Wissenshäuser

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Städtisches Museum am Ritterplan

In sogenannten Wissenshäusern könnte in Zukunft die Göttinger Stadt- und Universitätsgeschichte präsentiert werden. Das mit der Neukonzeption des Städtischen Museums beauftragte Hamburger Studio Andreas Heller hat ein mögliches Konzept vorgestellt. Drei statt eins - statt die Geschichte der Stadt und der Universität gebündelt in einem Museumsneubau darzustellen, setzen die Hamburger Planer auf Wissenshäuser. Drei davon könnten in der nördlichen City auf einer "Achse des Wissens" entstehen. Ein großer Neubau, der sämtliche Themengebiete umfasst, wäre ein zu deutlicher Eingriff in die Struktur der Göttinger Altstadt, begründet Andreas Heller seinen Vorschlag.

Nach Bewertung der städtischen Situation haben sich für die Hamburger Planer drei Standorte für die Wissenshäuser herauskristallisiert: das ehemalige Gefängnis, die alte Mühle am Stadtbadareal und das heutige Städtische Museum im Ritterplan. Drei Themenschwerpunkte sieht das Konzept vor: Wissenschaft, Stadtgeschichte und Kunst/Handwerk. Das ehemalige Gefängnis beherbergt dann die Göttinger Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, das Städtische Museum weiter die Stadtgeschichte, ein Anbau an den Hardenberg Hof im Ritterplan könnte die Themen Kunst und Handwerk aufnehmen. Die alte Mühle am Waageplatz soll als Teaser dienen, eine erste Anlaufstelle, in der Besucher Informationen über die Museen und weitere Kulturangebote erhalten. Auch ein Café wäre denkbar.

Die Höhe der Investitionen beziffert Heller mit rund 19 Millionen Euro. Die jährliche Besucherzahl für alle Wissenshäuser kalkulieren die Planer mit rund 90 000. Jetzt verzeichnet das Städtische Museum rund 20 000 Besucher im Jahr. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) und Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck lobten den Hamburger Entwurf - nach anfänglicher Skepsis, wie beide betonten. Jetzt wird das Konzept in den politischen Gremien diskutiert.

Ganz gleich, wie die politische Diskussion verläuft, Meyer teilte mit, dass er bereits den Auftrag erteilt habe, das ehemalige Gefängnis vom Land Niedersachsen zu kaufen.

Aus dem Göttinger Tageblatt vom 30. Juni 2009

Jetzt ist die Broschüre fertig, die Investoren können kommen. Mit einem 14-seitigen Werbeheft „Göttingen erfindet sein Museum neu“ will die Stadt auf Geldsuche für die geplanten Wissenshäuser gehen.