Zugunglück Northeim

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Am 15. November 1992 ereignete sich im Bahnhof Northeim ein schweres Zugunglück.

Zum schwärzesten Tag in der Bahngeschichte im Landkreis Northeim sollte der 15. November 1992 werden. Gegen 1.30 Uhr durchfährt an diesem Sonntag, dem Volkstrauertag, der Schnellzug München-Kopenhagen den Bahnhof Northeim. Am Nordende der Station entdeckt der Lokführer ein Hindernis auf dem Gleis. Ein Güterwaggon blockiert die Schienen. Trotz einer Notbremsung ist es viel zu spät. Es gibt beim Aufprall einen gigantischen Knall. Dann gellen Hilfeschreie durch die Nacht. Schon zwölf Minuten später sind die ersten Retter am Unfallort. Das Bild, das sich ihnen bietet, ist grauenhaft. In den eingedrückten Waggons wimmern Verletzte. Überall liegen Gegenstände auf den Gleisen verstreut. Zwei Waggons sind auf die Bundesstraße 241 gestürzt. Bis zu 500 Helfer bemühen sich um die Opfer, die aus den teilweise völlig zerfetzten Waggons befreit werden müssen.

In den Trümmern des Schnellzuges starben elf Personen. 51 Menschen wurden verletzt. Experten sprachen später bei der Analyse der Katastrophe von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Von einem Waggon im vorderen Teil eines Güterzuges, der nach Süden fuhr, war ein Puffer abgefallen, der mehrere Waggons dieses Zuges zum Entgleisen brachte. Ein Güterwagen kam auf dem Gleis des Schnellzuges zum Stehen. Hätte der Fernschnellzug nach Kopenhagen den Northeimer Bahnhof nur eine halbe Minute später passiert, so wäre die Katastrophe verhindert worden. Das ergaben später die Untersuchungen. Der Zug hätte dann nämlich noch an einem Signal gestoppt werden können