Totenberg: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Naturwald Totenberg befindet sich im Höhenprofil von 195 bis 408m ü. NN auf der typischen Buntsandsteinschichtung mit Löss- Beimischungen.  
 
Der Naturwald Totenberg befindet sich im Höhenprofil von 195 bis 408m ü. NN auf der typischen Buntsandsteinschichtung mit Löss- Beimischungen.  
 
Er umfasst eine Fläche von ca. 420ha. Davon dürfen 343ha als Naturnaher Wald unter Auflagen bewirtschaftet werden. Der restliche Teil wurde zum Naturwald erklärt. Dort weisen Schilder auf das Betretungsverbot hin. Hier gilt auch das generelle Nutzungsverbot, denn dieser Teil des Hochwaldes wird vollkommen sich selbst überlassen, um sich in Richtung Urwald zu entwickeln.  
 
Er umfasst eine Fläche von ca. 420ha. Davon dürfen 343ha als Naturnaher Wald unter Auflagen bewirtschaftet werden. Der restliche Teil wurde zum Naturwald erklärt. Dort weisen Schilder auf das Betretungsverbot hin. Hier gilt auch das generelle Nutzungsverbot, denn dieser Teil des Hochwaldes wird vollkommen sich selbst überlassen, um sich in Richtung Urwald zu entwickeln.  

Version vom 28. Dezember 2008, 17:02 Uhr

Naturwald.jpg Der Naturwald Totenberg befindet sich im Höhenprofil von 195 bis 408m ü. NN auf der typischen Buntsandsteinschichtung mit Löss- Beimischungen. Er umfasst eine Fläche von ca. 420ha. Davon dürfen 343ha als Naturnaher Wald unter Auflagen bewirtschaftet werden. Der restliche Teil wurde zum Naturwald erklärt. Dort weisen Schilder auf das Betretungsverbot hin. Hier gilt auch das generelle Nutzungsverbot, denn dieser Teil des Hochwaldes wird vollkommen sich selbst überlassen, um sich in Richtung Urwald zu entwickeln. Forstorte mit dem Namen Totenberg gibt es häufig. Es befinden sich dort keine Friedhöfe, vielmehr handelt es sich meist um siedlungsferne Gebiete, deren Nutzung einer überregionalen Gemeinschaft, z. B. dem Gau, zustand. „Tot“ leitet sich bei Totenberg aus dem Wortstamm ab, der z. B. in der lateinischen Vokabel totus = alle, enthalten ist.

Nach der örtlichen forstlichen Überlieferung hatten im Totenberg die Bramwalddörfer keinerlei Nutzungsrechte. Als Karl der Große Reinhards- und Bramwald zum Banforst erklärte, war dieses Siedlungsferne Gebiet noch ungenutzt und deshalb gab es im Totenberg auch nicht, wie in den anderen Teilen des Bramwaldes, eine Entwicklung zum Eichenwald. Buchenwald

Mit Absicht wurde deshalb gerade hier 1989 das Naturwaldgebiet eingerichtet. Ohne gravierende Veränderungen ist hier immer Buchenwald als natürliche Waldform gewachsen. Auf rund 95ha soll sich der Wald wieder ohne jede forstliche Nutzung in Richtung Naturwald entwickeln. Allerdings ist die Jagd weiterhin notwendig, weil sonst eine starke Konzentration von Wild eine natürliche Ent-wicklung sehr ersch

Die Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen verfolgt die Veränderungen in diesem Gebiet. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass nachwachsender Jungwald der Buche alle anderen Mischbaumarten, z. B. Fichte, Eiche, Lärche, Ahorn und Esche, verdrängt. Die Ruhe gefällt besonders den scheuen Tierarten wie Wildkatze und Schwarzstorch. In der dortigen Wolfsschlucht hielt sich auch im Jahr 2003 eine Wölfin längere Zeit auf, die erhebliche Aufmerksamkeit in der Bevölkerung erregte. Fast ausschließlich handelt es sich heute um schon 150jährige Buchenbestände mit eingemischten Fichten und Eichen. In diesem Kerngebiet werden sich die Menschen in 150 Jahren ansehen können, wie ein 300 Jahre alter Buchenwald aussieht und welche besondere Tierwelt er beherbergt. Orkane oder extreme Dürrejahre können natürlich auch den Naturwald stark schädigen. Bleibt er davon verschont, so werden die Buchen mit etwa 300 Jahren ihr natürliches Lebensalter erreichen und nach und nach in Folge des Befalls durch Weißfäule-Pilze zusammenbrechen. Die sicher auch dann noch vorhandenen einzelnen Eichen und Fichten können älter werden. Von der Konkurrenz der gleichalten Buchen befreit, werden sie ihre Kronen dann ausbreiten können. Aber die Eichen und Fichten leben natürlich auch nicht ewig. So wird die in allen Lichtschächten rasch hochwachsende, heute schon vorhandene nahezu reine Buchennaturverjüngung langfristig wieder zu dem ursprünglichen reinen Buchenwald führen. Möglicherweise ändert sich das Klima viel heftiger, als wir uns das heute vorstellen können. Welche Waldbilder sich dann ergeben, lässt sich schwer voraussagen.Link-Text