Witzenhausen

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Witzenhausen
Witzenhausen 05062010 Med Poe.jpg
Luftbild
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Schulen: alle Schulformen
Einwohner: 15.779 (31. Dez. 2007)
Postleitzahlen: 37213–37218
Vorwahl: 05542
Kfz-Kennzeichen: ESW
Bürgermeister: Angela Fischer (CDU)
Website: Witzenhausen im Internet

Witzenhausen in Hessen liegt im Dreiländereck: Göttingen (Niedersachsen) und nach Heiligenstadt (Thüringen) liegen in der Umgebung.

Aktuell

  • 22.-27. August 2012: Erntedank- und Heimatfest

Geografie

Witzenhausen liegt an der Nordostabdachung des Kaufunger Waldes, der vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald umgeben ist. Die Stadt befindet sich an der Einmündung der Gelster in die Werra etwa 30 km östlich von Kassel (Hessen), 16 km ost-südöstlich von Hann. Münden (Niedersachsen) 25 km südlich von Göttingen (Niedersachsen) und 23 km nordwestlich von Eschwege (Hessen).

Geschichte

1898 wurde die Deutsche Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe (Tropenschule) gegründet, um Menschen für eine Übersiedlung in die deutschen Kolonien]] landwirtschaftlich auszubilden. Die Nachfolgeeinrichtungen bilden heute einen Nebenstandort der Universität Kassel.

Wappenbeschreibung

Stadtwappen.gif

In blauem Feld eine gezinnte silberne Stadtmauer mit großem gezinnten Tor und zwei kleineren Seitenpforten, dahinter ein gezinnter Mittelturm und zwei schmalere Seitentürme mit roten Kuppeldächern; im Tor unter dem gehobenen goldenen Fallgitter das goldene Gemerke W.

16 Stadtteile

Vereine

Kirschen - und Universitätsstadt im Werratal

Die Kirschen- und Universitätsstadt Witzenhausen liegt im Werratal und ist Mittelpunkt eines der größten und ältesten Kirschenanbaugebiete Deutschlands. Sie ist als Standort der Universität Kassel mit dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, dem ersten seiner Art in Europa die kleinste Universitätsstadt in Deutschland.


Weinbau in Witzenhausen

Während Witzenhausen heute überwiegend als Kirschenstadt bekannt ist, war die Stadt früher für ihren Rebensaft bekannt. Dazu Michael Caspar im Göttinger Tageblatt vom 16.Juli 2008:

Eine Gruppe Göttinger hat in Witzenhausen einen alten Weinberg wieder in Betrieb genommen. Die Kirschenstadt war einst für ihren Rebensaft berühmt. Und berüchtigt...

Magentafarben funkelt der Wein im Glas. Das Bouquet ist vielversprechend. Lieblich schmeckt der Rebensaft, und überraschenderweise auch nach Sauerkirschen. „Die Kraft im Volumen fehlt“, meint Werner Lepper kritisch über den Jahrgang 2007 der Witzenhäuser Werrakurve. Eine achtköpfige Gruppe, der mehrere Mitarbeiter der Göttinger Stadtverwaltung angehören, hat einen 1757 angelegten Weinberg in Witzenhausen gepachtet.

Am Ortsausgang der Kirschenstadt erhebt sich ein steiler Sandstein-Hang über der Werra. Über eine Länge von einem Kilometer öffnet er sich in einem weiten Bogen nach Südosten. Einst bauten die Witzenhäuser, die ohnehin klimatisch begünstigt sind, auf dem sonnenreichen Hang Wein an. „Unter den Weinbergen“ heißt denn auch die stark befahrene Straße, die dort entlangführt. Zahlreiche schmale Parzellen ziehen sich in die Höhe.

Lepper hörte durch Zufall, dass jemand einen Pächter für eine der Parzellen suchte. Zu seiner Enttäuschung wuchsen auf dem vermeintlichen Weinberg jedoch keine Trauben, sondern Apfelbäume. „Hier baut nur noch einer Wein an“, Professor Harry Voigtmann, erfuhr Lepper. Er nahm Kontakt zum ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz auf, der in Witzenhausen lebt. Der bot Lepper seinen Weinberg an. Er wolle seinen Ruhestand auf einem Gut in Sardinien verbringen, erklärte er.

Lepper berichtete im Freundeskreis begeistert von seiner Entdeckung. Alleine ist der Berg nicht in Kultur zu nehmen, war ihm klar. Er suchte Mitstreiter. „Wir sahen uns tief in die Augen und sagten Ja“, erinnert sich Kristin Lorenz. „Haben Sie das richtig notiert?“, erkundigen sich die anderen beim Reporter: „Schreiben Sie bloß nicht, dass wir tief ins Glas geschaut hätten.“ Nüchtern klar gemacht hat sich jedoch niemand von ihnen, wieviel Arbeit wartet. Die Nachbarn beobachten gespannt, wann die Göttinger erschöpft alles hinwerfen. „Bislang hat keiner lange ausgehalten“, erfuhr die Gruppe.

