Wilhelm von Humboldt

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Wilhelm von Humboldt wurde 22. Juni 1767 als Sohn eines Offiziers in Potsdam geboren. Er verstarb am 8. April 1835 in Berlin-Tegel. Er ist der ältere Bruder von Alexander von Humboldt und zählt zu den großen Gelehrten der deutschen Kulturgeschichte und ist Miturheber der Universität Berlin. Der spätere Spachforscher, Diplomat und Minister wollte vor dem Eintritt in den preußischen Staatsdienst seine wissenschaftlichen Kenntnisse auf den neuesten Stand bringen. Deshalb schrieb er sich am 23. April 1788 an der juristischen Fakultät der Universität Göttingen ein. Er arbeitete ziemlich viel und lobte die „vortreffliche Bibliothek“. Kurz bevor Humboldt Göttingen in Richtung Paris verlies, hätte ihn ein unvorhergesehenes Ereignis fast für ewig an die Leinestadt gebunden. Mit seinem Freund Stieglitz hatte er ein erholsames Bad in der Leine nehmen wollen. Die Strömung des Flüsschens, damals noch unbegradigt und wild, hatte die beiden erfass. Nur mit Mühe konnten sie dem Tod durch ertrinken entgehen. Humboldt berichtet über das Abenteuer in einem Brief an Henriette Herz:

“Wir umfassten uns und strengten noch einmal alle Kräfte an. Doch wieder umsonst. Wir sanken nun ganz tief und verzweifelten beide jetzt völlig. Allein halb unwillkürlich machte ich noch eine Bewegung, und glücklicherweise brachte sie uns dem Lande näher. Stieglitz ergriff zuerst ein Bündel Rohr, dann ich; und so retteten wir uns ans Ufer. ... Wir gingen ganz kalt nebeneinander zu unseren Kleidern, scherzten und räsonierten über den Vorfall. ... Wir lachten über so manche lächerliche Folgen, die unser Tod gehabt haben würde, über die Leichenreden, die man uns gehalten, die Gespräche, die man über uns geführt hätte.“ Wilhelm von Humboldt, Göttinger Vademecum.