Winfried Rüßler

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Winfried Rüßler (*1939) ist Mitglied in den Schützenvereinen in Göttingen und Lenglern. Seit 10 Jahren ist er Pressereferent für den Kreisschützenverband.

Zur Person

Pressereferent Winfried Rüßler

„Mich hat es am Sonnabend und Sonntag sowie auch noch heute ganz schön erwischt und mir im wahrsten Sinn des Wortes die Sprache verschlagen. Dennoch wollte ich Ihnen meinen Bericht noch heute zukommen lassen, damit er eventuell am Mittwoch auf der Vereinsseite erscheint.“ Besser als mit diesen, seinen eigenen Worten, kann man Winfried Rüßler kaum beschreiben. Unbeirrbar ist er als Pressereferent für den Kreisschützenverband im Einsatz und transportiert alle wichtigen Informationen aus den Schützenhäusern an die Öffentlichkeit. Diese Arbeit nehme die meiste Zeit in Anspruch, erzählt der Schütze mit Leib und Seele. Zehn Jahre hat der 72-Jährige in diesem Amt mittlerweile „auf dem Buckel“. Arbeit abnehmen kann ihm keiner. Für die Pressearbeit gibt es keinen Stellvertreter.

1969 ist Winfried Rüßler im Alter von 31 Jahren in den Schützenverein von 1863 Göttingen eingetreten. Nach dem Umzug nach Lenglern wurde er 1986 auch Mitglied im Schützenverein Lenglern. „Alle fünf Rüßlers sind im SV Lenglern“, erzählt das Familienoberhaupt. Seine Ehefrau, die Tochter und der älteste Sohn haben schon die Königswürde getragen. Er selbst ist schon Kronprinz und Prinz gewesen. „Es gibt immer welche, die besser sind“, sagt Rüßler neidlos. Bei den Senioren ist er bis heute aktiv.

Das Amt des Pressereferenten für den KSV hat Rüßler 2001 vom heutigen KSV-Vorsitzenden Bernd-Peter Ahlborn übernommen. Parallel dazu hielt er von 2002 bis 2008 den Vorsitz im SV Lenglern. Heute steht er an zweiter Stelle neben der Vorsitzenden Irmgard Ahlborn. „Bei so einem ländlichen Verein sei die Wahl zum Vorstand ein Grund, bei der Jahreshauptversammlung zu fehlen“, kommentiert er eine Schwierigkeit in vielen Vereinen. Die Neigung, eine ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen, werde immer geringer.

Auch Rüßler hat seine Aktivitäten verlagert. Doch er strebte nicht weg vom Vereinsleben, sondern verlagerte seinen Einsatz von Göttingen in seine Wahlheimat Lenglern. Der aktive Schütze hat auch andere Interessen. Viele Jahre engagierte er sich als CDU-Mann im Ortsrat Lenglern. In gewisser Weise habe er die Städtepartnerschaft zu Cheltenham auf ganz privater Ebene mitbegründet.

Vor 60 Jahren hat er von seinem Englischlehrer eine Adresse aus Cheltenham für eine Brieffreundschaft bekommen. „Die Freundschaft war ein Dauerbrenner.“ 1954 war Rüßler das erste Mal „drüben“. Als Brieffreund Richard zu Besuch auf den Kontinent kam, ist Rüßlers Familie mit ihm nach Frankreich gefahren. „Meine Eltern waren mit in England, seine Eltern waren hier bei uns.“ Der junge Winfried fuhr mit Richard und dessen Freundin nach Berlin.

Viele Erinnerungen sind Rüßler von seiner ersten Reise nach England geblieben. Mit 17 trampte er durch das Land. Kaum habe er in Cheltenham an der Straße gestanden, habe auch schon jemand angehalten. Einmal habe ihm die Polizei bei der Suche nach einem Quartier geholfen. Auf einem seiner Wege erlebte er, wie ein Baum vom Blitz getroffen wurde. „Es war, als ob der Baum schreit“, erzählt er. Nach London sei er als Tramper von einem Parlamentsabgeordneten mitgenommen worden.

Doch nicht nur die Erinnerung, auch die „Brieffreundschaft“ hat 60 Jahre überstanden. Bis heute ist der Mann vom „Kontinent“ mehr als 20-mal in England gewesen. Fast wie eine zweite Heimat ist die große Insel für ihn geworden. Besonders liebt Rüßler die reizvolle Umgebung der Partnerstadt Göttingens, die Cotswolds mit ihrem Vorzeigedorf Broadway. Inzwischen ertappe er sich allerdings dabei, dass er hin und wieder das ein oder andere Wort nachsehen müsse.

„Die Geschichte mit England hat mir viel gegeben“, sagt Rüßler. In diesem Jahr kann er das Schützenwesen und seine Liebe zu Großbritannien verbinden. Noch nie sei er in Irland gewesen. Den Wunsch, auch Englands Nachbarn kennenzulernen, erfüllt sich Rüßler mit dem Schützenverein. Er fährt mit einer Schützengruppe auf die grüne Insel.

  • Quelle:Göttinger Tageblatt, 5. Januar 2011