Wolfgang Liebeneiner

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Wolfgang Liebeneiner (*6. Oktober 1905 in Liebau, Niederschlesien/heute Lubawka, Polen, † 28. November 1987 in Wien) war Regisseur und Schauspieler.

Der Sohn eines Textilfabrikanten studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in Innsbruck, Berlin und München. Bis 1936 arbeitete Liebeneiner primär als Schauspieler, beispielsweise an den Münchner Kammerspielen. In den kommenden Jahren etablierte er sich beim Theater und führte dort ab 1931 auch Regie. Er spielte in Filmen wie "Die andere Seite" (1931), "Liebelei" (1933), "Musik im Blut" (1934), "Alle Tage ist kein Sonntag" (1935), "Die blonde Carmen" (1935) und "Die un-erhörte Frau" (1936).

Ab 1936 arbeitete er vornehmlich als Regisseur. Einige seiner Filme haben aufgrund ihres politischen Inhaltes Diskussion hervorgerufen, vor allem "Ich klage an" (1941), den er in enger Zusammenarbeit mit dem NS-Propagandaministerium schuf. Der Film thematisiert die "Tötung auf Verlangen" einer an Multipler Sklerose erkrankten Frau und gilt als Euthanasie-verherrlichend.

Im Nachkriegsfilm arbeitete er weiterhin als Regisseur, oft mit den Schauspielerinnen Hilde Krahl oder Ruth Leuwerik in den Hauptrollen.

Liebeneiner war zweimal verheiratet, ab 1934 mit der Schauspielerin Ruth Hellberg und ab 1944 mit der Schauspielerin Hilde Krahl. Die Tochter Johanna Liebeneiner aus der Ehe mit Krahl wurde selbst eine bekannte Schauspielerin.

Bekannte Arbeiten der 1950er und 1960er Jahre waren "Der Weibsteufel" (1951), "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" (1954), "Urlaub auf Ehrenwort" (1955), "Königin Luise" (1956), "Charleys Tante" (1963), "Schwejks Flegeljahre" (1963) und schliesslich "Die Schatzinsel" (1966) und "Tom Sawyers und Huckleberry Finns Abenteuer" (1968). Später arbeitete Liebeneiner primär fürs Fernsehen.