Voigtmann hatte nur die beiden untersten der mehr als 15 Terrassen in Kultur genommen. Darüber beginnt der Dschungel. Über schmale Stufen und glitschige Hänge geht es auf einem zugewachsenen Pfad 48 Meter in die Höhe. Armdick wuchern die Brombeer- und Efeu-Ranken. Ringelnattern leben zwischen den Steinen. Dort oben hat Göttingens ehemaliger Oberstadtdirektor Hermann Schierwater sein Reich. Der „Mann fürs Grobe“, wie er sich vorstellt, arbeitet mit freiem Oberkörper und der Machete in der Hand. Die Wurzeln der Pflanzen sprengen Steine aus den 25 Mauern, die zum Teil zwei Meter hoch sind. Nicht auszudenken, wenn sich ein Stein löst und in die Tiefe stürzt.

Um das Mauerwerk zu sichern, haben die Weinbergbesitzer einen Kasseler Steinmetz und Bildhauer engagiert. Die Arbeiten gehen nur langsam voran, da die Gruppe nur am Wochenende Zeit hat. Derzeit sanieren sie unter Florian Soldners Leitung die große Mauer im unteren Bereich. Zentnerweise schleppen Christiane Pförtner und Majlinda Toska Schotter den Hang hinauf. Der kommt hinter die Mauer. „So kann Wasser ablaufen und sprengt keine Steine heraus“, erläutert Soldner. Er zeigt der Gruppe, dass Fugen nie übereinander liegen dürfen, weil das die Standsicherheit mindert. In Sachen Statik kann jedoch auch der Steinmetz von den Bauingenieuren unter den Göttingern lernen. „Die Kreisverwaltung ist von den Arbeiten so beeindruckt, dass sie uns finanziell fördert“, verrät Susanne Henckel. Schlechte Erfahrung machte die Gruppe mit dem weißen Riesling, den Voigtmann gepflanzt hat. Der braucht zu lange, bis er reif ist. Im vergangenen Jahr zerstörte Mehltau die Ernte. Besser bewährt sich der rote Regent und Tauber Schwarz. Ganz ohne Spritzen geht es allerdings nicht. Tipps haben sich die Göttinger von einem Winzer geholt, den sie in Franken besuchten.

Im Herbst werden die Trauben gepflückt und ausgepresst. Im einem Kellerraum setzt die Gruppe den Saft mit Hefe und etwas Schwefel an. Mehr als einen Monat gärt die Flüssigkeit, dann wird sie abgefüllt. Burkhard Horn zeigt sich erfreut, dass der Rebensaft 2007 trotz des schlechten Weinjahres überhaupt etwas geworden ist. Das ist nicht selbstverständlich. Der Witzenhäuser Wein wurde einst als „Strumpfwein“ verspottet. „Der ist so sauer“, hieß es damals, „dass er dem Zecher die Löcher im Strumpf zusammenzieht.“ Andere sprachen vom „Drei-Männer-Wein“. Zwei Mann sind zum Festhalten nötig, um ihn einem dritten einzuflößen.

Verkehr

Über die Bundesstraßen 27 (Göttingen–Eschwege), 80 (Hann. MündenHeilbad Heiligenstadt) und 451] (Helsa–Witzenhausen) ist die Stadt an das übergeordnete Straßennetz angebunden. Im etwa 10 km entfernten Hedemünden besteht Anschluss an die Bundesautobahn 7 . Bei Friedland besteht Anschluss an die Bundesautobahn 38 in Richtung Halle (Saale). Darüber hinaus ist Witzenhausen an den touristischen Routen Deutsche Fachwerkstraße und Deutsche Märchenstraße gelegen.

Witzenhausen hat einen Bahnhof „Witzenhausen Nord“ auf dem Abschnitt EichenbergKassel der Halle-Kasseler Eisenbahn. Er liegt oberhalb der Stadt auf dem Nordhang des Werratals und wird von Zügen nach Kassel, Göttingen, Erfurt und Halle (Saale) bedient. Der ehemalige Bahnhof „Witzenhausen Süd“ lag südöstlich der Innenstadt und ist wie die Gelstertalbahn Eichenberg–Grossalmerode stillgelegt.

Der Stadtteil Gertenbach hat einen weiteren Haltepunkt an der Halle-Kasseler Eisenbahn.

In der Nähe des Stadtteils Ermschwerd liegt außerdem noch der Flugplatz Witzenhausen.

Links

Witzenhausen im Internet