Wohnungsgenossenschaft e.G. Göttingen

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Im Bestand der Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen: nach der Sanierung Liebrechtstraße Häuser 4 bis 5.

Die Wohnungsgenosschenschaft e.G. Göttingen wurde 1891 gegründet. Es ist das älteste Wohnungsunternehmen in Göttingen. In mehr als 100 Jahren wurden über 4.300 Wohnungen in rund 630 Häusern gebaut.

Die Aufgabe des Unternehmens – wie sie die Gründungsmitglieder festlegten – ist die Besserung der Wohnverhältnisse in Göttingen, insbesondere durch Bau, Erwerb und Verwaltung von Wohnhäusern zur Vermietung an Mitglieder. Im Vordergrund steht die gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.

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Porträt im Göttinger Tageblatt

Wie stark ein genossenschaftliches Unternehmen aufgestellt und zudem historisch gewachsen ist, zeigt die Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen: Jeder zwölfte Göttinger ist hier Mitglied. „Die Mitgliederzahl ist in den vergangenen Jahren stabil“, erklärt Henning Schreiber, geschäftsführender Vorstand. Derzeit zählt das Unternehmen knapp 11 000 Mitglieder, 4519 Wohnungen im Bestand mit mehr als 300 000 Quadratmetern Wohnfläche in 630 Häusern.

Eine Besonderheit des Göttinger Wohnungsunternehmens ist die Spareinrichtung, die es schon seit der Gründung im Jahr 1891 zur finanziellen Förderung des eigenen Wohnungsbaus, für Modernisierung, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen gibt. Denn von rund 2000 Wohnungsgenossenschaften in Deutschland unterhalten nur 50 der Unternehmen eine Spareinrichtung.

„Im Zusammenhang mit der Finanzkrise hat man die Wohnungsgenossenschaft auch als ein solides Element der Wirtschaft erkannt“, resümiert Schreiber. Das zeige sich nicht nur bei den Spareinlagen, die 2012 um rund 1,1 Mio. Euro auf jetzt insgesamt 47 Mio. Euro angestiegen seien. Auch die Geschäftsanteile sind bei gleich bleibender Mitgliederzahl „stark angezogen“.

Das Geschäftsguthaben sei als Kapitalanlage entdeckt worden, und einige Mitglieder haben verstärkt mehrere Anteile gezeichnet. Bereits seit 1989 werden fünf Prozent Dividende ausgezahlt: „Mancher sieht die Dividende als guten Ertrag auf das angelegte Geld bei geringem Risiko“, so Schreiber. Der Wohnungsbau von Genossenschaften sei relativ solide, weil er organisch und langsam wachse, ohne übermäßige Kreditaufnahme, immer nur im Rahmen der Möglichkeiten und vorrangig für die eigenen Mitglieder.“

Mitglieder sind indirekt Eigentümer und Kunde zugleich: „Das ist auch so eine besondere Stellung bei Genossenschaften. Vielleicht sind sie deshalb beim Wirtschaften etwas stabiler als andere Gebilde“, so der Vorstand. Die Zielsetzung der Wohnungsgenossenschaft gibt die Satzung vor: Im Vordergrund steht die gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung. Kernaufgabe ist es, die Wohnraumversorgung der Mitglieder zu verbessern. „Die Gründung ging aus dem Bürgertum der Stadt hervor“, sagt Schreiber.

Die Gesamtinvestitionshöhe des 60 Mitarbeiter (davon vier Auszubildende) zählenden Unternehmens lag 2010 bei insgesamt 15,1 Mio. Euro für Neubau, Instandhaltung und Sanierung. Das Bilanzvolumen für 2011 beziffert der Vorstand mit 158 Mio. Euro (+4%), den Jahresüberschuss mit 2 Mio. Euro und das Eigenkapital mit 52 Mio. Euro. Die durchschnittliche Grundmiete liegt bei 5,07 Euro pro Quadratmeter.

Bei dem gemeinsamen Bauprojekt mit der Volksheimstätte und der Städtischen Wohnungsbau am Windausweg hat die Wohnungsgenossenschaft vier Gebäude mit Tiefgaragen errichtet. 67 barrierefreie Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen auf 5340 Quadratmetern vermietet das Unternehmen hier. 12 Mio. Euro hat die Genossenschaft investiert und auf ihrem Grund und Boden knapp ein Drittel der insgesamt 220 Wohnungen erstellt.

„Die Nachfrage war riesig. Unsere 67 Wohnungen waren Ende 2011 bereits vor Fertigstellung der Außenanlagen komplett bezogen“, erklärt Schreiber. „Solch ein Quartier könnte man durchaus noch einmal bauen.“

Zu den Plänen des Unternehmens gehört die energetische Sanierung wie sie etwa bei vier großen Sanierungsbaustellen (unter anderem Liebrechtstraße und Elbinger Straße) umgesetzt wurde und wird. Möglicherweise noch in diesem Jahr beginne man mit dem Bau einer Wohnanlage mit sieben bis zehn Wohnungen in der Tecklenburger Straße. Dazu komme die energetische Sanierung von 69 Wohnungen im Allensteiner Weg sowie von 37 Wohnungen in der Münchhausenstraße.

Auch die für die Universitätsstadt typische Nachfrage könnte in Zukunft ein Thema werden. Denn zu Semesterbeginn sei der Kassenraum meistens voll. Allerdings fehlen die typischen studentischen Appartmenthäuser im Portfolio, bedauert Schreiber. „Wenn wir noch einmal umfangreich bauen sollten, wird der Schwerpunkt wahrscheinlich auf kompakten Zwei-Zimmer-Wohnungen liegen.“

  • Quelle: "Schreiber: 'Jeder zwölfte Göttinger ist Mitglied'", Artikel im Göttinger Tageblatt vom 21. April 2012.
  • Foto von Christina Hinzmann, erschienen im Göttinger Tageblatt vom 21. April 2012.