Theater der Nacht

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Theater der Nacht

Das Theater der Nacht ist eine Figurentheaterbühne in Northeim.

Gebäude

1999 wurde mit dem Bau des Theaters begonnen. Ende 2000 wurde das 2,2 Millionen teure Theaterhaus in Northeim eröffnet.

Die alte Feuerwache gegenüber der St. Sixti-Kirche wurde so zum Theaterhaus. "Wir wollen ein schräges Hexenhaus", sagt Akteurin Ruth Schmitz. Das Gebäude soll durch seine Architektur mit vielen Dachschrägen und Erkern auf die Aufführungen neugierig machen.

Etwa 2,2 Millionen Mark kostet der Bau. Die Stadt Northeim bezuschusst das Projekt mit 235000 Mark, das Land Niedersachsen mit 250000 Mark. In Kooperation mit der Werkstatt-Schule Northeim helfen acht arbeitslose Jugendliche in ABM-Stellen am Bau mit.

Das Haus ist in Form eines Drachens gestaltet. Mit einem Rückenpanzer aus 20000 Dachziegeln der Jacobi Tonwerke lehnt sich ein riesiger Drache an die Stadtmauer von Northeim und reckt seinen Kopf erhaben in den Himmel. Wo früher die Männer des Technischen Hilfswerks wachten, ist das "Theater der Nacht" eingezogen und hat das einst schmucklose Haus in eine außergewöhnliche Spielstätte umgebaut.

Aus dem unansehnlichen Kastenbau mit dem grauen Turm ist eine fantastisch anmutende Märchenfigur geworden. Gestalt gibt dem Drachen das imposante, unregelmäßige Ziegeldach. Hohlpfannen aus rotem Ton sorgen für ein lebhaftes Farbenspiel auf mehr als 700 Quadratmetern Dachfläche.

Speziell für dieses Bauwerk entwickelten die Jacobi-Werke die Mischung "ofenbunt", die aus naturroten und geflammten Ziegeln besteht. Eigens angefertigt wurden auch die rund 350 Gratziegel in einer Bilshäuser Produktionsanlage, und das per Hand von Bauherr Heiko Brochthausen und "Baufrau" Ruth Schmitz. Als "Theater der Nacht" sind Figuren- und Maskenspiel ihr Metier. Zunächst waren sie nur auf der Suche nach einem geeigneten Proberaum gewesen. "Dann fanden wir die alte Feuerwache in Northeim. Die sollte abgerissen werden. Uns aber hat das Haus fasziniert", erzählt Schmitz. Noch in der Innenstadt gelegen, direkt an der Stadtmauer, ist die Lage für ein Theaterhaus günstig.

In den Köpfen der Figurenmacher entwickelte sich die Idee, mit einem "guten" Drachen Besucher in das Theater zu locken. Brockhausen entwarf und baute das erste Modell selbst. Dann nahm sich die Architekturbüro Lange Puche des Projektes an. Die unregelmäßigen Dachformen vieler alter Fachwerkhäuser in Northeim gaben dabei Anregungen.

Die Dachdecker-Firma von Vera Waßmann stand dann vor einer anspruchsvollen Aufgabe: Wie bei einem Lebewesen gibt es auch auf dem Drachen-Dach nahezu keine gerade Fläche. Acht Wochen benötigten bis zu drei Dachdecker für die 550 Quadratmeter große Dachfläche und die 150 Quadratmeter des Turmes. Allein zwei Tage waren sie damit beschäftigt, in luftiger Höhe den Drachenkopf zu montieren, der wie das gesamte Dach aus Ton besteht - aus handgefertigten Sonderziegeln von Jacobi. Das Rückgrat des Drachens haben Schmitz und Brockhausen selbst geformt. Von Hand setzten sie jedem der 340 Firstziegel einen Dorn auf.

Theater der Nacht im Internet

www.theater-der-nacht.de