Weper

Aus Wiki Göttingen
Wechseln zu: Navigation, Suche
Westhang der Weper

Die Weper ist ein langgestreckter, bis 379 m ü. NN hoher Höhenzug im Landkreis Northeim in Niedersachsen.

Ein Bestandteil der Weper ist das gleichnamige Naturschutzgebiet, welches mit zirka 200 ha das größte geschützte Trockenrasengebiet Niedersachsens ist.

Geographie

Die in Südniedersachsen gelegene Weper, die im Berg Balos bis 379 m Höhe erreicht, gehört zum südlichen Teil des Leineberglands. Der Höhenzug befindet sich zwischen den Südostausläufern des Sollings im Westen und dem etwas entfernten Tal der Leine im Osten. Er erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet westlich der Stadt Moringen, zwischen Fredelsloh im Norden und Hardegsen im Süden. Nördlich der Weper befindet sich der Höhenzug Ahlsburg (bis 411,4 m), südlich der kleine Höhenzug Gladeberg (bis 360,2 m). Westlich und südlich wird die Weper vom Oberlauf des linken bzw. westlichen Leine-Zuflusses Espolde passiert.

Ausdehnung der Weper

Berge

Zu den Bergen und Erhebungen des Höhenzugs Weper gehören:

  • Balos (379 m ; im Mittelteil)
  • Tönniesberg (369.6 m; im Nordteil)
  • Wackelberg (365.3 m; im Nordteil)
  • Schweineschraube (357.3 m; im Nordteil)
  • Thausegesberg (357.3 m; im Südteil)
  • Hohe Rodt (313.0 m; im Mittelteil)
  • Hünscheburg (274 m; im Südteil)
  • Eichelberg (260 m; im Südteil)



Landschaftsbild

Landschaftsbild der Weper

Die Weper, die größtenteils zum Ostteil des „Staatsforsts Hardegsen“ gehört, ist in ihrem schmalen Südteil stark bewaldet und im weitläufigeren Nordteil größtenteils waldarm. Am Westhang werden im Naturschutzgebiet „Weper“ große Bereiche künstlich waldfrei gehalten, um die Kalktrockenrasengesellschaften mit ihren seltenen Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Vor dem 19. Jahrhundert war jedoch die gesamte Weper weitgehend waldfrei ehe sie aufgeforstet wurde. Im Nordteil befindet sich süd-südöstlich des Tönniesbergs bzw. unweit westlich von Nienhagen Der Segelflugplatz Weper. Auf dem Balos befindet sich die nach dem einst in Nienhagen wohnhaften Heinrich Sohnrey benannte Sohnreyhütte, von der man das gesamte Umland überblicken kann.

Scheckenfalter und Waldteufel sind wieder da

Steile Bergwiesen: Auf der Weper soll der Halbtrockenrasen erhalten bleiben

„Fenster in die Vergangenheit“, so nennt Tagfalter-Experte Michael Schmitz das Naturschutzgebiet Weper zwischen Hardegsen und Fredelsloh. Dort hat sich eine Landschaftsform erhalten, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts viele deutsche Mittelgebirgsregionen dominierte.

Auf beweideten Flächen siedelten sich Pflanzen und Tiere an, die später in anderen Regionen durch forstliche und landwirtschaftliche Nutzung verdrängt wurden. An der Weper haben sie überlebt – Orchideen, Heuschrecken, Eidechsen, seltene Tagfalter und andere Bewohner von Halbtrockenrasen.

Rund 200 Hektar umfasst das Naturschutz- und Flora-Fauna-Habitat (FFH)-GebietWeper. Es erstreckt sich entlang des namensgleichen Höhenzuges Weper im Landkreis Northeim. Geprägt wurde die Landschaft bis vor 150 Jahren von Ziegen und Schafen, die sich Teile der Vegetation einverleibten. 1850 wurde begonnen, Schwarzkiefern zu pflanzen, „es gab den Auftrag, aus der Weper wieder Wald zu machen“, berichtet Ralf Sepan, Leiter der Revierförsterei Hardegsen im Niedersächsischen Forstamt Winnefeld. Später sollten Buchen folgen.

Seit den 1980er Jahren widmen der Landkreis Northeim als untere Naturschutzbehörde und die Niedersächsischen Landesforsten in Kooperation mit der Klosterkammer und anderen privaten Waldeigentümern der Weper besonderes Augenmerk. Als „Hotspot“ bezeichnet Michael Rudolph das Naturschutzgebiet, „das ist eine dieser Flächen, auf die wir uns konzentrieren, weil man mit begrenzten Mitteln vieles herausholen kann“.

Schäfer der Region lassen Ziegen und vor allem Schafe an den Hängen weiden. „25 Hektar Fläche werden zurzeit auf diese Art freigehalten“, berichtet Hans-Georg Kracht von der unteren Naturschutzbehörde. Ralf Sepan sorgt in Abstimmung mit dem Landkreis dafür, dass Bäume und Sträucher beseitigt werden, die seltene Wildblumen und Grassorten zu überwuchern drohen. „Für uns ist wichtig zu wissen, welche Bäume gebraucht werden und welche im Weg stehen“, sagt Rudolph. Die Europäische Union fördert das Schutzgebiet Weper mit Summen zwischen 25 000 und 60 000 Euro, „bis 2013“, meint Kracht. „Aber wir hoffen, dass das Programm weiter läuft.“

Dass sich die vereinten Naturschutzbemühungen bezahlt machen, ist beim Blick auf die steilen Bergwiesen am sogenannten Balos oberhalb Trögens deutlich zu sehen. An den Rändern eines ehemaligen Steinbruchs wachsen Thymian und Ehrenpreis in großen Polstern. Wacholderbüsche ragen aus den blumenreichen Grünflächen. Dort wachsen Orchideen wie Händelwurz, Karthäuser Nelken, Wundklee und der seltene Lothringer Lein – ein Paradies für Insekten und Falter aller Art. Allgegenwärtig ist etwa das Blutströpfchen oder Sechsfleck-Widderchen, ein Schmetterling der Familie Zygaenidae, sowie viele seiner Verwandten. Perlmuttfalter, Zwergbläuling und Dickkopffalter flattern von Blüte zu Blüte.

Rund 60 Tagfalterarten wurden im Bereich der Weper nachgewiesen. „Von etwa 45 Arten wissen wir genau, dass sie da sind“, sagt Schmitz, der als Weper-Beauftragter für den Landkreis Northeim Flora und Fauna des Schutzgebietes im Auge behält. Auch zwei vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsarten wurden dort bereits gesichtet: der Waldteufel (Erebia aethips) und der Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea aurelia). Schmitz: „Es gibt nur noch sehr wenig Stellen, wo sie vorkommen.“

Katharina Klocke, Göttinger Tageblatt am 1. Juli 2010

Weblinks