Uwe Zinke

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Uwe Zinker ist der Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland in Göttingen.


Hornissen: Nicht gefährlicher als Bienen und Wespen

Sie gelten als aggressiv und lebensgefährlich für Mensch und Tier – zu Unrecht, sagt Uwe Zinke, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Deutschland in Göttingen: „Die Annahme, dass die Hornisse ein gefährliches Tier ist, stammt aus dem Reich der Fabeln.“

Ähnlich sieht es die untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Northeim: „Hornissen bleiben friedfertig, wenn sie nicht gestört werden.“

Und ihre Stiche seien nicht giftiger als Wespen- oder Bienenstiche. Die Naturschützer appellieren an die Bevölkerung, bei Begegnungen mit Hornissen Ruhe zu bewahren.

Hornissenvölker, so die Northeimer Naturschutzbehörde, leben von Ende Mai bis Ende Oktober. Im Spätsommer seien die Populationen am größten, „häufig wird man erst dann auf die Insekten aufmerksam“. Ein Hornissenvolk ernährt sich von Baumsäften, Nektar und Obst, füttert seinen Nachwuchs an einem Tag aber auch mit bis zu einem halben Kilo an Insekten: Raupen, Fliegen, Bremsen und sogar die ihnen verwandten Wespen.

Anders als letztere interessiere sich die Hornisse (Vespa crabo) aber nicht für Eis in Menschenhand, betont der Nabu. Ursprünglich bauten sie ihre Wabenzellen in Baumhöhlen. Seit deren Rückgang sind die Nester zuweilen auch in Menschennähe anzutreffen – an Schuppen, Holzverschalungen, Rolladenkästen oder Vogelnistkästen. Das Volk stirbt ab Oktober. Die aufgezogenen Jungköniginnen suchen nach Überwinterungsplätzen. Von dort aus brechen sie im Frühjahr auf, um neue Völker zu gründen.

Da Hornissen selbst in der Dämmerung aktiv sind, fliegen sie zuweilen Lichtquellen an, von denen sie sich nicht mehr lösen können. Durch Löschen des Lichts – die Hornissen orientieren sich wieder und fliegen ab – rechtzeitiges Schließen der Fenster vor dem Anschalten des Lichts oder durch Gebrauch von Fliegendraht vor den Fenstern lasse sich leicht Abhilfe schaffen, so die untere Naturschutzbehörde.

Ansonsten rät Zinke, im Bereich von Wespen- oder Hornissennestern Bodenerschütterungen zu vermeiden, einen Sicherheitsabstand von drei bis vier Metern einzuhalten und die Flugbahn der Insekten nicht zu versperren. Im Notfall sei es möglich, Völker fachgerecht umzusetzen.

Hornissen und sämtliche Wildbienenarten wie die Hummel gehören gemäß Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten (Bundesartenschutzverordnung) zu den besonders geschützten Arten. Es ist verboten, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Nester der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Verstöße dagegen können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße oder in bestimmten Fällen als Straftat geahndet werden.


Quelle: "Hornissen: Zu Unrecht als gefährlich angesehen", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 1. August 2012.