Ute Pröhl

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Ute Pröhl: Die Sozialdemokratin hat sich zwar aus der Politik zurückgezogen, doch seit vielen Jahren bietet sie Beratungen über Vorsorgevollmachten an.

Ute Pröhl war von 1986 bis 1996 Gemeindebürgermeisterin und von 2000 bis 2011 Ortsbürgermeisterin von Bovenden.

Mit 74 Jahren im Einsatz für ältere Menschen

Unter uns leben viele interessante Menschen. Eine von ihnen ist die ehemalige Ortsbürgermeisterin von Bovenden, Ute Pröhl. Sie berät Menschen zum Thema Vorsorgevollmacht.

„Nicht mit 80, ab 18 braucht man eine Vorsorgevollmacht“, sagt Ute Pröhl. Die bisherige Ortsbürgermeisterin von Bovenden (2000 bis 2011)und ehemalige Gemeindebürgermeisterin (1986 bis 1996), die 1968 wegen Ärger um einen Kinderspielplatz zur Sozialdemokratin wurde, setzt sich noch lange nicht zur Ruhe. Sie rät anderen Menschen zur Vorsorgevollmacht und berät sie über das Thema. Mit einer solchen Schrift bevollmächtigt man eine Person des Vertrauens, in einer Situation, in der man nicht mehr selbst entscheiden kann, wichtige Entscheidungen stellvertretend zu treffen. Zwar ist Pröhls Beratung meist von Älteren gefragt, doch eine solche Situation könnten auch Jüngere erleiden, betont sie.

Durch die Arbeit mit alten Menschen ist Pröhl in diese Aufgabe hereingerutscht. Mit 51 Jahren habe sie auf einer Altenpflegeschule die Schulbank gedrückt. Als ihr jüngstes von fünf Kindern drei Jahre alt war – das Älteste war neun – habe sie, graduierte Agraringenieurin, als Hilfsarbeiterin bei einer Moosgummifabrik angefangen. 14 Jahre lang arbeitete sie danach bei einem Frauenarzt. Als sie mit 50 dort entlassen wurde, ist sie in die Altenpflege gekommen. Bei der Volksheimstätte hat die Frau mit viel Lebenserfahrung die Beratung von älteren Menschen übernommen, wenn sie ins Heim kommen sollten. Ihre eigene Mutter sei 85 Jahre alt gewesen, als sie sich schließlich zum Abschluss einer Vorsorgevollmacht entschlossen habe.

Hat man keine Vorsorgevollmacht, werde im Ernstfall eine Person vom Gericht dafür bestellt, schildert Pröhl, die gebürtig aus Ostpreußen nahe der litauischen Grenze stammt und über die DDR 1958 mit ihrem Mann in den Westen kam. „Jeder von meiner Familie kann das besser als das Gericht“, ist die Frau überzeugt, die nach Stationen in Gifhorn, Uelzen und Göttingen schließlich in Bovenden landete. So hätten sie und ihre Kinder, von 1959 bis 1966 geboren, Vorsorgevollmachten ausgefüllt. Vordrucke gibt es beim niedersächsischen Justizministerium.

Die selbstständige Frau, die sich nach 35 Ehejahren von ihrem Mann getrennt hat, legt anderen nahe, eine solche Vollmacht nicht mit dem Partner abzuschließen. Besser sei es, den Kindern eine solche Aufgabe zu übertragen. Sie könnten den Willen der Eltern oft unvoreingenommener wiedergeben als ein Partner. Wer eine Vollmacht hat, sollte einen Hinweis darauf im Portemonnaie bei sich tragen. In einem Notfall suche der Arzt nach einem solchen rechtsverbindlichen Dokument. Gibt es das nicht, sei sein erster Auftrag, Leben zu retten.

Mit mittlerweile 74 Jahren, zwölf Enkeln und zwei Urenkeln, sucht Pröhl nach einem Nachfolger, der die Beratung für sie langfristig übernimmt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, empfehlen Gemeinde und Arbeiterwohlfahrt Bovenden Pröhl als kompetente Beraterin.