhausen diente und dient hauptsächlich dem Ost-West-Güterverkehr. ICE-Halte in Thüringen sind Erfurt Erfurt Hbf, Weimar, Gotha und Eisenach an der Strecke Dresden–Frankfurt sowie Jena Paradies und Saalfeld an der Strecke Berlin–München.

Im Regionalverkehr erbringen neben der DB Regio Südost auch die Vogtlandbahn, die Erfurter Bahn, die Südthüringenbahn und die Cantus Verkehrsgesellschaft. Regionalexpress-Verbindungen bestehen in angrenzende Großstädte wie Göttingen, Magdeburg, Chemnitz oder Würzburg. In Bau sind gegenwärtig die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt und die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle als derzeit größtes Bauprojekt im deutschen Schienennetz. Mit der Fertigstellung in Richtung Halle wird um das Jahr 2015, nach Nürnberg ab 2017 gerechnet. Dann werden sich die Reisezeiten zwischen Erfurt und Nürnberg/München sowie Leipzig/Berlin mit dem ICE deutlich verkürzen.


Flugverkehr

Flughäfen mit Linienbetrieb sind der Flughafen Erfurt und der Leipzig-Altenburg Airport bei Nobitz im Altenburger Land.

Weitere Flugplätze gibt es bei den Städten Arnstadt, Bad Berka, Bad Frankenhausen, Bad Langensalza, Eisenach, Gera, Gotha, Greiz, Heiligenstadt, Ilmenau, Jena, Mühlhausen, Nordhausen, Rudolstadt, Schlotheim, Sömmerda, Suhl und Weimar.

Weblinks