Wolperode

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Wolperode aus der Luft

Wolperode ist ein Ort im Landkreis Northeim zwischen Harz und Solling. Er gehört zur Stadt Bad Gandersheim.

Personen und Organisationen

  • Ortsvorsteher: Kai-Uwe Roßtock.

Lexikonteil

Lage

  • Wolperode liegt am Nordabhange der Schanze, die ja die südliche Grenze der Heberbörde bildet. Während die Schanze nach Süden, also zur Gandersheimer Seite, steil abfällt, neigt sie sich nach Norden zu nicht so steil und gab somit die Voraussetzungen, dass dort überhaupt ein Ort entstehen konnte. Etwa 1 km weiter in Nordost-Richtung liegt der Ort Ackenhausen, mit dem Wolperode lange Zeit durch Kirche und Schule verknüpft war. Nach Osten steigt das Land langsam wieder zum Heber an. Altgandersheim liegt 3 km entfernt.
  • 161 Einwohner/innen (Stand: Februar 2012)
  • Entfernung zur Stadtmitte: Ca. fünf Kilometer.

Geschichte

Den folgenden Überblick ist den Ausführungen von Pastor prim. Ehlers aus Greene („Führer durch Greene und seine Geschichte") entnommen. Etwa um 2000 vor Christi soll die Gegend der Sitz der Kelten gewesen sein. Um 400 vor Christi kamen dann die Germanen in das Gebiet hinein, und zwar wohnten , hier die Cherusker. Diese wurden später von den Angrivariern oder oder Engern verdrängt, die von Nordwesten in unsere Gedend eindrangen. Sowohl die Cherusker, wie auch die Engern, gingen in dem von der Einmündung vordringenden Sachsenvolk auf. Dieses wurde ja bekanntlich im 8. Jahrhundert von den Franken unterworfen und dem Riesenreich Karls des Großen einverleibt. Die Heberbörde gehörte zu dieser Zeit zum Gau Flenithi. Hier war der Sitz der Ludolfinger, die nach dem Zerfall des Karolingerreiches das Reich wieder emporführen.Die Entstehung der Rode-Dörfer fällt in die Zeit von etwa 900 - 1200. Das war jene Zeit, wo die freien Siedlungsstellen nicht mehr ausreichten und man gezwungen wurde, für die immer steigende Bevölkerungszahl Neuland durch Rodung zu gewinnen. Wenn wir einmal die Heberbörde betrachten, so bietet sich gerade ein klassisches Beispiel der Siedlungsgeschichte. Zuerst entstanden die Orte mit der Endung -heim, dann die mit der Endung -hausen und zum Schluß, als man schon an die weniger günstigen Plätze gehen mußte, die Rode-Dörfer, die alle am Rande der Börde liegen.Dem Rittergute wurde nämlich 1617 zu den übrigen Gerechtigkeit auch noch die Untergerichtsbarkeit verliehen. Infolgedessen blieben viele Akten in Wolperode, die dann aber sicher verlorengegangen sind. 1271 wird der Zehnt ausdrücklich in Wolperode erwähnt, wo er als ein Hildesheimer Lehen von Dietrich von Stockem an den Ritter Cegenbart kam (Dürre: Regesten St. 130). 1360 hatte Gerhard von Gandersheim 8 mansen (hufen) in Wolperode vom Stifte zu Lehen. 1438 waren es die Rauschenplats. die als Leheninhaber aufgeführt werden. 1486 werden 4 Meier- und 5 Kothöfe in Wolperode erwähnt, immer noch haben die Rauschenplats das Lehen von Gandersheim. Bis in diese Zeit tritt also bei den urkundlichen Überlieferungen als Grundherr das Stift Gandersheim hervor. Aus dessen Vogteien, die im ganzen Gebiet um Gandersheim und Seesen waren, bildeten die Weifen dann nach und nach die Landeshoheit aus. Daß sich die häufigen territorialen Fehden, bestimmt die Hildesheimer Stiftsfehde (1519 -1523), in Wolperode spürbar machten, kann festgestellt werden. Sicher ist, daß das Dorf Heberhagen, welches weiter östlich am Heber lag, in dieser Zeit zerstört wurde. Die Aufteilung der Feldmark der Wüstung geschah dann in den Jahren 1839 -1859.

Veränderungen am Dorfbild (1950 - 2002)

  • Die landwirtschaftlichen Betriebe konnten sich nicht mehr nur im Dorfbereich ausbreiten. So entstanden im Laufe der Jahre zwei Mehrzweckhallen zur Getreidelagerung, Maschinenunterstellung und Unterbringung von Schweinen, ein Kuhstall für 40 Milchkühe sowie drei Schweineställe für 2500 Schweine.
  • Das alte Spritzenhaus am alten Friedhof wurde abgerissen. Ein neues Feuerwehrgerätehaus wurde im Jahre 1968 nach dem Abriß der alten Schmiede am Pump gebaut
  • Ein Feuerwehrschulungsraum wurde im Jahre 1989 von den Feuerwehrkameraden in Eigenleistung im Garten der ehemaligen Schule errichtet.
  • Das alte Gemeindebackhaus wurde nach Auslaufen des Pachtvertrages mit dem Bäcker im Jahre 1973 abgerissen
  • Ostern 1967 wurde die Schule in Wolperode geschlossen. In den Räumen der ehemaligen Schule wurde 1974 der Kindergarten Wolperode / Ackenhausen eröffnet.
  • Das ehemalige Gemeindehaus ist im September 1994 abgebrannt.
  • der Vorbau an „der Burg" am Rittergut wurde abgerissen, das Wohnhaus wurde in Fachwerkbauweise neu hergerichtet.
  • sechzehn neue Wohnhäuser wurden gebaut.
  • der kirchliche Friedhof wurde zum Park umgestaltet.

Links

Wolperode im Internet